Gefahr der Kontokaperung: Amazon-Händler müssen Konto regelmäßig prüfen

Händler auf Amazons Marketplace müssen ihre Angebote regelmäßig auf Rechtsverletzungen überprüfen, um möglichen Abmahnungen zu entgehen und sich vor Angriffen auf ihr Verkäuferkonto zu schützen.

(Foto: Fotolia/Rawpixel.com)

Händler, die über den Amazon-Marketplace verkaufen, sind verpflichtet, ihre Warenangebote regelmäßig auf etwaige Rechtsverletzungen zu überprüfen. In einer aktuellen Entscheidung hat das Amtsgericht Arnsberg die dafür notwendigen Abstände näher definiert. Demnach ist eine Kontrolle alle 14 Tage nicht ausreichend. Im konkreten Fall hatte eine Amazon-Marketplace-Händlerin Sonnenschirme samt Zubehör angeboten, wie Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kanzlei WBS aus Köln berichtet. Auf dem Produktbild waren aber auch Betonplatten zur Befestigung des Sonnenschirms abgebildet, ohne den Hinweis, dass diese nicht Teil des Angebots waren.

Daraufhin wurde die Händlerin abgemahnt und vor dem Oberlandesgericht Hamm zur Unterlassung verurteilt. Daran hielt sich die Beklagte allerdings nicht und bewarb das Angebot unverändert weiter. Deshalb musste sie sich nun in einem zweiten Prozess vor Gericht verteidigen. Zu ihrer Verteidigung brachte die Beklagte vor, dass es ihrer Ansicht nach genüge, ihr Amazon-Konto und die darin enthaltenen Angebote alle zwei Wochen auf Rechtsverletzungen zu überprüfen. Bei ihrer Argumentation bezog sie sich auf das BGH-Urteil »Angebotsmanipulation bei Amazon« vom 3. März 2016 (Az. I ZR 140/14). Diese Auffassung teilten die Arnsberger Richter allerdings nicht.

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Mike , 10:37 Uhr

Amazon wächst? Der Marketplace schrumpft gerade wie sonst noch was und steht wegen den hunderttausende bis millionen fakeangebote kurz vor dem Kollaps. Als Aktionär würde ich sehen schnell Land zu gewinnnen.