Fleißig twitternde Chat-Bots: 15 Prozent Bots auf Twitter

Laut einer aktuellen Universitäts-Studie sind bis zu 15 Prozent der aktiven Twitter-Nutzer in Wahrheit Bots. Während manche von ihnen hilfreiche gesellen sind, gibt es allerdings auch eine wachsende Zahl böser Bot-Buben mit äußerst zweifelhaften Intentionen.

(Foto: Sergey - Fotolia)

Wer fleißig die aktuelle Nachrichtenlage auf Twitter verfolgt, liest dabei weitaus häufiger maschinell erstellte Tweets, als er das wahrscheinlich vermuten würde. Das legt zumindest eine aktuelle Untersuchung der University of Southern California über die Verfasser der Microblogs nahe. Ihr zufolge sind bis zu fünfzehn Prozent der aktuell rund 319 Millionen aktiven Twitter-Nutzer keine Menschen, sondern Bots. Und die sind zudem äußerst aktiv. Ihr Anteil am weltweiten Tweet-aufkommen wird auf bis zu 20 Prozent geschätzt. Zudem können die automatischen Twitter-Nutzer der neuesten Generation auch selbsttätig Beiträge mit einem Fav versehen und retweeten sowie anderen Nutzern folgen. Deshalb wird es auch immer schwieriger, die Bots sicher als solche zu identifizieren. Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass es trotz ihrer eingehenden Untersuchungen von Parametern wie den Inhalten, ihrem Stil, der Zahl und Art der Follower sowie der zeitlichen Abstände zwischen Tweets, zudem noch eine Dunkelziffer gebe und die reale Anzahl der Bots auf Twitter noch höher sein dürfte. Twitter selbst geht hingegen lediglich von weniger als neun Prozent Bots aus.

Die Intentionen der Bots sind dabei ganz unterschiedliche. Während einige von Unternehmen, Organisationen und Behörden eingesetzt werden, um beispielsweise wichtige aktuelle Meldungen zu verbreiten, Serviceanfragen zu beantworten oder vor Naturkatastrophen wie Hurrikans zu warnen, verbreiten andere gezielt Propagandabotschaften von Terrororganisationen. Seit dem US-Wahlkampf wächst vor allem die Zahl der Social Bots rasant, mit denen die Stimmung der Leser in eine bestimmte Richtung gelenkt – man könnte auch sagen manipuliert – werden soll. Als Nutzer hat man nur relativ wenige Möglichkeiten herauszufinden, ob es sich bei einem Account um einen Bot handelt. Zumindest gibt Twitter den Nutzern aber seit kurzem die Möglichkeit, Tweets von Accounts auszublenden, bei denen keine gültigen Kontaktinformationen hinterlegt sind.

Im Rahmen des »Truthy«-Projekts zur Enttarnung von Fake-News und Social Bots bietet die Indiana University außerdem den »BotOrNot «-Checker an, der allerdings nur bei englischsprachigen Tweets relativ zuverlässig funktioniert. Darüber hinaus arbeiten die Wissenschaftler mit »Hoaxy« an einem Dienst, über den sich die Verbreitung von Fake-News verfolgen und kartieren lässt.