Halbzeitbilanz IFA 2017: Das Duell der Technologien fällt aus

Wirklich Bahnbrechendes kann die Industrie auch auf der IFA nicht zeigen. Doch für Konzerne und kleinere Hersteller ist Berlin ein Schaufenster für immer schlankere, schnellere und schärfere CE- und vernetzte Produkte. Für den Handel fängt hier das Weihnachtsgeschäft an.

(Foto: CRN)

Vergesst den langweiligen Wahlkampf, schaut euch die aufregenden Innovationen auf der IFA an, stand auf einem haushohen Plakat an einer viel frequentierten Berliner Kreuzung. Gut getroffen – zumindest den ersten Teil dieser Kampagne. Kanzlerin und Herausforderer warfen sich im TV-Studio Berlin-Adlershof am Sonntagabend tatsächlich nur Wattebäuschchen an den Kopf, während Medien tief in die handwerkliche und rhetorische Trickkiste greifen mussten, um dem groß angekündigten Format »TV-Duell« ansatzweise gerecht zu werden. Dann also doch lieber spannendes Duell der Technologie, und zwar nicht im publikumsfreien TV-Studio, sondern in 26 Messehallen auf 180.000 Quadratmetern unter dem Berliner Funkturm? Nicht ganz.

Aufregender als der Bundestagswahlkampf ist derzeit jede Messe, dafür sorgt allein schon die alle Business- und Lebensbereiche umfassende Internetvernetzung, die sich gerade auch auf der IFA wiederspiegelt. Zwischen digitalem Dampfgarer, Fernseher so flach wie Bilderrahmen, Gaming-Desktops auf dem Level vom High Performance Computing und allerlei Gadgets aus Asien können Konsumenten und der Fachhandel in Berlin ein breites Produktspektrum bestaunen und sich bisweilen sogar über Business-Lösungen und neue Fachhandelsprogramme informieren, beispielsweise bei Samsung. Oben im City Cube zeigen die Koreaner Verbrauchern, Konsumenten, dem Channel und der Presse so ziemlich alles, was ein Technologie-Mischkonzern und Smartphone-Marktführer im Sortiment führt, unten im Untergeschoss wird mit dem Handel das Weihnachtsgeschäft disponiert oder Großkunden Neuerungen für mobile, sichere Android-Plattformen vorgestellt. »Ohne unsere Sicherheitslösung Knox gäbe es kein B-2-B-Geschäft für Samsung«, sagt Martin Böker, der diesen Geschäftsbereich für die Koreaner leitet. Sein Terminplan ist durchgetaktet: Große Anwenderunternehmen, die Presse und immer wieder das für den Channel zuständige Vertriebsteam motivieren. Kein anderer Technologiekonzern auf der IFA hat einen aufwändigeren und größeren Auftritt als Samsung.

Martin Böker von Samsung
(Foto: CRN)

Auch LG nicht. Obwohl der Wettbewerber mit seinem 4k- OLED-Tunnel die spektakulärste Inszenierung vorzuweisen hat, die es – immerhin für fünf Sekunden- zum IFA-Vorbericht in die Tagesschau schaffte. LGs Nano-Cell-Fernsehgeräte wurden ebenfalls viel bestaunt, neue Projektoren, darunter ein Update des ultra-mobilen Modells sowie ein neuer Kurzdistanz-Beamer, beide auf Laser-Technologie basierend, konnte man in einem separaten Raum testen. Ab Januar wird es beim Monitorspezialisten LG auch Gaming-Displays im High-End-Segment geben – unter einer dafür neuen Marke. Neben Produktshow und Gesprächen mit dem Fachhandel setzt LG auf der IFA auch auf volles PR-Programm. Auf über 50 Pressetermine allein am IFA-Samstag kamen die LG-Manager. Die koreanische Führungsriege besuchte am Sonntag den Auftritt ihres Konzerns in Halle 18.

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