Lenovos PC-Chef Mirco Krebs im CRN-Interview: PC-Beschaffungen geht in Richtung Service-Modell

Bei der fortschreitenden Konsolidierung des PC-Marktes war Lenovo bislang auf der Gewinnerseite. Der PC-Riese kann dank seines großen Portfolios von jedem Wachstumstrend im Markt profitieren. Mirco Krebs, seit kurzem als Market Leader Germany & Austria für das PC-Geschäft verantwortlich, erläutert im CRN-Interview, wie das Unternehmen weiter wachsen will.

Mirco Krebs, ist seit dem 1. Juli 2017 als Market Leader PCSD Germany & Austria für die »PC and Smart Devices Group« von Lenovo verantwortlich
(Foto: Lenovo)

CRN: Der PC-Markt hat sich seit Jahresbeginn 2017 zwar wieder stabilisiert. Hohe Wachstumszahlen gehören aber der Vergangenheit an. Wie hat sich das PC-Geschäft bei Lenovo in diesem Jahr entwickelt?

Krebs: Laut GfK ist der »PC Sell out«, also die Verkäufe vom Handel an Endkunden, im Zeitraum Januar bis Mai 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 Prozent zurückgegangen. Wir haben in diesem Zeitraum aber Marktanteile gewonnen. Maßgeblich konnten wir dieses Wachstum im Commercial-Desktop- und Notebook-Segment erzielen. Einer der Wachstumstreiber ist unsere Initiative im Midmarket-Bereich. Unsere Ultra-Slim- und Convertible-Notebooks sowie im Desktop-Segment die »Tiny«-PCs verzeichnen weiterhin ein gutes Wachstum. Der klassische PC ist also noch lange nicht tot. Gerade Formfaktoren wie der »Tiny«, den es nun auch als Workstation gibt, zeigen, wohin auch der Weg bei klassischen Desktop-PCs gehen kann.

CRN: Worauf führen Sie diese Entwicklung zurück? Gab es spezielle Wachstumstreiber?

Krebs: Das Marktwachstum kommt ausschließlich aus dem Commercial Channel. Dieser ist laut GfK im Zeitraum Januar bis Mai gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent im Sell out gewachsen. Und Lenovo konnte sogar ein zweistelliges Wachstum erzielen. Da die GfK hier ebenfalls die Verkäufe über den Handel misst, ist dies ein gutes Signal. Es zeigt, dass wir gemeinsam mit dem Handel in den Produktbereichen Desktop und Notebook-PCs gewachsen sind. Im Jahr 2014 hatte Microsoft den Support für Windows XP Professional eingestellt, so dass viele Kunden auf das damals aktuelle Windows 7 Professional gewechselt sind. Diese PCs sind nun abgeschrieben und werden gegen neuere Hardware ausgetauscht. Selbstverständlich sehen wir eine steigende Nachfrage auch im Bereich der Convertibles. In diesem Segment ist Lenovo traditionell sehr stark vertreten, da wir hier innovative Geräte für den Businesskunden im Markt haben, die dem rauen Arbeitseinsatz mit den bekannten Qualitätsmerkmalen von Lenovo Paroli bieten.

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