»Compute Card« im Kreditkartenformat: Intel schrumpft den Mini-PC zur Steckkarte

Mit der »Compute Card« hat Intel auf der Computex einen ultrakompakten Steckkarten-PC vorgestellt, der in etwa die Grundfläche einer Kreditkarte hat und dennoch mit einer Ausstattung bis hin zu einem Core i5-Prozessor daherkommt.

(Foto: Intel)

Intel treibt das momentan boomende Segment der Mini-Computer auf die Spitze und hat auf der Computex einen ultrakompakten PC vorgestellt, der mit einer Grundfläche von nur 94,5 x 55 Millimetern nicht viel größer als eine Kreditkarte ist. Dazu ist die »Compute Card« mit fünf Millimetern auch deutlich schlanker als herkömmliche Minis und passt locker in die Hemd- oder Hosentasche. Dennoch soll das Gerät bei Bedarf durchaus eine Leistung bereitstellen, die mit manchem Desktop mithalten kann: In der stärksten der vier angekündigten Modellvarianten arbeitet ein Core i5-7Y57 Notebook-Prozessor der aktuellen siebten Generation mit der Business-Erweiterung vPro, dem immerhin vier GByte DDR3-RAM zur Seite stehen. Darüber ist im Kreditkarten-PC noch eine SSD mit 128 GByte Speicherplatz verbaut. Zur drahtlosen Kommunikation verfügt die Compute Card über integrierte Module für WLAN (802.11ac) und Bluetooth 4.2. Externe Geräte sowie die Stromversorgung können über bis zu vier USB Type-C-Ports angeschlossen werden. Alternativ gibt es das gleiche Setup auch mit einer etwas schwächeren Core m3-7Y30-CPU.

Die zwei weiteren Modelle sind hingegen deutlich abgespeckt und kommen nur mit einem Celeron N3450- beziehungsweise Pentium N4200-Prozessor sowie weniger USB-Ports. Als interner Speicher dient ihnen jeweils eine embedded Multimedia-Card (eMMC) mit 64 Flash-Speicher. Bei den üblichen Punkten wie Arbeitsspeicher und drahtloser Kommunikation entspricht die Ausstattung den beiden leistungsfähigeren Modellen, auch wenn hier statt dem Intel Wireless-AC 8265-Modul nur der kleine Bruder Wireless-AC 7265 verbaut ist. Ein spezielles Dock erweitert die Anschlüsse bei Bedarf um Möglichkeiten wie USB 3.0 Typ-A, PCIe, HDMI 2.0, Mini Displayport 1.2 und Ethernet. Zumindest mit den beiden stärkeren Modellen der Compute Card sollen laut Intel sogar zwei Displays mit 4K-Auflösung betrieben werden können. Langfristig hofft Intel darauf, dass sich das Steckkarten-Format als Standard etabliert und entsprechende Docking-Lösungen dafür bereits fest in verschiedenste Geräte integriert werden. Erste Hardware-Partner wie Dell, HP, Lenovo und Sharp haben bereits angekündigt, diese Vision bei ihren dazu passenden Geräten zu unterstützen.

Als Einsatzgebiet für die Minis sieht der Chiphersteller vor allem die Aufrüstung bestehender Geräte um smarte Funktionen im Business-Bereich. So lassen sich damit beispielsweise einfach Digital-Signage-Lösungen oder Kiosksysteme für den POS realisieren. Intel will die Compute Cards noch im Sommer auf den Markt bringen, die Preise stehen bisher noch nicht fest.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von AlfredG , 11:51 Uhr

Der verbaute Apollo Lake mit Celeron N3450 ist nicht schlecht, selbst mit nur 4GB RAM. Ich hab den im meinem Mini PC (Orbsmart AW-08 für 200€) drin, der reicht für Streaming, Office etc. dicke aus. Hängt halt davon ab was man machen will. Überhitzt ist er bisher auch nicht. Leider kein USB-C.