Luis Dreher im CRN-Interview: »Komplette Wertschöpfungskette Made in Germany«

Fujitsu produziert nicht nur IT-Systeme in Deutschland, sondern forscht und entwickelt auch am Standort in Augsburg. Wie sich dies trotz hoher Kosten und Umweltauflagen für das Unternehmen und dessen Handelspartner rechnet, erläutert Luis Dreher, Senior Director Channel Sales Deutschland.

Luis Dreher
(Foto: Fujitsu)

CRN: Herr Dreher, warum entwickelt und produziert Fujitsu in Augsburg, wenn es beispielsweise in Fernost deutlich preisgünstigere Standorte gibt?

Luis Dreher: Fujitsu ist schon lange dem Standort Deutschland verbunden. Wir sind der einzige IT-Anbieter, der Forschung und Entwicklung, die Produktion von IT-Systemen sowie Services aus Deutschland anbietet. Unser Werk in Augsburg zählt zu den weltweit modernsten Produktionsstandorten für Computer und Speichersysteme und ist die einzige verbliebene integrierte IT-Fertigung in Deutschland. Zudem verfügen wir hierzulande über Forschungs- und Entwicklungsabteilungen sowie Labore, in denen IT-Systeme und einzelne Bauteile entwickelt und getestet werden.

CRN: Ist es unter wirtschaftlichen Aspekten nicht effizienter, gleich am Standort der Komponenten- beziehungsweise Teilelieferanten produzieren zu lassen?

Dreher: Deutschland gilt wegen der im internationalen Vergleich hohen Auflagen im Bereich der Arbeitssicherheit sowie den im internationalen Vergleich relativ hohen Arbeitskosten als zu hochpreisig für die Hardwareproduktion. Der Konkurrenzkampf mit anderen Regionen, in denen wesentlich niedrigere Löhne gezahlt werden, Energie günstiger ist und Umweltauflagen niedriger sind, ist hart. Trotzdem können wir wettbewerbsfähig produzieren – und dies zu fairen Arbeitsbedingungen und unter Einhaltung der strikten Umweltauflagen hierzulande. Das Unternehmen hat außerdem Strukturen implementiert, die es erlauben, kundenspezifische Produkte mit unterschiedlichsten Volumenanforderungen kurzfristig zu produzieren und auf die jeweilige Marktsituation zu reagieren. Das Werk Augsburg mit mehr als 1.500 Mitarbeitern wird deshalb auch als atmende Fabrik bezeichnet.

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