Industrie 4.0: Neues Kompetenzzentrum: Fujitsu treibt digitale Fabrik voran

Deutschland als Fertigungsstandort hat eine Zukunft, wie Fujitsu in Augsburg seit Jahren beweist. Der IT-Konzern ist selbst Industrie 4.0-Anwender und will nun der europäischen Industrie zeigen, wie intelligente Fabriken entstehen.

Digitale Fabrik: In Europas modernster Fabrik für IT produziert Fujitsu täglich über 20.000 Clients, Server und Storage-Systeme
(Foto: CRN)

Handarbeit in Vietnam oder Indonesien, das könnte immer häufig zum Auslaufmodell in vielen Branchen werden. Ab diesem Sommer sollen in der Ansbacher Fabrik von Adidas künftig eine halbe Million Laufschuhe vom »Band«, respektive aus dem 3D-Drucker, kommen. Das rechnet sich, denn die Fertigung in der so genannten Speedfactory reduziert die Zeit von der Herstellung bis ins Regal beim Einzelhandel auf weniger als eine Woche. Robotik, 3D-Druck und das alles miteinander vernetzt macht es möglich. Statt Tausende Mitarbeiter in Asien sollen in Ansbach immerhin 160 Mitarbeiter in der Hightech-Fabrik für Adidas produzieren. Es könnte der Auftakt zu einem Umdenkprozess werden und Manager in vielen anderen Branchen dazu bewegen, ihre Produktion aus China oder anderen asiatischen Ländern wieder zurück nach Deutschland zu holen.

Nicht so bei Fujitsu. Denn der japanische IT-Konzern fertigt seit mehr als 30 Jahren PCs, Server, Storage-Systeme und neuerdings auch Komponenten für andere Firmen wie Kuka und Siemens in seinem Augsburger Werk. Rund 20.000 Geräte werden hier pro Tag hersgestellt. Es waren freilich schon mal wesentlich mehr, weshalb das Management in stetiger Regelmäßigkeit nicht müde zu betonen wird, dass »IT-Made in Germany« sehr wohl eine Zukunft habe. Mit Worten allein freilich ist eine positive Stimmung für den Standort Deutschland nicht herbeizureden.

Millionen Euro steckten die Japaner in ihre »atmende Fabrik«, um sie bei schwankenden Kapazitäten flexibel anpassen und betriebswirtschaftlich erfolgreich betreiben zu können. Das Hightech-Werk gehört in dieser Dimension zum modernsten, was die IT-Branche in Europa zu bieten hat. Wenn Fujitsu-Europachef Rolf Werner über IoT und Industrie 4.0 spricht, muss er nicht im Theoretischen verhaftet bleiben, sondern demonstriert Großkunden am eigenen Beispiel in der Schwabenmetropole, warum digitale Fabriken im Herzen Europas eine Zukunft haben.

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