Windows 10 pusht die Verkaufszahlen: Zweiter Frühling im PC-Markt

Im ersten Quartal wurden in Deutschland mehr PCs verkauft als im Vorjahr. Gefragt waren vor allem ultramobile Geräte, aber auch der Absatz von Desktop-Systemen ist gewachsen. Bis auf Asus konnten alle großen Hersteller davon profitieren.

Absatz-Einbruch bei Asus

Beim Umstieg auf Windows 10 kaufen viele Unternehmen gleichzeitig neue Hardware
(Foto: Microsoft)

Fast alle großen Hersteller konnten dank der guten Nachfrage im Unternehmensbereich merklich vom Wachstum im deutschen Markt profitieren. Mit einem Zuwachs um 14,6 Prozent auf 604.000 verkauften PCs und einem Marktanteil von 23,3 Prozent hält sich hierzulande weiterhin Lenovo an der Spitze des Feldes. Noch deutlicher ist der Vorsprung im Segment der mobilen Geräte, wo Lenovo fast ein Drittel des Marktes beherrscht. Dank einem größeren Absatzwachstum um 17,2 Prozent auf 555.000 Stück holt der Zweitplatzierte HP jedoch auf und bringt es aktuell auf einen Marktanteil von 21,4 Prozent. Bei Desktop-PCs ist HP mit einem Marktanteil von 20 Prozent sogar führend im Markt. Am meisten profitierte jedoch Acer vom wachsenden Markt und konnte 20,4 Prozent mehr PCs absetzen. Mit insgesamt 245.000 verkauften Einheiten konnte der Hersteller 9,4 Prozent des Marktes für sich vereinnahmen. Sowohl HP (37 Prozent) als auch Acer (27 Prozent) konnten im Gegensatz zu den Mitbewerbern auch im Consumer-Umfeld deutlich mehr PCs verkaufen.

Aber auch Dell auf dem vierten Platz legte um 13,9 Prozent zu und erreichte mit 224.000 verkauften PCs einen Marktanteil von 8,6 Prozent. Der große Verlierer war im ersten Quartal hingegen Asus, dessen Verkaufszahlen um 22,2 Prozent zurückgegangen sind. Vor einem Jahr noch auf dem dritten Platz, liegt der Hersteller mit 197.000 verkauften PCs und einem Marktanteil von 7,6 Prozent in Deutschland nun nur noch auf den fünften Rang. Der Hersteller hat bereits reagiert und stellt derzeit seine Strategie um. Künftig soll der Fokus vermehrt auf den Wachstumssegmenten der All-in-One- und Mittelklasse- bis Highend-Gaming-PCs liegen, während das Angebot an Desktop-PCs für Consumer merklich eingedampft wird (siehe: Asus will weg vom Desktop-PC).

Insgesamt beherrschen damit die größten drei Hersteller mehr als die Hälfte des hiesigen PC-Marktes – fast 20 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Hier zeigen sich bereits die Veränderungen in der Marktstruktur nach dem kontinuierlichen Rückgang der Verkaufszahlen in den vergangenen Jahren. Im Rahmen der damit einhergegangenen Konsolidierungswelle sind viele kleine Anbieter aus dem Massensegment verschwunden. Aus dem einst von hohen Volumina mit niedrigen Margen geprägten Markt wird ein deutlich kleinerer Markt, in dem die verbleibenden Anbieter jedoch von höheren Verkaufspreisen profitieren können. Insbesondere im Business-Umfeld spielen Anforderungen hinsichtlich der Produktivität bei Neuanschaffungen heutzutage eine größere Rolle, als der reine Preispunkt. »PC-Hersteller, die an Unternehmenskunden verkaufen, werden in diesem stark umkämpften Umfeld langfristig am besten überleben«, prognostiziert auch Escherich dementsprechend.

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