Anhaltende Allokationen im Komponentenmarkt: Die große Flash-Krise

Das Jahr 2017 bringt dem Komponentenmarkt Verwerfungen wie lange nicht mehr. Trotz der Verknappung und Preissteigerung einzelner Komponenten gibt es auch Gebiete, in denen der Fachhandel von dieser schwierigen Situation profitieren kann.

Allokationen treiben die Preise für einige Komponenten in die Höhe
(Foto: Africa Studio - Fotolia)

Der Auftakt des Jahres 2017 war für den ITK-Fachhandel sehr ambivalent. Einerseits gibt es nach einer langen Durststrecke erstmals wieder eine positive Entwicklung im PC-Markt, andererseits steigen die Preise aufgrund knapper Verfügbarkeiten bei mehreren Komponentengruppen drastisch an. Seit dem vierten Quartal des vergangenen Jahres nehmen die Verkaufszahlen von PCs, Notebooks, Ultrabooks und Hybrid-Geräten in Deutschland leicht zu. Die Marktforscher von Gartner registrierten im Schlussquartal ein Wachstum des Marktes um 4,3 Prozent auf 3,2 Millionen Geräte. Ähnlich gut verliefen auch die ersten Monate des neuen Jahres. Allerdings ist die Steigerung keine konsistente Entwicklung in allen Bereichen. Gefragt sind derzeit vor allem mobile Geräteklassen wie Hybride. Der Absatz klassischer Desktop-PCs ist hingegen weiterhin rückläufig.

Noch gravierender sind die Unterschiede bei den Kundensegmenten. Hier dominiert eindeutig der Business-Markt, der im Schlussquartal 2016 mit einem Wachstum von rund neun Prozent alleine für die positiven Signale im Gesamtmarkt verantwortlich war. Größter Treiber ist dabei die wachsende Migrationsbewegung der Unternehmen auf Windows 10. »Die gesunde Nachfrage nach PCs im vierten Quartal in Deutschland resultierte vor allem daraus, dass viele Unternehmenskunden ihre fünf bis sechs Jahre alte installierte Basis durch Windows 10 Geräte ersetzen«, erklärt Meike Escherich, Principal Analyst bei Gartner. Dieser Trend soll sich laut den Marktforschern für den Rest des Jahres fortsetzen. Gartner geht davon aus, dass sich der Investitionsstau bei Hardware in den Unternehmen in den nächsten Monaten merklich löst und insgesamt rund ein Drittel der Business-PC-Systeme in diesem Zuge ausgetauscht wird.

Neben dem Bedarf an neuen Formfaktoren, die das mobile Arbeiten besser unterstützen, kommt dabei noch ein besonderer Effekt als Verstärkung zum Tragen. Da alte Prozessoren in Windows 10 und gleichzeitig die neuen Prozessoren in alten Windows-Versionen nicht mehr unterstützt werden, geht die Beschaffung von Windows 10 und neuer Hardware oft Hand in Hand. Dementsprechend berichtet auch Intel von einer sehr guten Akzeptanz seiner neuen Kaby Lake CPU-Generation, die sich in Rekordabsätzen manifestiert. »Wir erwarten über das gesamte Jahr und über alle Formfaktoren hinweg eine robuste Nachfrage nach Endgeräten, die mit Core Prozessoren der siebten Generation ausgestattet sind«, prognostiziert Christian Lamprechter, Country Manager Deutschland und Managing Director bei Intel Deutschland, gegenüber CRN. Damit einher geht eine entsprechende Nachfrage nach den passenden Motherboards.

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