Abschied vom Tick-Tock: Das bringen Intels Kaby Lake-CPUs

Mit der siebten Generation seiner Core i-Prozessoren geht Intel neue Wege und gibt das Tick-Tock-Schema auf. Während sich der Leistungszuwachs bei den Topmodellen in Grenzen hält, machen vor allem die günstigen Pentiums einen großen Schritt nach vorne.

(Foto: Intel)

Nachdem Intel bereits Ende letzten Jahres die ersten Mobilprozessoren der siebten Core i-Generation auf den Markt gebracht hat, ist das Lineup mit den jetzt veröffentlichten Desktop-CPUs jetzt komplett. Der Leistungszuwachs der neuen Prozessorfamilie mit dem Codenamen Kaby Lake hält sich allerdings in Grenzen. Laut Intel sind etwa zwölf Prozent mehr als bei den Vorgängermodellen der Skylake-Familie drin. Diese Mehrleistung verteilt sich allerdings sehr unterschiedlich innerhalb der CPU-Familie und rührt hauptsächlich vom neuen Produktionsverfahren her, das auch eine Verbesserung der integrierten Grafikeinheit ermöglicht.

Mit Kaby Lake verlässt Intel endgültig das 2006 eingeführte Tick-Tock-Verfahren bei der Entwicklung neuer Prozessoren, nach dem im jährlichen Wechsel jeweils erst eine kleinere Fertigung (Tick) für die bestehende CPU-Architektur eingeführt wurde, bevor dann im nächsten Jahr eine neue Architektur (Tock) für die kleineren Strukturen entwickelt wurde. Wie in den letzten Jahren bereits bei einzelnen Prozessoren getestet, folgen in Zukunft als dritter Schritt die Optimierung der bestehenden Architektur und Fertigungsprozesse, bevor es an eine neue Verkleinerung der Fertigung geht. Diesem neuen Schritt sind auch die neuen Kaby Lakes zuzuordnen. Statt nach die mit Skylake eingeführte neue Architektur zu schrumpfen, hat Intel sie etwas angepasst und bleibt in der dritten Generation in Folge bei einer 14-nm-Fertigung. Allerdings hat man diese inzwischen deutlich besser im Griff und spricht dank einiger Optimierungen vom »14-nm+«-Prozess.

Dank dieser neuen Fertigungsweise konnte Intel die Taktfrequenz im Vergleich zu den Vorgängern leicht erhöhen, bei den meisten Modellen liegt sie im Normalbetrieb um 200 und im Turbo-Modus um 400 Megahertz höher als bei den Skylake-Vorgängern. Auch für Übertakter, die sich vor allem im Gaming-Segment finden, bietet Kaby Lake hier noch etwas mehr Spielraum, der sich allerdings ebenfalls in einem im Praxiseinsatz kaum spürbaren Bereich bewegt. Gleichzeitig verspricht die optimierte Basis auch einen geringeren Stromverbrauch. Ob dieser aber tatsächlich auch merklich genutzt werden kann, hängt vor allem vom Motherboard ab. In ersten Tests zeigten sich hier zumindest deutliche Unterschiede.

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