Server im Mittelstand weiter gefragt: Die Cloud ist kein Server-Killer

Auch bei KMU wächst die Akzeptanz für Cloud-Services. Server werden trotzdem gekauft, davon sind viele Hersteller überzeugt. Reseller und Systemhäuser müssen sich jedoch darauf einstellen, dass sich die Beschaffung und oft auch die Ansprechpartner beim Kunden ändern.

(Foto: Wavebreakmedia Micro Fotolia 123013856)

Cloud Computing gewinnt an Akzeptanz. Nicht nur internationale Großkonzerne, sondern auch immer mehr Mittelständler nutzen Cloud-Services für ihr Unternehmen und sparen sich so weitere Investitionen in eine eigene IT-Infrastruktur. Diese Entwicklung verändert das Geschäft für traditionelle Hardware-Hersteller und ihre Partner und lässt die Befürchtung aufkommen, dass viele Unternehmen in Zukunft gar keine eigenen Server mehr betreiben könnten.

Mittelständische Unternehmen, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden, investieren aber nach wie vor in eigene Server. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls der Report »Hardware-Einsatz in Deutschland« von IT-Budget. Der Hersteller von Serverschränken hatte dafür Ende des vergangenen Jahres 120 Geschäftsführer und Vorstände aus der mittelständischen Wirtschaft befragt. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der mittelständischen Unternehmen in Deutschland bevorzugen demnach einen eigenen Server in ihren Firmenräumlichkeiten statt ihre Daten in einer Cloud zu speichern. Beinahe zwei Drittel (62 Prozent) der Chefs gaben an, sich mit den Daten im eigenen Betrieb wohler und sicherer zu fühlen als bei der Auslagerung in die Cloud. Sie stufen die Gefahr eines Ausfalls der IT oder gar eines Datenverlustes bei der Speicherung und Verarbeitung im Unternehmen als deutlich geringer ein als in der Cloud.

Gut die Hälfte (51 Prozent) vertreten auch die Auffassung, dass die eigene IT schneller und kostengünstiger an die betrieblichen Erfordernisse angepasst werden kann, als wenn sie auf einen fremden Dienstleister vertrauen müssten. Fast genauso viele Mittelstands-Chefs (47 Prozent) nannten die geringe Abhängigkeit von einem Dritten als Hauptgrund für eigene Server. 27 Prozent sehen hier zudem Compliance-Vorteile.

Als stärkstes Argument für die Cloud-Nutzung erwies sich in der Umfrage sächlich die Kostenseite. Viele Vorstände und Geschäftsführer gehen davon aus, dass die Cloud-Lösung preisgünstiger sein könnte als der eigene Serverbetrieb. »Angesichts der zentralen Bedeutung der IT wollen aber die wenigsten Mittelständler allein aus Kostengründen in die Cloud wechseln, wenn sie gleichzeitig Angst vor Abhängigkeit und Datenverlust sowie rechtlichen Probleme haben«, interpretiert IT-Budget-Geschäftsführer Christoph Laves die Studienergebnisse.