Politik und Wirtschaft sorgen sich: Deutliche Schwächen in der Cyber-Sicherheit

Spätestens seit die Wannacry-Attacke öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser traf, ist klar: Ein Kollaps wichtiger Infrastrukturen ist eine reale Gefahr. Eine neue Sicherheits-Studie zeichnet konkreten Handlungsbedarf für Wirtschaft und Politik auf.

Klarer Handlungsauftrag

Nur eine kleine Minderheit der Entscheider aus Politik und Wirtschaft sei überzeugt, dass Deutschland so gut wie möglich auf Cyber-Angriffe vorbereitet sei, sagte Köcher. Demnach glauben fast zwei Drittel der Politiker und knapp drei Viertel der Führungskräfte nicht, dass der aktuelle Status Quo ausreiche. Zu der Frage, ob es überhaupt einen wirksamen Schutz geben könne, gebe es ein sehr unterschiedliches Meinungsbild. Vertreter aus der Politik seien dabei deutlich optimistischer. Große Einigkeit gebe es aber darüber, dass der Staat auf mehreren Ebenen, etwa über staatliche Warnsysteme, eine zentrale Anlaufstelle oder bessere Aufklärung helfen könne. Weitgehend einig waren sich die Befragten darüber, dass auf allen Ebenen die Kompetenzen zur Abwehr weiter ausgebaut werden müssten. Drei Viertel der Vertreter aus der Politik favorisieren dafür den Ausbau der Kompetenz in staatlichen Institutionen, 56 Prozent der Manager setzen dagegen auf intensive Kooperation von Wirtschaft und Politik.

Aus den Studienergebnissen sei deutlich ein Handlungsauftrag abzuleiten, sagte Katrin Rohmann. Sowohl bei der Frage der Verantwortlichkeit als auch bei rechtlichen Belangen ergebe das Meinungsbild viele offene Fragen. So gebe es aktuell eine große Zersplitterung der Kompetenzen in Bezug darauf, welche Einrichtungen sich im Fall eines Angriffs wie um die Abwehr kümmern müssten. Hier sei eine zentrale Anlaufstelle zur Bündelung der Zuständigkeiten gewünscht. Es gelte, bundesweit klare Definitionen als Voraussetzung für konkrete Abwehrstrategien zu erarbeiten.

Für die repräsentative Studie hat Deloitte gemeinsam mit dem Institut für Demoskopie Allensbach rund 500 Führungskräfte aus der Wirtschaft sowie Abgeordnete aus Länderparlamenten, dem Bundestag und dem Europaparlament befragt.

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