Fluch der Onlinepiraterie: Hacker erpressen Disney

Eine Gruppe von Hackern erpresst Disney damit, den neuen Film Fluch der Karibik 5 vorab im Internet zu veröffentlichen, wenn das Unternehmen ihnen nicht ein hohes Lösegeld in Bitcoins bezahlt.

(Foto: Walt Disney Studios)

Der Unterhaltungskonzern Disney hat derzeit mit einem hinterhältigen Erpressungsversuch durch Cyberkriminelle zu kämpfen, nachdem unbekannte Onlinepiraten seine neueste Piraten-Saga gekapert haben. Die Hacker behaupten im Besitz der Endfassung des neuen fünften Teils der erfolgreichen Blockbuster-Reihe Fluch der Karibik zu sein und drohen diesen noch vor dem Kinostart Ende des Monats im Internet zu veröffentlichen, falls Disney ihre Forderung nach der Überweisung eines hohen Lösegelds in Bitcoins nicht erfüllt. Das Unternehmen will darauf jedoch nicht eingehen und hat die US-amerikanische Bundespolizei FBI eingeschaltet, die nun nach den Hintermännern fahndet. Damit reagiert Disney genau wie vor einigen Wochen in einem ähnlichen Erpressungsfall bereits der Streaming-Dienst Netflix. Die Filmstudios und Rechteinhaber befürchten zu Recht, dass die Erfüllung der Forderungen Cybergangster weltweit zu weiteren solchen Erpressungsversuchen anspornen könnte.

Auch dieses richtige Verhalten kommt sie jedoch unter Umständen teuer zu stehen. So hatten die Kriminellen ihre Drohung im Fall von Netflix etwa wahr gemacht und die aktuelle Staffel der beliebten Serie »Orange is the New Black« den Zuschauern illegal auf mehreren Tauschbörsen und Streaming-Diensten bereitgestellt. Dadurch sind Netflix potenzielle Abonnenten verloren gegangen. Im Falle eines Kinofilms, wie jetzt bei Disney, ist der zu erwartende Schaden nochmals deutlich höher. Helfen könnte den Studios und Anbietern gegen solche Erpressungsversuche künftig immerhin das aktuelle Urteil des Europäischen Gerichtshofs, in dem die Richter auch das Nutzen solcher Streams eindeutig als illegal und damit strafbar diskreditiert haben. Auch wenn sie in der Praxis relativ unwahrscheinlich sind, werden die somit künftig drohenden Abmahnungen zumindest einen Teil der Nutzer davon abbringen, sich Filme und Serien auf solchen zwielichtigen Kanälen anzusehen.