Datenschutzmängel bei Wearables und Fitness-Apps: Verbraucherschützer mahnen Apple, Garmin & Co. ab

Die Verbraucherzentrale NRW hat zahlreiche Wearables und Fitness-Apps untersucht und teils deutliche Mängel beim Datenschutz festgestellt. Insgesamt neun Anbieter wurden abgemahnt, darunter Apple, Fitbit, Garmin, Polar, Runtastic und Under Armour.

(Foto: Kaspars Grinvalds - Fotolia)

Fitness-Armbänder, Smartwatches und Fitness-Apps sammeln unzählige Daten zur Gesundheit und zum Verhalten ihrer Nutzer und übertragen diese in den meisten Fällen an den Hersteller – in der Regel, um dem Nutzer über einen Webservice verschiedene Auswertungen anzubieten. Dabei hapert es allerdings beim Datenschutz, wie das Marktwächter-Projekt der deutschen Verbraucherzentralen bemängelt. Mitarbeiter aus NRW hatten insgesamt zwölf Wearables und 24 Fitness-Apps untersucht und festgestellt, dass diese die sensiblen Information teilweise auch mit Drittanbietern wie Analyse- und Werbediensten teilen und neben den Daten, die für das Funktionieren von Apps oder webbasierten Auswertungen notwendig sind, auch andere Daten zum Nutzungsverhalten übertragen. Zudem wurden den Verbraucherschützern zufolge bei 16 Apps schon technische Daten wie das Smartphone-Betriebssystem an Drittanbieter gesendet, bevor der Nutzer überhaupt den Nutzungsbedingungen zugestimmt hatte.

Geprüft wurden auch die Datenschutzbedingungen. Das Ergebnis: Die Anbieter würden die Nutzer häufig um Unklaren darüber lassen, was mit den Daten geschieht, kritisieren die Experten. Fünf Anbieter behalten es sich vor, die personenbezogenen Daten ihrer Nutzer bei einer Fusion oder Übernahme weiterzugeben, sechs räumen sich das Recht ein, Änderungen an den Datenschutzbestimmungen vornehmen zu können, ohne die Nutzer darüber zu informieren. Zudem waren drei Datenschutzerklärungen nur in englischer Sprache verfügbar.

Von allen untersuchten Anbietern wiesen den Verbraucherschützern zufolge nur zwei auf die besondere Sensibilität von Gesundheitsdaten hin. Nur ein Unternehmen holte für deren Verarbeitung eine separate Einwilligung von Nutzer ein.

»Verbraucher sorgen sich um ihre online gesammelten Daten. Wir können jetzt sagen: zu Recht. Die Anbieter sammeln zahlreiche – zum Teil sensible – Daten und lassen Verbraucher über deren Verwendung häufig im Unklaren. Das wollen wir nicht hinnehmen“, erklärt Ricarda Moll, Referentin der Verbraucherzentrale NRW im Marktwächter-Projekt. Die Verbraucherzentrale NRW hat daher mit Apple, Fitbit, Garmin, Jawbone, Polar, Runtastic, Striiv, Under Armour und Withings wegen Verstößen gegen Datenschutzbestimmungen abgemahnt.