Marissa Mayer zieht Konsequenz aus Datenskandal: Yahoo-Chefin verteilt ihre Boni an die Mitarbeiter

Wegen der Datenskandale in ihrem Unternehmen verzichtet Yahoo-Chefin Marissa Mayer freiwillig auf ihre Boni und will das Geld lieber an die Mitarbeiter verteilen.

Marissa Mayer verzichtet dieses Jahr zugunsten ihrer Mitarbeiter auf die ihr zustehenden Boni
(Foto: Yahoo)

Yahoo-Chefin Marissa Mayer zieht eine persönliche Konsequenz aus den Datendiebstählen der vergangenen Jahre, bei denen insgesamt rund 1,5 Milliarden Nutzerkonten kompromittiert worden waren. Sie kündigte an, dieses Jahr freiwillig sowohl auf ihren Jahresbonus als auch auf das ihr jährlich zustehende Aktienpaket zu verzichten. Damit, so Mayer, wolle sie ihrer Verantwortung für die Vorfälle gerecht werden, die sie als Chefin trage. Während den betroffenen Nutzern mit diesem ehrbaren Verzicht, an dem sich andere Manager Affären-geplagter Konzerne ein Beispiel nehmen könnten, nicht viel geholfen ist, dürften sich dafür die Mitarbeiter von Yahoo freuen. Mayer verfügte nämlich darüber hinaus, dass ihre Boni stattdessen an die Mitarbeiter verteilt werden sollen.

Gleichzeitig mit ihrer Verzichtserklärung übermittelte Mayer der US-Börsenaufsicht SEC auch die Ergebnisse der externen und internen Untersuchungen zu den Vorfällen. Daraus geht hervor, dass zumindest die Sicherheitsabteilung des Unternehmens bereits 2014 vom zweiten großen Hackerangriff erfahren hatte, bei dem knapp 500 Millionen Kundendatensätze gestohlen worden waren. Auch das Management und die Rechtsabteilung sind den Unterlagen zufolge daraufhin direkt über die Datenverluste informiert worden. Deshalb musste nun auch der Leiter der Rechtsabteilung, Ronald Bell, seinen Hut nehmen. Weitere personelle Konsequenzen gibt es aber wohl vorerst nicht. Auch wann das Unternehmen und seine Führungskräfte den ersten Angriff aus dem Jahr 2013 bemerkt haben, bei dem bereits mehr als doppelt so viele Datensätze entwendet worden waren, geht auch aus den neuen Unterlagen nicht eindeutig hervor. Öffentlich zugegeben hatte Yahoo beide Angriffe erst im Herbst 2016.