Editorial CRN 15/2018: Systemhauskooperationen machen den Weg frei

Gemeinsam gegen die Bechtles und Cancoms dieser Branche: Kleinere und mittlere Systemhäuser brauchen sich nicht zu verstecken, die richtige Verbundgruppe kann mehr als nur den Korpsgeist stählen.

Editorial

Mehr als zwei Jahrzehnte alt ist der Slogan der Volks- und Raiffeisenbank: »Wir machen den Weg frei«. Er trifft heute sogar noch mehr den Nagel auf den Kopf als früher und das nicht nur für traditionelle Aufgaben dieser Banken-Genossenschaft wie der Unterstützung des mittelständischen Gewerbes. In der ITK-Industrie sind Wegbereiter, neudeutsch »Enabler«, gefragt, die dem Fachhandel und den mittelständischen Systemhäusern Marktpotenziale der Zukunft erschließen. Es macht eben den Unterschied aus, wer nur theoretisch und opportunistisch Trends wie Cloud und Managed Services das Wort redet oder sich in Kooperationen zusammenschließt und gemeinsam Wege frei macht.

In diesem Sinne tragen Systemhausverbände viel zur positiven Geschäftsentwicklung bei, wenn ihre Mitglieder eine »unglaublich große Eigeninitiative« entwickeln und – in diesem Fall – dem von Distributor Also getragenen Also Network auch »ehrliches Feedback« geben, wie Simone Blome-Schwitzki im CRN-Interview erklärt. Einkaufskonditionen spielen in Kooperationen nicht mehr die entscheidende Rolle wie früher. Heute geht es um Vernetzung, um Know-how-Transfer, bis hin zu gemeinschaftlicher Bewältigung von komplexeren Projektgeschäften.

Die erfreuliche Entwicklung: Systemhäuser öffnen sich zunehmend dem kooperativen Gedanken, Abschottung aus Angst, Kunden an Wettbewerber zu verlieren, nimmt ab, auch wenn viele – vor allem kleinere Häuser – noch misstrauisch sind, wie Vorstand Matthias Jablonski vom IT-Verbund Kiwiko berichtet.

Martin Fryba
CRN-Chefredakteur