Michael Schickram im Porträt: Der heimatverbundener IT-Unternehmer

In der schnelllebigen IT-Branche hat die Bilanz von Michael Schickram Seltenheitswert: Seit der Gründung 1991 besteht das Systemhaus »Schickram & Feller« ohne Inhaberwechsel, Übernahmen oder Konkurs. Der Geschäftsführer bleibt seinen oberpfälzischen Wurzeln treu und setzt bei Kunden und Mitarbeitern auf Regionalität.

Der Zeitpunkt für einen Kundentermin könnte nicht ungünstiger sein: Am Heiligen Abend gegen 18 Uhr, wenn andere Leute eher an Weihnachtsgans und Geschenke denken, klingelt bei Michael Schickram das private Telefon. »Herr Schickram, sie müssen sofort kommen«, bittet ein aufgeregter Kunde, der tags zuvor einen Computer für den Sohn gekauft hat. »Der Bub weint, nichts geht.« Schickram zögert keine Sekunde und fährt zu der aufgelösten Familie. Im weihnachtlichen Wohnzimmer tauscht er mit einigen Handgriffen die Stecker für Tastatur und Maus aus. Dann beginnt in zwei Familien das Weihnachtsfest.

»Was bei uns zählt, ist der persönliche Kontakt «, fasst Michael Schickram am Ende der Anekdote seinen Grundsatz kurz und bündig zusammen. Über persönlichen Kontakt gewinnt Schickram gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Andreas Feller, seit sie 1991 im bayerischen Schwandorf das Systemhaus »Schickram & Feller « gegründet haben, Mitarbeiter, Kunden und neue Aufträge – in einer Region, die noch immer ländlich geprägt ist und nicht unbedingt als IT-Standort gilt. Die Internetseite, auf der sich das Systemhaus nach außen präsentiert, ist schlicht. Der Inhalt beschränkt sich auf das Wesentliche und das ist keine Nachlässigkeit, sondern Firmenphilosophie. »Der Kunde soll nicht meine Internetseite kennen, sondern mein Gesicht«, stellt Schickram klar.

In der knapp 30.000 Einwohner zählenden Kleinstadt Schwandorf in der bayerischen Oberpfalz gibt es wohl kaum jemanden, der das Gesicht des Unternehmers nicht kennt. Denn er ist dort aufgewachsen, zur Schule gegangen und bis heute fest verwurzelt. Nach dem Abitur zog es ihn ganz selbstverständlich an die nächstgelegene Uni nach Regensburg. »Eigentlich wollte ich Mathe auf Lehramt studieren, um in die Fußstapfen meines Vaters zu treten«, schildert er seine ursprünglichen Pläne. Allerdings hätten ihn alle gewarnt, mit diesem Studium würde er nie einen Job finden.