Lars, but not Least: So hat Trump Foxconn (nicht) in die USA gelockt

Während Donald Trump sich selbst dafür feiert, dass Foxconn in den USA für zehn Milliarden Dollar eine Mega-Fabrik bauen will, hat die Investition des taiwanischen Auftragsfertigers eigentlich ganz andere Hintergründe.

(Foto: Screenshot Twitter, realDonaldTrump)

Während Apple eine Twitter-Meldung des US-Präsidenten Donald Trump, wonach Unternehmenschef Tim Cook ihm zugesichert habe, drei große Werke in den USA zu bauen, bisher nicht bestätigen wollte, springt jetzt scheinbar der Auftragsfertiger Foxconn in die Bresche. Bei einem Treffen mit Trump sicherte Foxconn-Chef Terry Gou dem POTUS nach dessen Auskunft nochmals zu, für rund zehn Milliarden Dollar eine gigantische neue Fabrik in den USA zu bauen. In dem Werk im Bundesstaat Wisconsin sollen demnach Komponenten, insbesondere Displays, für Geräte von Foxconn-Kunden für den amerikanischen Markt hergestellt werden. In einer ersten Ausbaustufe werden dort ab 2020 laut Trump rund 3.000 Arbeitsplätze entstehen, langfristig sollen sogar bis zu 13.000 Amerikaner in der Mega-Fabrik beschäftigt werden.

Trump feierte die Ankündigung selbstverständlich direkt als Erfolg seiner wiederholten Forderungen, Konzerne notfalls mit Sanktionen wie Einfuhrzöllen dazu zu bringen, wieder mehr in den USA zu produzieren. Wäre er nicht gewählt worden, würde Foxconn sicherlich keine zehn Milliarden Dollar in den USA investieren, so Trump beim Pressetermin nach Gespräch mit Gou. Darüber hinaus sieht der Präsident in der Entscheidung einen Beweis für die Strahlkraft des Labels »Made in the USA«. Der Foxconn-Chef kommentierte diese Aussagen nicht, was aber wohl eher der Höflichkeit als seiner Zustimmung geschuldet sein dürfte. Denn die Planungen für den Bau des Produktionskomplexes laufen schon seit mehreren Jahren. Und die tatsächliche Intention Foxconns und seiner Kunden ist es vielmehr, schneller auf den Bedarf reagieren und Transportkosten sparen zu können, insbesondere bei den in den USA besonders beliebten besonders großformatigen TV-Geräten.

Viel mehr als Trump hat die Regierung von Wisconsin ihr Scherflein dazu beigetragen, Foxconn dazu zu bringen, einen Teil seiner Fertigung von Asien nach Amerika zu verlegen. Denn der Bundesstaat gewährt Firmen, die neue Arbeitsplätze schaffen, saftige Steuervergünstigungen. Im Falle von Foxconn sollen dies laut Gouverneur Scott Walker für die nächsten 15 Jahre rund drei Milliarden US-Dollar sein.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von PC-Flüsterer Bremen , 14:25 Uhr

Das ist halt einer von Drumpfs "alternativen Fakten".