21 Prozent ist Entsorgung zu aufwändig:
Deutsche horten 20 Millionen Alt-Computer

von Folker Lück (folker.lueck@crn.de)

22.10.2012

Fast jeder Dritte hortet zu Hause ausgemusterte PCs. Manche Geräte werden als »Reserve« aufbewahrt, doch etliche Nutzer bringen ihren Computer-Oldie nur deshalb nicht zum Recyclinghof, weil sie nicht wissen, wie alte Datenbestände sicher entfernt werden können.

Computernutzerin: Berge von Altgeräten lagern in deutschen Haushalten. (Foto: monster.de)

Gut 20 Millionen alte und ungenutzte Computer verstauben in deutschen Haushalten. Fast jeder dritte Deutsche (30 Prozent) hortet zu Hause mindestens einen alten PC oder ein altes Notebook, jeder zehnte gar zwei oder mehr Rechner. Im Schnitt lagert in jedem zweiten Haushalt ein ausrangierter Computer. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des IT-Verbands Bitkom ergeben. »Ältere Computer könnten oft noch sinnvoll eingesetzt werden, zudem enthalten sie wertvolle Rohstoffe, die wiederverwertbar sind", sagt Bitkom-Vizepräsident Volker Smid. Über 80 Prozent der verwendeten Materialien sind recyclingfähig. Zwar sind die Rohstoffmengen in jedem einzelnen Computer gering, Millionen Geräte können aber einen wichtigen Beitrag zum Ressourcen- und Umweltschutz leisten.

Warum werden ausgemusterte Computer von Verbrauchern noch zu Hause aufbewahrt? Die Hauptgründe: Jeder zweite (50 Prozent) Betroffene hebt ihn als Ersatz für den neuen PC auf; gut jedem fünften (21 Prozent) ist die Entsorgung zu aufwändig; jeder neunte (11 Prozent) weiß nicht, wie er private Daten auf seinem Altgerät löscht. Weiteren 6 Prozent fehlen Informationen, wie sie die alten Rechner entsorgen können.

Der Bitkom empfiehlt für das Problem der Datenlöschung den Datenträger mindestens dreimal zu überschrieben, sensible Daten mindestens siebenmal. Wem das zu aufwändig ist, der sollte zum Hammer greifen: Am zuverlässigsten ist die physikalische Zerstörung des Datenträgers, etwa durch Schreddern. Auch bei optischen Datenträgern wie CDs, DVDs oder Flash-Medien wie USB-Sticks empfiehlt es sich, den Datenträger zu zerstören. Auch defekte Datenträger sollten vor ihrer Entsorgung zerstört werden. Bei ihnen können viele Dateien rekonstruiert werden.

Entsorgung über Recyclinghöfe

Defekte und alte Computer können bei den kommunalen Abfallsammelstellen kostenlos abgegeben werden. Die Standorte dieser Recyclinghöfe erfährt man bei seinem örtlichen, kommunalen Abfallwirtschaftsbetrieb. Von dort gehen die Geräte in die Verantwortung der Hersteller über, die für eine umweltgerechte Entsorgung oder Wiederaufbereitung durch zertifizierte Recyclingunternehmen sorgen.

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