Lars, but not Least:
Kluge Phones für tumbe Köpfe

von Lars Bube (lbube@weka-fachmedien.de)

19.10.2012

Im vergangenen Monat gab es weltweit zum ersten Mal mehr als eine Milliarde Smartphones. Doch während die Telefone immer smarter werden, kann man das nicht unbedingt auch von ihren Nutzern erwarten.

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Bild: In manchem Fall ist das Phone schon heute smarter als der Nutzer. (Bild: Scott_Griesse - Fotolia.com)

Als vor gut 16 Jahren das erste Smartphone auf den Markt kam, wirkte es zunächst noch wie ein Stückchen Technik aus der Zukunft oder dem Raumschiff Enterprise. Deshalb galt es die ersten Jahre eher noch als exotisch Spielzeug für reiche Spinner und Wichtigtuer, denn als sinnvolles Gerät für mobile Kommunikation. Viel ist seither passiert und Smartphones gehören inzwischen für viele von uns fest zum Alltag. Laut den Marktforschern von Strategy Analytics wurde Anfang September erstmals die Marke von einer Milliarde Smartphones weltweit überschritten, inzwischen sind es schon beinahe 1,1 Milliarden Geräte. Wenn man allerdings heutige Jugendliche befragt, von welchem Hersteller wohl dieses erste Smartphone erdacht und gebaut worden war, bekommt man meist wie aus der Pistole geschossen die Antwort »Apple natürlich«. Dass damals Nokia der Vorreiter war können sich viele, die heute kaum mehr von ihrem Mini-Rechner lassen können, schon gar nicht mehr vorstellen. Schließlich haben seither vor allem Apple und Google das Smartphone zum Massentauglichen Gerät gemacht.

Bleibt also die Frage, ob mit den Phones auch ihre Nutzer smarter werden. So konnte ich etwa gestern in München ein junges Mädchen beobachten, das rund eine halbe Stunde auf ihrem Smartphone nach der Email-Adresse einer Kneipe suchte. Aus ihren Flüchen und Selbstgesprächen war zu entnehmen, dass sie damit einerseits wenig Erfolg hatte und andererseits deshalb in Erwägung zog, ihren Geburtstag anderswo zu feiern, wenn man »diesen Vollpfosten nicht einmal eine E-Mail schreiben kann«. Zuerst war das sehr lustig anzusehen, dann aber ergriff mich schließlich doch noch Mitleid und ich gab ihr den entscheidenden Tipp, dass es auf der Webseite, die ich inzwischen auch auf meinem Smartphone geöffnet hatte, um mir den Laden einmal anzuschauen, eine Telefonnummer gab, die man tatsächlich auch mit dem Smartphone einfach anrufen kann. Rein theoretisch zumindest, auch wenn das einen etwas altmodischen Eindruck im Freundeskreis hinterlassen könnte.

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