Lukrative Zukunftsfelder für Systemhäuser:
Systemhaus-Trends und Prominenz auf der Canalys
Worauf sich Systemhäuser jetzt vorbereiten sollen, wurde auf dem Channel Forum Canalys ausführlich vorgestellt. Apps, das Gigabit-WLAN oder IT-Sicherheitskompetenzen bieten große Wachstumschancen.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)
Kein anderes internationales Channel-Event in Europa kann mit so viel IT-Prominenz aufwarten wie die Canalys, die heuer zum fünften Mal in Barcelona stattfand. Aus den USA war Tech Data-CEO Robert Dutkowsky angereist, die Spitzen der deutschen, beziehungsweise europäischen Broadliner und Hersteller waren ebenfalls vor Ort. Neben der Frage, wohin sich die Distribution entwickelt [1], stand vor allem Networking im Vordergrund. In Einzelgesprächen konnten Reseller mit Herstellern und Distributoren die von Canalys-Analysten vorgestellten Zukunftsbereiche der IT vertiefen.
Cancom-Chef Klaus Weinmann (rechts) setzt mit seinem Vorstandskollegen Rudolf Hotter schon längst auf Apps, was Also Actebis-Chef Gustavo Möller-Hergt positiv zur Kenntnis nimmt (Foto:CRN)
Apps: Bereits jetzt ein 18-Milliarden-Dollar-Markt
»Stellen Sie App-Entwickler ein, jetzt!«, riet Canalys-Chef Brazier Systemhäusern. 18 Milliarden Dollar werden bereits direkt mit Apps sowie der darin eingebetteten Werbung umgesetzt. »Apps ersetzen Menschen, weil sie die bisher personalintensiven Dienstleistungen durch automatisierte Prozesse ablösen«. Taxibestellungen, Check-In bei Airlines oder Überwachungsaufgaben erledigten zunehmend Apps. Cancom-Chef Klaus Weinmann bestätigte im Gespräch mit CRN in Barcelona eine hohe Nachfrage gewerblicher Kunden nach Apps. Das Systemhaus handelte vorausschauend und hat sich vor kurzem am App-Entwickler Glanzkinder GmbH beteiligt (CRN berichtete [2]).
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Zukunftsfelder Gigabit-WLAN und IT-Security
HP-Manager Eric Cador: Solche Tabletswerden B2B-Kunden häufiger einsetzen. Sicherheit der Geräte, Daten und Netze müssen dann aufeinander abgestimmt werden. (Foto: CRN)
Wireless: Gigabit-WLAN setzt neue Maßstäbe802.11AC mit einer Übertragungsrate von 1 GB/Sekunde wird sich in den nächsten 18 Monaten zum Standard bei Firmennetzwerken durchsetzen. Die drahtlose Übertragungstechnologie ersetzt nach und nach LAN und eröffnet Systemhäusern neue Chancen, beispielsweise verstärkt IT-Security, und neue Anwendungen wie IP-Telefonie, UCC oder Videokonferenz-Technik zu vermarkten. Systemhäuser sollten jetzt Kompetenzen in Netzwerktechnologie aufbauen.
IT-Security: Wandel zum Berater-Systemhaus
WLAN, mobile Endgeräte in wechselnden Einsatzorten, Bring-your-own-Device und die parallele Nutzung privater und beruflicher Anwendungen werden den IT-Security-Markt erheblich beflügeln. Konzepte für eine ganzheitliche Absicherung von Daten, einschließlich Tools für das Managen und Verwalten mobiler Geräte sowie Regelungen der Zugriffsrechte und Verschlüsselungstechnologie sorgen für Wachstum. Anwender brauchen Hilfe bei der Erstellung von Sicherheitsrichtlinien, einschließlich Implementierung der Lösungen in die Infrastruktur der Unternehmen und in die »Köpfe« ihrer Angestellten.
Cloud-Unsinn und Big-Data - mehr als nur Hype
Cloud: »Wann hört dieser Unsinn auf?«
Dort, wo die IT gut funktioniert, sollte man sich hüten, sie in die Cloud zu verlegen. »Das ist nicht sinnvoll und außerdem alles andere als billig«, warnte Brazier. Der marketing-mediale Hype um Cloud lässt nach und eröffnet den Anwendern, Herstellern und dem Channel einen klareren Blick. Microsofts Korrektur des Cloud-Modells Office 365 ist ein Zeichen dafür, dass Hersteller erst noch konsistente und vor allem funktionierende Cloud-Vertriebsmodelle für die Distribution und Reseller etablieren müssen. Großes Gelächter im Auditorium löste die Frage an Hersteller aus, wann der Unsinn mit Bezeichnungen wie Cloud aufhöre. »Das müssen die Marketingleute in den USA beantworten«, wies HP-Channelmanager Pierre Jover alle Schuld von sich.
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Big Data: Hype Nummer zwei mit viel Potenzial
Anders als Cloud birgt Big Data eine echte Gelegenheit für den Channel, gute Geschäfte zu machen. Der heute schon zu verzeichnende enorme Datenanstieg wird das Hardware- und Softwaregeschäft treiben. Der Channel wird verstärkt Infrastrukturen verkaufen. Der Mehrwert von Big Data und somit ein aussichtsreiches Feld für den Channel steckt aber im Aufbau von Softwarearchitekturen, die Daten aus verschiedenen Quellen aggregieren und Tools speisen, die Unternehmen bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Solche Systemhäuser - und da ist das nächste »Buzzword« der an Wirrungen und Irrungen reichen IT-Sprache - wären als Analytics Service Provider bestens für die Zukunft aufgestellt.
[1] http://www.crn.de/distribution/artikel-97009.html
[2] http://www.crn.de/software/artikel-95827.html
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