CRN-Leser haben gewählt:
Das sind die Top-Channel-Managerinnen 2012

von Nadine Kasszian (nadine.kasszian@crn.de)

10.10.2012

Quoten haben Frauen in der IT-Branche nicht in Führungspositionen gebracht, sondern Kompetenz, Sachverstand, Erfahrung und ihr persönlicher Einsatz. Würde nur Sympathie entscheiden, auch da lägen die Channel-Managerin weit vor ihren männlichen Kollegen.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

Die Leser der CRN haben entschieden und auch in diesem Jahr die zehn Top-Managerinnen im deutschen IT-Channel gewählt. Über Sinn und Unsinn von Quoten, über Chancengleichheit und ungerechte Verteilung bei der Besetzung von Spitzenpositionen wollen und müssen wie hier auch nicht diskutieren. Letztlich zählen Kompetenz, Sachverstand, Erfahrung und persönlicher Einsatz, wie Channel-Organisationen ihre Kunden – nämlich Sie, verehrte CRN-Leser – im täglichen Geschäft unterstützen. Dass diese Aufgaben von Frauen hervorragend und vielleicht sogar besser bewältigt werden als von Männern, das haben uns Reseller immer wieder bestätigt. Sollte hier auch Sympathie im Spiel gewesen sein - und wo im Vertrieb ist das nicht der Fall! - dann haben die CRN-Leser eine gute Wahl getroffen. Aber überzeugen Sie sich selbst:

Die Siegerin: Platz 1 geht an Karin Hernik, Manager IT Channel und SMB bei Schneider Electric.

Zur Managerin des Jahres 2012 haben die Leser von CRN in diesem Jahr Karin Hernik gewählt, die bei Schneider Electric die Funktion als Manager IT Channel und SMB bekleidet. Nachdem die Integration von APC Deutschland in den Schneider Electric Konzern vor kurzem abgeschlossen wurde, positioniert sich Schneider Electric als Komplettanbieter für Energiemanagement im Markt – und Karin Hernik hat als Channelchefin eine Reihe neuer Aufgaben bekommen. Auf der Prioritätenliste ganz oben steht für die Managerin nun, die Partner bei der Vermarktung der neuen Gesamtlösungen, die von der Infrastruktur über industrielle Prozesse bis hin zu Planung und Betrieb von Rechenzentren reichen, zu unterstützen. »Unsere Partner haben jetzt Zugriff auf ein komplettes Lösungsportfolio«, sagt Karin Hernik im CRN-Gespräch.

Aber auch die Zahl der Partner, mit der Schneidet Electric im Geschäftsbereich IT Business zusammenarbeitet, möchte die Channelchefin weiter ausbauen. »Wir wollen die Partnerlandschaft vergrößern«, gibt Karin Hernik als Ziel vor. Sowohl Reseller aus dem Privatkundengeschäft, als auch Systemhäuser, die im Data Center gut aufgestellt sind, möchte die Managerin für eine künftige Zusammenarbeit gewinnen.

Bevor sie die Funktion als Channelchefin von APC übernahm, war Karin Hernik Sales Director IT bei MGE USV-Systeme. Zwischen 1997 bis 2004 hatte sie bei Eaton Powerware die Funktion als Marketing Manager DACH und Central Europe inne. Eine weitere berufliche Station war die Siemenstochter tps GmbH.

Platz 2: Roonak Emami, b.com

Zum ersten Mal in den Kreis der Top-Managerinnen wurde die B.Com-Managerin Roonak Emami gewählt. Sie verfügt über bereits gut 17 Jahre Erfahrung in der ITK-Distributionsbranche. Bevor sie 2009 zum Kölner SMB-Distributoren wechselte, war sie beim Aachener Vollsortimenter API als Vertriebsleiterin tätig. Bei B.Com leitete sie den Vertrieb in der Kölner Firmenzentrale. Im vergangenen Jahr hat Emami bei B.Com die Leitung aller Vertriebsaktivitäten, inklusive aller Niederlassungen, übernommen. Seither verantwortet sie also auch den Vertrieb der Niederlassungen in Braunschweig und Gießen.

Platz 3: Gabriele Pohl, HP

Gabriele Pohl verantwortet seit kurzem das gesamte Channelgeschäft von HPs fusionierter Drucker- und PC-Sparte PPS. Dabei hatte sich HP nach der Zusammenlegung der Sparten in Deutschland – anders als in allen anderen europäischen Ländern - für eine Channel-Doppeltspitze entschieden. Matthias Schmidt, bisher Channelverantwortlicher der Druckersparte IPG, sollte als neuer Direktor Commercial Channel der PPS das Unternehmenskundengeschäft leiten, Gabriele Pohl, zuvor Channel Sales Direktorin der PSG, sollte den Bereich Retail Channel der PPS verantworten. Nach kaum einem Monat gab Schmidt jedoch aus persönlichen Gründen seine Position auf. Seine Kollegin ist jetzt allein für den Channel der PPS zuständig.

Platz 4: Marianne Nickenig, Scansource Communications

Marianne Nickenig, Chefin des VADs ScanSource Communications in Köln, durfte sich bereits über mehrere CRN-Auszeichnungen als Top-Managerin im ITK-Channel freuen. Managerin in einer von Männern getriebenen Branche wie der IT-Distribution zu sein, sei sicherlich eine ganz besondere Herausforderung. »Ich arbeite hart, versuche darin ein Vorbild zu sein, verlange dies auch von meinen Mitarbeitern. Sich den täglichen Herausforderungen zu stellen und diese gemeinsam im Team zu bewältigen und die Erfolge zu sehen, dass ist es, was mich antreibt und mir viel Freude bereitet«, erklärt sie. Sie führte als Geschäftsführerin den Projektdistributor Algol Ende unter das Dach des Scansource-Konzerns. »Wir sind jetzt eine andere Nummer, können ganz oben mitspielen«, betonte sie anlässlich der Übernahme. Marianne Nickenig und ihre Algol bilden heute den starken kontinentaleuropäischen VAD-Arm des US-Konzerns. Der wesentliche Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Managern ist ihrer Meinung nach, dass Frauen selbst bei der branchenüblichen Hektik, »den menschlichen Faktor« im Miteinander achten. »Ich interessiere mich für die Menschen hinter den reinen Geschäftsbeziehungen, sowohl bei Mitarbeitern als auch bei Geschäftspartnern.«

Platz 5: Sabine Bendiek, Geschäftsführerin EMC Deutschland

Was es zu beachten gilt, wenn man ein Unternehmen mit Direktvertriebskultur zur Channel-Company umbaut, dürfte Sabine Bendiek mittlerweile ziemlich genau wissen. EMC ist bereits das zweite Unternehmen, das die Managerin bei dieser Umstellung begleitet. Im Channel kommt das offenbar gut an, denn die Leser von CRN haben die Geschäftsführerin von EMC in Deutschland bei der Wahl der Managerinnen des Jahres auf einen der ersten Plätze gewählt.

Sabine Bendiek ist seit 2010 Geschäftsführerin von EMC Deutschland. Zu dem Storage-Riesen kam sie just in dem Moment, als EMC, früher durch eine klare Direktvertriebskultur geprägt, den Channel stärker in den Fokus rückte. Seither hat die Nummer eins der Speicherbranche eine Reihe neuer Systemhäuser als Partner gewonnen. Im Mittelstand läuft mittlerweile der Großteil des Umsatzes über den Partnerkanal und auch im Enterprise-Geschäft möchte EMC den Channel künftig stärker einbeziehen.

Vor ihrer Tätigkeit bei EMC war Sabine Bendiek sieben Jahre bei Dell tätig. Bei dem ehemaligen Direktvermarkter arbeitete sie als Sales Director Channel ebenfalls bereits maßgeblich am Aufbau einer Channel-Organisation für Dell mit. Später hatte sie bei Dell die Funktion als Director & General Manager Small & Medium Business für Deutschland und Österreich sowie als Director SMB Channel Partners EMEA. Weitere berufliche Stationen von Sabine Bendiek waren McKinsey und Siemens Nixdorf.

Platz 6: Petra Elsäßer, Channels Sales Manager Hitachi Data Systems

Petra Elsäßer ist als Channels Sales Manager bei Hitachi Data Systemes (HDS) für die Betreuung der Fokuspartner des japanischen Storage-Spezialisten in Deutschland verantwortlich. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen im Partnervertrieb aus mehreren Unternehmen, für die die im Laufe ihrer Karriere gearbeitet hat. »Seit 1995 bin ich für verschiedene IT-Hersteller im Channel-Vertrieb tätig, unter anderem für Nortel Networks und EMC«, erinnert sich Petra Elsäßer im CRN-Gespräch. Im Jahr 2008 hat sich die Managerin als Beraterin für Channel-Konzepte und Partnervertrieb mit IN-DIREKT selbständig gemacht. Einer ihrer Kunden war damals der Speicherhersteller Pillar Data Systems für den sie zunächst als freier Channel Manager Central Europe tätig war. Zwischen 2009 und 2011 arbeitete Petra Elsäßer in einer Festanstellung für Pillar Data Systems. Anschließend wechselte sie zum NAS-Spezialisten BlueArc, der kurz darauf von Hitachi Data Systems übernommen wurde. »Seit der Integration bin ich für die Betreuung von fünf HDS Fokus-Partnern in Deutschland verantwortlich«, so die Managerin.

Platz 7: Dorit Bode, Director Partner Sales bei Microsoft

Seit April 2010 ist Dorit Bode bei Microsoft als Director Partner Sales für die Entwicklung der Systemintegratoren und Corporate Resellers für zwölf europäische Länder zuständig. Tätigkeitsschwerpunkt ist die Führung virtueller Länderteams und der Ausbau strategischer Lösungen. Mehr Partner als geplant haben ihr Microsoft-Portfolio um Cloud-Offerten erweitert, außerdem stieg die Partnerzufriedenheit, lobt ihr Arbeitgeber.

Bemerkenswert findet Bode, dass der Begriff der Diversity im Ausland positiver wahrgenommen wird. »Diversity ist mehr als Frauenquote. Sie ist der gelebte Beweis für das Erreichen hochgesteckter Ziele durch Offenheit im Dialog und Teamorientierung ohne Vorbehalte«, sagt die Managerin. Über ihre Tätigkeit bei Microsoft hinaus engagiert sie sich in sozialen Netzwerken bei der Förderung von Management-Talenten.

Platz 8: Diana Coso, Partner Sales Lead Microsoft

Im vergangenen Jahr hat Diana Coso, Partner Sales Lead Microsoft, die Wahl zur Top IT-Managerin 2011 mit überragender Mehrheit für sich entschieden. Zu diesem Zeitpunkt war sie noch Services Channel Director

Technology Services, Europe, Middle East and Africa bei HP. Auch in diesem Jahr hat die quirlige Managerin es wieder unter die Top Ten der beliebtesten und erfolgreichsten Damen im Channel geschafft. Die Leser hatten schon 2011 nicht nur ihre Stimme für Coso abgegeben, sondern vielen war es ein Bedürfnis, ihre Wahl für Coso mit lobenden Worten zu begründen: »Sie hat Herz und Sachverstand und die nötige Ruhe und Klarheit sich in der immer noch männerdominierten IT-Welt zu behaupten und scheut sich nicht, die Themen anzugehen, die dringend angegangen werden müssen.«, so eine der Zuschriften.

In ihren 20 Jahren bei HP in Böblingen hatte Coso die verschiedensten Managementposition durchlaufen. Im Juli 2012 kam der Wechsel zu Microsoft.

Platz 9: Simone Frömming, T-Systems

Als Simone Frömming im Jahr 2007 von Hersteller Oracle zu Tech Data wechselte, war sie für viele in der Distributionsszene die große Unbekannte. Frömming bewährte sich als für den Vertrieb verantwortliche Geschäftsführerin im TD-Führungsteam schnell: Vor allem stärkte sie den bis dahin schwächelnden SMB-Vertrieb und die Betreuung von KMU-Partnern durch einen massiven Personalausbau. Frömming verantwortet alsbald alle Broadline-Aktivitäten des Konzerns. Sie verließ Tech Data, um bei bei T-Systems als Senior Vice President die Verantwortung für den Large-/Major-Accounts-Vertrieb zu übernehmen.

Platz 10: Barbara Wittmann, General Manager Dell Deutschland

Barbara Wittmann gehört zu den wenigen Managerinnen, die es in Deutschland an die Spitze eines großen IT-Konzerns geschafft haben. Seit dem vergangenen Jahr ist sie als General Manager Dell Deutschland für das Deutschland-Geschäft des US-Herstellers verantwortlich. In dieser Position hat sie auch die Gesamtleitung der drei Dell-Niederlassungen in Frankfurt am Main, Halle (Saale) und München. Frau Wittmann war zuvor bereits seit 2005 als Geschäftsführerin der Dell-Niederlassung in Halle (Saale) tätig. Dort betreuen über 800 Mitarbeiter Auftraggeber der öffentlichen Hand, Unternehmens- und Privatkunden sowie Dell-Channel-Partner. Zusätzlich zu ihrer Funktion als General Manager Dell Deutschland leitet Barbara Wittmann seit Februar 2011 als General Manager Consumer and Small & Medium Business [1] (CSMB)auch das Mittelstands- und Privatkundengeschäft von Dell in Deutschland und Österreich.

Barbara Wittmann wird beim diesjährigen ITK-Spitzentreffen der CRN am 7. und 8.11.2012 die Keynote halten (mehr Infos: www.itk-spitzentreffen.de).

[1] http://www.crn.de/hardware/artikel-89020.html

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