Prognose halbiert:
Ultrabooks: Totgesagte leben länger

von Lars Bube (lbube@weka-fachmedien.de)

09.10.2012

Die Marktforscher von iSuppli haben ihre Verkaufsprognosen für Ultrabooks im laufenden Jahr halbiert. gleichzeitig warnen die Auguren jedoch davor, die Geräte deshalb als Flop abzutun. Im vierten Quartal werden sechs Millionen Stück erwartet, die Preise sollen deutlich fallen.

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iSupply rechnet mit einem kleinen Ultrabook-Wunder im vierten Quartal. (Bild: HP)

Das Ultrabook ist tot, es lebe das Ultrabook. So können die aktuellen Zahlen der Marktforscher von iSuppli [1] in einem Satz zusammengefasst werden. Oder wie iSuppli selbst formuliert: »Dude, You're Not Getting an Ultrabook«. Zunächst schocken die Analysten die Marktbeoachter, indem sie ihre erwarteten (Auslieferungs-)Zahlen für Ultrabooks um mehr als die Hälfte kürzen. Statt den bisher erwarteten 22 Millionen Ultrabooks sollen 2012 nun doch nur noch 10,3 Millionen der flachen Mobilrechner ausgeliefert werden. Im gleichen Zug wird die Prognose für 2013 von ursprünglich 61 Millionen zu verkaufenden Ultrabooks auf nur noch 44 Millionen Stück herunter geschraubt. Immerhin, so betont iSuppli, hätten Ultrabooks damit bereits Apples Mac Book Familie überholt, die es insgesamt auf 2,5 bis 3,5 Millionen verkaufte Geräte pro Jahr bringt. Vor allem der hohe Preis hindere den Markt bislang noch an schnellerem Wachstum, so die daraus resultierende Empfehlung der Marktforscher an Intel und die Hersteller. Mit etwa 600 bis 700 Dollar legen sie diese Messlatte allerdings ziemlich niedrig an, zumal mit Windows 8 im Laufe der nächsten Generationen verstärkt teure Extras wie Touchscreens in diese Gerätekategorie eingebaut werden sollen. Darüber hinaus kritisiert iSuppli mangelnde Werbung für Ultrabooks. Man habe es bislang verpasst, den Geräten ein ansprechendes Image bei den Kunden zu verpassen.

Zu guter letzt versucht iSuppli diesen schlechten Eindruck der Ultrabooks mit guten Aussichten für das vierte Quartal noch etwas zu mildern. Rund sechs Millionen Ultrabooks sollen demnach die Hallen der Hersteller in den letzten drei Monaten noch verlassen, und damit rund 60 Prozent der Jahresproduktion. Sollte also im letzten Quartal nicht noch der plötzliche Ultrabook-Kaufrausch ausbrechen, könnte es sein, dass die Zahlen für 2012 und auch 2013 noch weiter zusammengestrichen werden müssen.

[1] http://www.isuppli.com/Home-and-Consumer-Electronics/News/Pages/DudeYoure-Not-Getting-an-Ultrabook-2012-Forecast-is-Slashed-as-Pricing-and-Marketing-Disappoint.aspx

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