Tiefenthal seit 100 Tagen Deutschlandchef:
MMD startet Partnerprogramm für AOC und Philips

von Nadine Kasszian (nadine.kasszian@crn.de)

26.09.2012

Stefan Tiefenthal ist nun seit über 100 Tagen Country Manager DACH von MMD. Derzeit arbeitet der Deutschlandchef an einem Partnerprogramm, das Ende des Monats startet. Die beiden Marken AOC und Philips werden nun gemeinsam vertrieben – die Vertriebsorganisationen wurden konsolidiert.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

Stefan Tiefenthal ist seit über 100 Tagen Country Manager DACH bei MMD, Bild: MMD

Im Gespräch mit Computer Reseller News zieht Stefan Tiefenthal nach seinen ersten 100 Tagen bei MMD als Country Manager DACH Bilanz. Unter seiner Verantwortung vertreibt MMD Displays die Monitormarken Philips und AOC - Philips als A-Brand und AOC als günstigere Alternative. Das Unternehmen MMD, das die Lizenzrechte für Philips-Displays besitzt, ist genauso wie AOC eine hundertprozentige Tochter eines der weltweit größten chinesischen Displayherstellers TPV.

Tiefenthal ist sehr überzeugt von Philips als Display-Marke. »Ich bin mir sicher, dass es Systemhäuser im Markt gibt, die eine Alternative suchen«, sagt Stefan Tiefenthal. »Die Systemhäuser wollen sich nicht abhängig machen von wenigen großen Herstellern«, erläutert Tiefenthal. Bevor MMD die Vertriebsrechte für die Monitore übernommen hatte, war das Philips-Displaygeschäft am Boden. Das Geschäft mit Computer- Monitoren war einst ein wesentlicher Bestandteil des Philips- Konzerns. Zusammen mit LG wurden in zwei Joint-Ventures Röhren und LCD-Panels hergestellt. Das Röhren-Joint-Venture existiert schon länger nicht mehr. Mit dem Ausstieg aus dem Monitorgeschäft setzte Philips die Strategie fort, sich bei Elektronikartikeln auf das Consumer-Segment zu konzentrieren. Das Portfolio im IT-Bereich wurde immer mehr eingeschränkt. So wurde beispielsweise in der Vergangenheit bereits das Geschäft mit Beamern und mit Fax-Geräten eingestellt. Laut Tiefenthal ist es ein Vorteil für MMD, dass der Fokus des Unternehmens alleine auf Monitoren liegt.

Fokus alleine auf Monitoren

»Das ist bei uns jetzt natürlich völlig anders als zuvor im großen Philips-Konzern«, sagt der MMD-Deutschlandchef. Doch das Vertrauen in den Brand, das damals zerstört wurde, muss sich MMD jetzt erst wieder aufbauen. MMD sieht sich durch den Mutterkonzern TPV im Vorteil gegenüber anderen Herstellern. »Wir verfügen über ein sehr bereits Portfolio und können durch TPV im Rücken sehr flexibel auf Kundenanfragen reagieren«, so Tiefenthal.

Nun wurden zunächst die Vertriebs- und Markenteams für die beiden Marken Philips und AOC konsolidiert. Seit kurzem hat Distributionspartner Ingram Micro auch die AOC-Produkte ins Portfolio aufgenommen. Im Rahmen der Vereinbarung vertreibt der Distributor sämtliche Display-Modelle seines neuen Herstellerpartners. Dazu zählen etwa rund 60 Modelle der Style-, Professional- und Value-Serie sowie die für die mobile Generation konzipierten Monitore der myDisplay-Range.

Mit beiden Brands zusammen liegt MMD nun bei einem Marktanteil von 6,5 bis 7 Prozent, wovon rund vier Prozent auf AOC und ungefähr drei Prozent auf Philips entfallen. Besonders die Marktmacht von Philips soll in den kommenden Monaten noch deutlich ausgebaut werden. »Philips ist mit MMD erst seit kurzem wieder im Markt«, so Tiefenthal. In überschaubarer Zeit unter die Top drei der Monitormarken zu kommen, hält Tiefenthal für eine lösbare Aufgabe. Trotzdem sei es bei seiner Einstellung nicht darum gegangen, in möglichst kurzer Zeit um jeden Preis Marktanteile zu gewinnen, sondern um eine nachhaltige Geschäftsentwicklung.

Partner überzeugen

Es gelte, die Partner von den Produkten zu überzeugen. Aus diesem Grund wird das Unternehmen zum Ende des Monats mit einem Partnerprogramm an den Start gehen, das für MMD/ Philips und AOC gemeinsam ausgerollt wird. Trotzdem wird laut Tiefenthal kein Fachhändler gezwungen, beide Marken zu vertreiben. Teil des Partnerprogramms sind verschiedene Aktivitäten wie gemeinsame Business Pläne und Marketing Investitionen. Ziel ist es, vor allem das B-2-B-Geschäft anzukurbeln. »Gerade im Geschäftskundensegment gehen wir davon aus, dass wir den anderen noch etwas abgraben können«, ist sich Tiefenthal sicher. Der Manager verspricht den Resellern eine Reaktion auf Projektanfragen in 24 Stunden oder schneller.

Ansonsten bietet das Partnerprogramm viele Punkte, die im Markt Gang und Gebe sind. Tiefenthal war bereits in seiner Zeit bei LG damit betraut, das B-2-B-Geschäft aufzubauen (CRN berichtete) und kann nun nach eigenen Angaben an viele Erfahrungen aus dieser Zeit anknüpfen. Der Deutschlandchef ist in der ITK-Branche bekannt von seinen Positionen bei LG und Fujitsu. Der neue Deutschlandchef verfügt über langjährige Branchenkenntnisse. Seine Karriere führte ihn durch verschiedene Positionen in der IT-Branche. Angefangen vom IBM-Systemhaus Häussler in Stuttgart über verschiedene andere Stationen wie NEC, Toshiba, Compaq, Fujitsu und zuletzt LG Electronics. Er verfügt über umfangreiche Erfahrung im B2C- als auch B2B-Geschäft – sowohl im Marketing als auch im Vertrieb.

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