Reverse Engineering:
iPhone 5: So werden aus 230 Dollar 899 Euro
Kaum ist das iPhone 5 im freien Verkauf angekommen, schon haben es die Spezialisten von iSupply in seine Einzelteile zerlegt und daraus die Herstellungskosten errechnet. Demnach liegt der Verkaufspreis bis zu 700 Euro über dem Preis, den Apple selbst in etwa bezahlen dürfte.
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So billig wird das Edel-Produkt iPhone 5 produziert. (Quelle: iSupply)
Wie jedes Mal wenn ein neues iPhone oder iPad auf den Markt kommt, haben die Spezialisten des Marktforschungsinstituts iSupply [1] auch das iPhone 5 sofort wieder gekauft und in seine Einzelteile zerlegt. Ziel ist es herauszufinden, welche Komponenten von welchem Hersteller stammen und damit eine Schätzung zu erstellen, was die Gesamtheit der Komponenten inklusive Montage Apple kosten dürfte. Und wie schon in den Jahren zuvor zeigte sich auch beim iPhone 5 wieder eine Diskrepanz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis, von der die restliche Branche schlicht nur träumen kann.
So errechnet iSupply etwa für die kleinste Version des neuen iPhone mit 16 Gigabyte Speicher einen Herstellungspreis von insgesamt 207 US-Dollar, also rund 160 Euro. Dabei entfallen auf die Bauteile 199 Dollar (ca. 154 Euro), weitere 8 Euro kostet die Montage laut iSupply. Im Verkauf kostet das Gerät in den USA 649 US-Dollar (ca. 500 Euro) und in Deutschland und Europa sogar 679 Euro. Eine sehr nette Marge für Apple also, doch so richtig interessant wird es erst bei den beiden größeren Modellen. Denn die Herstellungskosten für das iPhone 5 mit 32 oder 64 Gigabyte Speicher liegen mit 217 beziehungsweise 230 Dollar nur unwesentlich über dem des kleinsten Modells. Dennoch sind die Preise für diese Varianten noch einmal deutlich höher, insbesondere in Europa. In Deutschland etwa beträgt der Verkaufspreis fast das Fünffache der Herstellungskosten. Der wichtigste Grund, dass das iPhone in der Herstellung ein paar Dollar teuerer als seine Vorgänger wurde, ist laut iSupply das flachere und größere Display. Und auch das neue LTE-Modul kostet knapp 10 Dollar mehr als beim iPhone 4S.
Allerdings muss bei diesen Rechenspielen auch stets darauf hingewiesen werden, dass iSupply nicht viel mehr als die reinen Hardware- und Produktionskosten addiert. Nicht mit eingepreist sind neben Transport, Marketing und Vertrieb auch die aufwendige und teure Entwicklung der Hard- und Software, sowie Lizenzgebühren an andere Hersteller.
[1] http://www.isuppli.com/Teardowns/News/Pages/iPhone5-Carries-%24199-BOM-Virtual-Teardown-Reveals.aspx
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