Karten, Mails und Messages:
Statistik: Urlaubsgrüße 2012

von Lars Bube (lbube@weka-fachmedien.de)

29.08.2012

Eine aktuelle Studie des Bitkom untersucht, auf welchem Wege die Deutschen im Urlaub am liebsten ihren Freunden und Verwandten in der Heimat schreiben. Mit teils erstaunlichen Ergebnissen.

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Während Frauen noch immer die klassische bevorzugen, schreiben Männer ihre Urlaubsgrüße lieber per Mail. (Bild: Kaiya Rose, Fotolia)

»Wenn einer eine Reise tut, dann muss er was erzählen«, könnte man frei nach Matthias Claudius sagen, wenn jedes Jahr im Sommer eine ganze Nation in den Urlaub aufbricht. Denn jedes Jahr werden Millionen von Urlaubsgrüßen und Statusmeldungen in die Heimat geschickt. Während der Inhalt vom einfachen »Alles super und die Sonne scheint auch« bis hin zu tiefenpsychologischen Betrachtungen über den Sinn der Freizeit bei drei Wochen Regenwetter reicht, gibt es bei der Form nicht so viel Abwechslung. Dennoch hat hier in den letzten Jahren ein deutliches Umdenken stattgefunden, wie eine Studie des Bitkom [1] jetzt zeigt.

War es früher beispielsweise noch völlig undenkbar, aus dem Urlaub etwas anderes als mindestens eine Postkarte zu schicken, so werden inzwischen in etwa jeweils die Hälfte der Urlaubsgrüße digital verschickt. Allerdings nicht unbedingt, weil man auf diesem Wege gleich eigene Bilder mitschicken kann und ähnliches, wie man zunächst vermuten könnte. Eher ist es wohl doch die digitale Bequemlichkeit. Ganz vorne steht dabei nämlich die SMS, mit der 26 Prozente ihre Urlaubsgrüße an die Liebsten zu Hause schicken. Ein Viertel greift auch direkt zum Telefonhörer und ruft daheim an. Dank der schnell wachsenden Verbreitung von Smartphones und Tablet-PCs setzen sich derzeit jedoch auch im Urlaub schon wieder neue Nachrichtenformen durch: So senden etwa bereits 17 Prozent der Befragten eine Email mit ihren Erlebnissen zurück nach Deutschland. Fast noch einmal genau so viele (13 Prozent) posten ihren Urlaubsstatus sogar einfach nur per Sozialem Netzwerk oder Blogdienst wie Facebook, Google+ oder Twitter in die Runde. Weitere 10 Prozent nutzen SMS-Alternativen und Chat-Tools wie WhatssApp oder iMessage.

(Grafik: Bitkom)

Die restlichen 50 Prozent gehen wie seit ehedem fast ausschließlich auf das Konto der Postkarte. Noch 2008 lag dieser Anteil mit 66 Prozent deutlich höher. Allerdings zeigen sich hier vor allem deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während Frauen mit 63 Prozent noch immer eindeutig die handgeschriebene Karte vorziehen, sind die Herren der Schöpfung lieber faul und die daheim gebliebenen bekommen nur in 43 Prozent der Fälle noch eine echte Urlaubskarte. Dafür ist das Verhältnis bei den elektronischen Varianten fast umgekehrt. So setzen 23 Prozent der Männer auf Urlaubsgrüße per Email, unter den Frauen verschicken nur 12 Prozent so unpersönlich ihre Grüße.

Doch bei aller Skepsis über digitale Urlaubsgrüße: Alles ist wohl besser jene 15 Prozent, die sich aus dem Urlaub überhaupt nicht bei ihren Liebsten melden – weder digital noch schriftlich.

[1] http://www.bitkom.org/62275_73240.aspx

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