Neue Elektroschrott-Regelung:
Verschärfte Vorschriften in Kraft getreten

von Elke von Rekowski (rekowski@tellyou.de)

16.08.2012

Mit den jetzt in Kraft getretenen verschärften Vorschriften für die Sammlung und Behandlung von Elektroschrott werden die EU-Mitgliedsstaaten stärker beim Umweltschutz in die Pflicht genommen. Bis 2016 sollen 45 Prozent der verkauften Elektronikgeräte zurückgenommen werden.

Mit verschärften Vorschriften will die EU jetzt die Voraussetzungen für die Bekämpfung illegaler Elektronschrottberge schaffen. (Foto: Bramwork - Fotolia.com).

Ab 2018 soll die Richtlinie auf alle Altgerätekategorien ausgedehnt werden. Ab 2019 müssen die Mitgliedsstaaten schließlich dafür sorgen, dass 65 Prozent des Durchschnittsgewichts der verkauften Geräte beziehungsweise 85 Prozent aller anfallenden Altgeräte im jeweiligen Land zurückgenommen werden. Welche der beiden Varianten angewendet werden, kann jeder Mitgliedsstaat selbst entscheiden.

»In diesen Zeiten der Wirtschaftskrise und der steigenden Rohstoffpreise ist Ressourceneffizienz die Schnittstelle, an der Umweltvorteile und innovative Wachstumsmöglichkeiten aufeinandertreffen. Es müssen neue Rücknahmestellen eingerichtet und die bisherigen Möglichkeiten verbessert werden«, sagt Umweltkommissar Janez Poto?nik. Er rät den Mitgliedstaaten dazu, die neuen Ziele nach Möglichkeit bereits vor dem offiziellen Termin zu erreichen.

Die neue Richtlinie soll den Mitgliedstaaten die Instrumente an die Hand geben, mit denen sie die illegale Ausfuhr von Abfällen wirksamer bekämpfen können. Denn bislang werden illegale E-Müll-Versendungen häufig als legale Verbringungen von Gebrauchtware getarnt, um die Abfallbehandlungsvorschriften der EU zu umgehen. Nach der neuen Richtlinie müssen Ausführer künftig prüfen, ob Geräte noch funktionieren, und Nachweisdokumente für die Sendungen vorlegen, bei denen gemutmaßt werden könnte, dass es sich um illegale Verbringungen handelt.

Zurzeit wird nur ein Drittel des in der EU anfallenden Elektroschrotts gesammelt. Bislang lag das Rücknahmeziel der EU, gemessen an einem jährlichen Elektroschrottaufkommen in der EU von rund zehn Millionen Tonnen, bei vier Kilogramm Elektromüll je Verbraucher bzw. bei etwa zwei Millionen Tonnen pro Jahr. Bis 2020 wird das E-Schrottvolumen auf schätzungsweise zwölf Millionen Tonnen ansteigen. Das Endziel der neuen Richtlinie von ehrgeizigen 85 Prozent des gesamten Altgeräteanfalls soll dafür sorgen, dass im Jahr 2020 in der EU rund zehn Millionen Tonnen bzw. ungefähr 20 Kilogramm pro Verbraucher separat gesammelt werden.