Connected Home aus der Box:
Google will mit »fiber« in die Wohnzimmer

von Lars Bube (lbube@weka-fachmedien.de)

06.08.2012

Mit Fiber will Google gleichzeitig Internet, Fernsehen und Heimvernetzung in die Haushalte bringen. Noch bevor Apple seine TV-Pläne offen legt, startet der Internetriese damit seinen Großangriff. Ein "kostenloses" Internetpaket soll Kunden anlocken.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

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Während die Apple-Welt noch die Foren heiß diskutiert, ob der Konzern sein Hobby Apple TV ausbauen und einen sagenumwobenen eigenen Fernseher auf den Markt bringen wird (siehe: Kommt der Apple-Fernseher von Loewe? [1]), schafft Konkurrent Google erste eigene Fakten im Rennen um die Wohnzimmer der Kunden. Das Unternehmen hat mit Fiber [2] seine Vision von einer Art Connected Home aus der Box vorgestellt und dazu gleich die passende Hardware präsentiert. Mit diesem Schritt macht Google künftig Providern, Hardwareherstellern und Content-Lieferanten gleichzeitig Konkurrenz.

Grundlage des Systems ist die Network Box als Router. Sie liefert den Glasfaser-Internetzugang über WLAN und vier LAN-Ports ins Haus. Google verspricht dem amerikanischen durchschnittshaushalt hier nicht weniger als eine Geschwindigkeitsrevolution bei einer Bandbreite von 1000 Mb pro Sekunde.

Die Network Box dient als Basis. (Bild: Google)

Internet-TV-NAS mit Android-Anschluss

Doch so richtig interessant wird Fiber erst durch die Erweiterungspakete. Mit der Storage Box wird das neue Heimnetz etwa gleich noch um einen zentralen NAS-Speicher mit 2 Terabyte Kapazität erweitert, ein weiteres Terabyte gibt es als Google Drive. Zum Vollausbau bietet Google schließlich noch die TV Box, die über die Network Box das TV-Programm bezieht und es per HDMI an einen Fernseher ausgibt. In Zusammenarbeit mit der Storage Box kann das Programm auch aufgenommen und später wiedergegeben werden.

Gleichzeitig schließt Google dabei eine immer wieder Kritisierte Lücke im eigenen Ökosystem und integriert Android-Geräte in sein Heimnetzwerk. Aktuelle Smartphones und Tablet-PCs auf Android-Basis können so beispielsweise auch als Fernbedienung verwendet werden. Praktischer Weise liefert Google im größten Paket gleich sein handliches Tablet Nexus 7 mit, ein Chromebook von Samsung kostet 299 Dollar extra.

Die Storage Box ergänzt das Netzwerk um ein NAS. (Bild: Google)

600 Dollar für lebenslang kostenloses Internet

Die ersten Interessenten können sich in den USA noch gut einen Monat lang für Fiber vor-registrieren lassen, bevor der Massenstart erfolgt. Das Premium Paket mit allen drei Boxen soll 120 US-Dollar pro Monat kosten, ohne TV-Programm werden monatlich noch 70 Dollar fällig.

Wer auf TV und Gigabit-Leitung verzichten kann, wird mit einem vermeintlich "kostenlosen" Angebot geködert. Dabei werden neben einer einmaligen Anschlussgebühr von 300 Dollar für ein Jahr jeweils 25 Dollar im Monat abgebucht. Wer dann noch nicht auf ein größeres Angebot umgestiegen ist, darf die Leitung allerdings tatsächlich künftig umsonst weiter nutzen.

Die TV Box macht das trio komplett. (Bild: Google)

[1] http://www.crn.de/hardware/artikel-95369.html
[2] http://fiber.google.com/about/

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