Gefährliche Technik:
Funktionsfähiges Sturmgewehr aus dem 3D-Drucker

von Lars Bube (lbube@weka-fachmedien.de)

03.08.2012

Ein Amerikaner will die erste funktionsfähige Waffe aus einem 3D-Drucker gebaut haben. Trotz einiger Probleme konnte er mit seinem selbst ausgedruckten halbautomatischen Plastik-Sturmgewehr des Typs AR-15 mehrere Schuss abfeuern.

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Das erste funktionierende Sturmgewehr aus dem Drucker. (Bild: haveblue.org)

So genannte 3D-Drucker, mit denen sich innerhalb von Minuten verschiedenste dreidimensionale Objekte herstellen lassen, spielen in der Industrie immer wichtigere Rolle. Sei es zum Rapid Prototyping, oder auch um schnell spezielle Einzelstücke oder Ersatzteile anzufertigen. Kein Wunder also, dass in den USA als dem großen Land der Waffenfreunde auch immer wieder einige Besitzer solcher Geräte versuchen, sich damit selbst eine Waffe auszudrucken. Doch was bei soliden Werkstücken wie Messern oder Schlagringen noch relativ einfach gelingt, stellte sich bei Schusswaffen bisher als unüberwindbare Hürde heraus. Jetzt will ein Mann aus dem Süden der Vereinigten Staaten jedoch die erste funktionierende Schusswaffe mit Hilfe seines 3D-Druckers gebaut haben.

In einem Blogbeitrag auf seiner Webseite zeigt »HaveBlue [1]« Fotos seines Plastik-Schießeisens und erklärt wie er es zusammengebaut hat. Demnach konnte er für die Druck-Pläne weitgehend auf bereits vorhandene Waffen-Baupläne für CNC-Fräsen zurückgreifen, die andere Nutzer bereits zahlreich im Internet veröffentlicht haben. Am Ende hatte er sich ein komplettes Sturmgewehr AR-15 zusammengebaut, ein Schwestermodell der amerikanischen Standard-Armee-Waffe M16, und damit 200 Schuss abgefeuert. Nach eigenen Aussagen hatte er bei den Tests lediglich mit der Automatischen Kugelnachladung erwähnenswerte Probleme, die seiner Ansicht nach jedoch eher auf einen Fehler im Bauplan als auf seine Produktionsmethode zurückgehen.

Die eigentliche

»Meine Stratasys ist schon gute 15 Jahre alt und die originalen CAD-Pläne für die AR-15 von Duke Snider stehen schon seit ungefähr 2000 im Netz. Insofern würde es mich fast wundern, wenn ich tatsächlich der erste wäre, der dumm / abenteuerlustig genug ist, den Abzug einer ausgedruckten Waffe zu betätigen. Sollte jemand also schon ähnliches versucht haben, bitte schreiben Sie mir.«, gibt sich der Waffenfreund über seine plötzliche Popularität verwundert.

Doch auch wenn der Mann damit tatsächlich als erster Mensch eine ausgedruckte Waffe abgefeuert haben dürfte, bedient er sich bei genauerem Hinsehen eines kleinen Tricks. Denn nach dem US-Waffenrecht ist lediglich das Verschlussgehäuse, in dem die Kugel gelagert und abgefeuert wird, die eigentliche Waffe; auf ihm muss deshalb auch die Seriennummer eingraviert sein. Tatsächlich war das entsprechende Teil bei HaveBlue auch selbst ausgedruckt und das Gewehr damit nach US-Waffenrecht eine gedruckte Waffe. Der Großteil der restlichen Teile seiner AR-15 stammt allerdings aus echten Gewehren und ist aus Metall. Nur so können die enormen Temperaturen und Kräfte die beim Abfeuern auftreten gebändigt werden.

[1] http://haveblue.org/?p=1321

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