Privatkunden-Markt in der Krise:
Der deutsche Consumer-Markt bricht ein

von Markus Reuter (markus.reuter@crn.de), Michaela Wurm

19.08.2010

Der Markt für Consumer-IT bricht ein: Die aktuellen GfK-Zahlen zum wöchentlichen Abverkauf liegen auf einem niedrigen Niveau. Hersteller klagen über „die schlimmsten Wochen seit Jahren“. Lesen Sie, wie die Geschäftsführer der IT-Hersteller die Situation einschätzen.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

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Toshiba-Chef Thomaere: Kaufzurückhaltung des Endkunden

Der Consumer-Markt lief im Krisenjahr 2009 wesentlicher besser als der Geschäftskunden-Markt. An IT-Hersteller mit Fokus auf Privatkunden ging die Krise spurlos vorbei, einige konnten sich sogar über steigende Absatzzahlen freuen. Doch in diesem Sommer ist der Consumrer-Markt eingebrochen. Laut dem Marktforschungs-Institut GfK liegen die wöchentlichen Abverkäufe nur noch auf einem „niedrigen Niveau“.

„Auch wir bekommen die Kaufzurückhaltung des Endkunden zu spüren. Der Abverkauf ist gebremst“, bestätigt Dirk Thomaere, General Manager von Toshiba Europe, gegenüber Computer Reseller News. Saisonale Schwankungen seien zwar nichts Ungewöhnliches, doch in dieser Qualität alarmierend. Der Grund läge nicht allein im viel zitierten Sommerloch, sondern in der generellen Entwicklung des Marktes.

Acer-Chef Stefan Engel sieht die Situation ähnlich: „In den letzten Wochen war im Consumer-Markt eine Abnahme der Abverkäufe zu beobachten, was auf die WM und die daran anschließende Schönwetterperiode mit zum Teil sehr heißen Temperaturen zurückzuführen ist.“ Bei Desktops sei ein etwas stärkerer Rückgang zu beobachten als in den anderen Produktsegmenten.

Netzwerk-Hersteller bestätigen Krise

Auch Netzwerk-Hersteller D-Link beobachtet die Schwäche im Consumer-Markt: „Die Kaufzurückhaltung ist im Wesentlichen durch zwei Faktoren bedingt: Einerseits kommt der wirtschaftliche Aufschwung bislang nicht bei den Privatkunden an. Andererseits sind diese mit Blick auf steigende Lebenshaltungskosten – etwa Krankenkassenbeiträge oder Energiekosten – verunsichert und stellen Ausgaben für Konsumgüter zurück“, betont D-Link-Chef Thomas von Baross gegenüber CRN.

Andere Hersteller sprechen hinter vorgehaltener Hand bereits von „den schlimmsten Woche, die es im IT-Consumer-Markt je gegeben hat.“ Der Umsatzrückgang im Low-End-Segment könne der stabile Premium- und Highend-Bereich nicht kompensieren, wie Toshiba-Manager Thomaere berichtet. So würden Warenlieferungen verschoben, wodurch auch der Verkauf zum Fachhandel nicht in der gewohnten Größenordnung laufen könne.

Im Business-Segment gibt es den Herstellern zufolge derzeit zwar keine nennenswerte Steigerung, aber dafür eine stabile Entwicklung.

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