Praxis: PCs im Schneckentempo:
Warum Windows-PCs »altersschwach« werden
Es ist ein altbekanntes Phänomen, dass Arbeitsstationen mit Microsoft Windows scheinbar automatisch von Jahr zu Jahr langsamer arbeiten. Doch nur in den seltensten Fällen liegt dies tatsächlich an schlechter Programmierung oder überforderter Hardware – meist würde es schon reichen, die Systeme etwas besser zu pflegen.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 2)
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Anders als beim Menschen läßt sich die Leistungsabnahme eines alternden PCs meist leicht stoppen. (Bild: Olaf Schmitz, fotolia.de)
Ganz ähnlich wie auch ihr menschliches Bedienpersonal scheinen PCs mit Microsoft Windows Betriebssystemen im Laufe der Jahre mehr und mehr von ihrer ursprünglichen Leistungsfähigkeit einzubüßen und immer langsamer zu werden. Meist werden diese Symptome von den Nutzern als natürliche Alterungserscheinungen abgetan, deren Hintergründe statt im biologischen eben in altersschwacher Hardware oder schlechtem Genmaterial (Code) vermutet werden.
Doch in Wahrheit hat der schleichende Rechnertod meist ganz andere - durchaus reparable -Ursachen, wie die Statistiken des PC-Tuning Spezialisten PC Pitstop [1] aus Sioux City, Iowa, zeigen: Sie haben in den letzten Jahren mit ihrer webbasierten Software für PC-Optimierung, -Sicherheit und -Diagnose über 200 Millionen Rechner gescannt und 10 besonders häufige Ursachen für unnötig langsame Rechenknechte ausgemacht.
Die Ergebnisse der Scans zeigen deutlich, wo und wie es bei Windows-PCs gerne hakt und sie langsamer arbeiten, als es sein müsste. Dabei wird deutlich, dass entgegen der weitläufigen Meinung meist weder Microsoft, noch die Hardware schuld sind, wenn der Rechner im Alter nicht mehr richtig will. Eher liegt es an den Benutzern, ihre Systeme besser zu pflegen und ihnen die nötige Kraftreserve freizuschaufeln. Somit ist nicht immer gleich ein neuer Rechner nötig, wenn sich der alte PC für seine Aufgabe über Gebühr Zeit lässt.
Programm- und Datenchaos als größte Bremsen
Folgende zehn Ursachen haben die Tuning-Experten als häufigste Bremser bei Windows-Systemen identifiziert:
1. Wildwuchs bei den Startprogrammen: Beim Windows-Start werden zu viele Programme geladen. Viele davon sind kleine Tools, die niemand wirklich braucht, die aber bei der Inbetriebnahme mitinstalliert wurden, später den Speicher belasten und das Hochfahren des Betriebssystems verlangsamen.
2. Beschädigte Registry: Die Registry ist das zentrale Nervensystem des Betriebssystems. Defekte machen den PC nicht nur langsamer, sondern sind eine Gefahr für die Stabilität des gesamten Systems. Oft bleiben beispielsweise Reste von deinstallierten Tools und Anwendungen in der Registry liegen und führen zu Problemen oder gar Abstürzen.
3. Fragmentierte Festplatte: Je mehr am PC gearbeitet wird, Dateien kopiert, gelöscht, hinzugefügt oder verschoben werden, desto unaufgeräumter wird die Dateistruktur auf der Festplatte. Das verlangsamt den Zugriff auf einzelne Dateien deutlich, da die Leseköpfe auf der Suche nach ihren Einzelteilen unnötig viel Zeit für das Hin- und Her springen benötigen.
Weniger Prozesse, mehr Arbeitsspeicher
4. Zu viele aktive Prozesse: Besonders Virenschutz, Firewall und sonstige Sicherheitsanwendungen, die im Hintergrund laufen und den PC ständig überprüfen, können ein Grund für einen langsamen PC sein. Die Zahl solcher Tools wächst im Lauf der Zeit, sie verbrauchen schon im »Leerlauf« so viele Systemressourcen, dass für die eigentlichen Aufgaben nur noch (zu) wenig Platz bleibt.
5. Unvollständige Deinstallation: Bei der Deinstallation von Programmen bleiben sehr oft nicht mehr benötigte Einträge in der Registry, in Systembibliotheken usw. übrig, die das System aufblähen und im schlimmsten Fall auch instabil werden lassen können.
6. Zu kleine Auslagerungsdatei: Die Auslagerungsdatei wird genutzt, um Aufgaben ausführen zu können, wenn der Arbeitsspeicher (RAM) ausgelastet ist. Ist die Auslagerungsdatei zu klein, kann Windows nicht richtig arbeiten, weil nicht alle benötigten Dateien für die Ausführung eines Programms zur Verfügung gestellt werden können. Ist die Auslagerungsdatei zu groß, wird Speicherkapazität der Festplatte geblockt, die anderswo besser genutzt werden könnte. Im Zweifelsfall lässt sich Windows hier einen Rahmen vorgeben, innerhalb dessen es den Speicherplatz automatisch verwaltet.
Hungrige Spione und volle Mülleimer
Zu viel Datenmüll ist eine der größten PC-Bremsen.
7. Spyware-Infektionen: Läuft auf einem PC im Hintergrund unbemerkt Spyware mit, dann kann das seine Performance ganz erheblich bremsen. Solche Schnüffelprogramme lesen permanent Daten aus und leiten diese an die kriminellen Urheber weiter, die sie anschließend missbrauchen oder verkaufen. Die Palette reicht hier vom einfachen Aufzeichnen des Internetverhaltens und der Tastatureingaben bis hin zum Diebstahl der Banking-Daten und Logins / Passwörter auf einem System.
8. Junk Files: Temporäre Dateien, Caches von Programmen und Internetseiten sowie nicht geleerte Papierkörbe können schnell ein sehr großes Volumen an unnützen Dateien ausmachen und so Speicherkapazität belegen, die beispielsweise für die Auslagerungsdatei dringend benötigt würde. Ordentliche Lösch-Strategien sind daher von Anfang an ein Muss.
9. Treiberprobleme: Fehlerhafte, veraltete, oder zu einer Komponente inkompatible Treiber können zu gravierenden Problemen führen. Besonders wenn es um Netzwerk/WLAN oder Grafik- und Soundadapter geht, werden diese vom Hersteller sehr häufig aktualisiert, um weniger Strom zu verbrauchen – das ist gerade für Laptops und Netbooks wichtig -, um neue Funktionalitäten hinzuzufügen oder Fehler aus vorigen Treiberversionen zu beheben.
Alten Kisten Beine machen
Die Ursache, die die Anwender selbst am häufigsten für einen langsamen Rechner verantwortlich machen, landet hingegen nur auf dem letzten Rang der zehn größten PC-Bremsen:
10. Unzureichende Hardware-Ausstattung: Zu wenig RAM, eine zu kleine Festplatte oder eine zu geringe Grafikpower, beispielsweise für 3D-Grafik, können die Performance eines PCs deutlich reduzieren. Je nach Zusammenstellung kann es sich jedoch auch hier oft lohnen nur einzelne Teile auszutauschen, die einen Flaschenhals für die Leistung darstellen, anstatt gleich einen ganz neuen PC zu kaufen.
»Wenn der PC langsamer wird, muss man nicht gleich einen neuen kaufen«, erklärt Ralf Biesemeier, bei PC Pitstop in Castrop-Rauxel für das europäische Geschäft verantwortlich. »Um einen PC optimal einzustellen, braucht man aber ein gewisses technisches Verständnis - oder man überlässt das Tuning einem Tool, das das automatisch erledigt. Mit PC Matic zum Beispiel ist für das gesamte Tuning eines PCs nur ein einziger Mausklick notwendig.«
[1] http://www.pcpitstop.com/de/
- 1. Seite: Warum Windows-PCs »altersschwach« werden
- 2. Seite: Programm- und Datenchaos als größte Bremsen
- 3. Seite: Weniger Prozesse, mehr Arbeitsspeicher
- 4. Seite: Hungrige Spione und volle Mülleimer
- 5. Seite: Alten Kisten Beine machen
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