Mobiles Arbeiten:
Citrix subventioniert private Notebooks von Mitarbeitern
Einen Zuschuss von bis zu 2100 Dollar erhält jeder Mitarbeiter von Citrix, wenn er sein privates Notebook ins Büro mitbringt und als Arbeitsgerät verwendet. Rund 18 Monate nach Start des Programms haben bereits 1400 Beschäftigte der Softwarefirma auf dieses Angebot zurückgegriffen.
Dass es viele Arbeitgeber gerne sehen, wenn ihre Mitarbeiter eigenes IT-Equipment ins Büro mitbringen oder unterwegs nutzen, ist ein offenes Geheimnis. Nach einer Studie von Gartner [1] verwenden derzeit in Deutschland rund 10 Prozent der Arbeitnehmer ihre eigenen mobilen Rechner am Arbeitsplatz (siehe unseren Bericht [2]). Bis Mitte dieses Jahres wird dieser Anteil auf 14 Prozent steigen.
Die meisten Citrix-Mitarbeiter legen auf die Prämie ihres Arbeitsgebers noch 1000 Dollar drauf und leisten sich ein repräsentives Firmen-Privat-Notebook wie etwa das Acer Ferrari.
Ein Grund für diese Entwicklung: Firmen sparen dadurch Geld; dank Desktop-Virtualisierung ist es zudem möglich, private und berufliche IT-Umgebungen parallel auf einem Notebook zu installieren.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass auch Virtualisierungsspezialist Citrix [3]den Einsatz privater mobiler Rechner am Arbeitsplatz fördert. Die Angestellten des Unternehmens erhalten beim Kauf eines neuen Systems einen Zuschuss von 2100 Dollar.
Nutzer übernehmen Support selbst
Mittlerweile haben 1800 Beschäftigte der Firma dieses Angebot aufgegriffen. »Die meisten haben 1000 Dollar draufgelegt und sich einen besseren Rechner zugelegt«, sagte Paul Martine, CIO von Citrix am Rande des »Synergy«-User-Treffens der Firma in San Francisco. Besonders beliebt sind laut Martine die luxuriösen »Ferrari«-Modelle von Acer sowie Macs.
Ein Grund für die liberale Politik von Citrix ist laut Martine, dass Mitarbeiter eh ihre Lieblingsgeräte ins Büro mitbringen und dort einsetzen: Notebooks, Blackberry- oder iPhone-Smartphones oder auch Tablet-Rechner. Citrix will seine Beschäftigten nicht durch eine stringente Politik verärgern, die nur den Einsatz bestimmter Geräten vorsieht.
Hinzu kommt der Faktor Kosten, allerdings weniger bezogen auf den Anschaffungspreis, sondern die Aufwendungen für Wartung und Support. Laut Martine achten Mitarbeiter viel stärker darauf, dass ihre IT-Geräte tadellos funktionieren, wenn es sich um ihre eigenen Rechner handelt. Das entlaste die Helpdesk- und Support-Abteilung.
Virtualisierungssoftware an Bord
Auf jedes Citrix-Notebook wird die Virtualisierungssoftware Citrix Receiver aufgespielt. Sie enthält einen Hypervisor, der es dem Nutzer erlaubt, auch dann auf eine Firmen-Desktop-Umgebung zuzugreifen, wenn er keinen Netzzugang hat.
Mit Citrix Xen Client lässt sich auf einem Notebook eine Virtual-Maschine installieren, die eine Firmen-IT-Umgebung bereitstellt.
Andere Systeme beziehen die Arbeitsumgebung von einem Citrix-Xen-Desktop-Server beziehungsweise Xen-App-Server. Der Virtual Desktop stellt dem Nutzer die benötigten Standardprogramme zur Verfügung, etwa Microsoft Office. Bei jedem Andocken an das Firmennetz werden die Daten synchronisiert.
Um einen Datendiebstahl bei Verlust eines Notebooks zu vermeiden, werden Unternehmensdaten in einem verschlüsselten Bereich auf dem System abgelegt – der Safe Zone. Laut Paul Martine hat sich dieses Vorgehen bewährt: »Bislang gerieten noch keine Firmeninformationen in fremde Hände«, so der Manager.
[1] http://www.gartner.com/
[2] http://www.networkcomputing.de/trends-maerkte/artikel-8649.html
[3] http://www.citrix.de/
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