Server-Prozessoren der nächsten Generation:
Intel zeigt nächste »Xeon«-Prozessorgeneration mit acht Kernen

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de)

06.02.2009

Auf der renommierten Fachtagung »International Solid-State Circuits Conference« (ISSCC) in San Francisco wird Intel technische Details eines Achtkern-»Xeon«-Prozessors präsentieren. Dagegen scheinen die Arbeiten an der Quad-Core-»Itanium«-CPU nicht so recht vom Fleck zu kommen.

Vom 8. bis 12. Februar findet in San Francisco die International Solid-State Circuits Conference statt. Im Vorfeld der Tagung bestätigte Intel [1], dass der Halbleiter-Hersteller dort einen Ausblick auf den Server-Prozessor der Reihe »Xeon« mit acht Kernen (Octal-Core) geben werde.

Desktop-CPUs auf Basis derNehalem-Core-i7-Architektur hat Intel bereits vorgestellt.

Die CPU, die derzeit unter dem Namen »Nehalem EX« entwickelt wird, wird ebenso wie ein Großteil von Intels Prozessoren mithilfe eines 45-Nanometer-Prozesses gefertigt. Der Aufbau entspricht weitgehend dem der Core-i7-Modelle, die Intel für Desktop-Rechner und Hochleistungsarbeitsstationen vorgesehen hat.

Drei Core-i7-Modelle verfügbar

Derzeit sind drei dieser Prozessoren verfügbar: der Core i7 920 (2,66 GHz Taktfrequenz), der 940 (2,933 GHz) und neuerdings der Core i7 965 XE (3,2 GHz). Bei allen handelt es sich um Quad-Core-Modelle mit 8000 kByte Level-3-Cache.

Ebenso wie das AMD [2] bereits vor Jahren bei den Athlons/Phenoms (Desktop) und den Opteron-CPUs (Server) getan hat, wurde bei den Nehalem-Prozessoren der Speicher-Controller in den Chip hinein verlagert. Damit entfällt der Flaschenhals Front-Side-Bus (FSB). Details zur Nehalem-Architektur sind übrigens im Beitrag »Mehr leisten – ohne mehr Leistung zu beanspruchen [3]« zu finden.

Der Nehalem EX soll in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen. Allerdings stammen diese Informationen aus Industriekreisen. Intel wollte das nicht bestätigen.

Quad-Core-Itanium kommt später

Während die Arbeiten an den Xeon-CPUs auf Basis der Core-i7-Architektur offenkundig zügig voranschreiten, gibt es bei der Vierkern-Variante des 64-Bit-Prozessores Itanium Verzögerungen.

Die RISC-CPUs mit dem Codenamen Tukwila sollte Anfang dieses Jahres auf den Markt kommen. Jetzt ist von einigen Monaten später die Rede.

Die nächste Itanium-Generation(

Ein Grund dafür ist, dass Intel noch Support für DDR-3-Speicherchips integrieren möchte. Diese RAM-Bausteine kommen auch bei der Core-i7-Architektur zum Zuge.

Außerdem soll die neue CPU so umdesignt werden, dass sie auch in die Prozessorsockel der nachfolgenden Itanium-Modelle passt. Diese werden derzeit unter dem Namen »Poulson« und »Kittson« entwickelt. Poulson soll mehr als vier Kerne pro Prozessor haben.

Umstieg auf 65 Nanometer

Tukwila wird in einem 65-nm-Prozess hergestellt. Bei den Vorgängern waren noch 90 nm Stand der Dinge. Die CPU verfügt über 30 MByte Cache und einen doppelt ausgelegten Memory-Controller. Bei »Poulson« will Intel dann auf einen 32-nm-Prozess umschwenken.

Zu den Server-Herstellern, die Systeme mit Itanium-Prozessoren anbieten, gehören Hewlett-Packard [4] (Integrity, Integrity Nonstop), Fujitsu [5], Hitachi [6] und NEC [7].

[1] http://www.intel.de/
[2] http://www.amd.de/
[3] mehr-leisten-ohne-mehr-leistung-zu-beanspruchen/
[4] http://www.hp.com/de
[5] http://www.fujitsu-siemens.de/
[6] http://www.hitachi.de/
[7] http://www.nec.de/