Lazy Friday Wenn der Rechner mal nicht will:
»Computer Rage«: Auch Rechner brauchen ab und zu Hiebe

von Lars Bube (lars.bube@crn.de), B. Reder

28.11.2008

Der eine beschimpft seinen Rechner, der andere schlägt ihn, der dritte lässt seinen Frust an unschuldigen Peripheriegeräten wie Tastatur und Display aus. Mittlerweile haben auch die Psychologen dieses Phänomen entdeckt. Sie sprechen von »Computer Rage«. Sehen Sie hier, was sich frustrierte IT-User einfallen, lassen um störrische Maschinen zur Räson zu bringen.

Es war eines der ersten im gesamten Web verbreiteten und populären Videos: Ein Angestellter im Großraumbüro regt sich über seinen nicht funktionierenden PC auf und schlägt deshalb in feinster Baseballmanier mit der Tastatur den Monitor vom Desktop.

Glaubt man Studien, wie etwa der »Computer Rage Survey« des Laboratory for Automation Psychology and Decision Processes [1] der University of Maryland, sind solche Wutausbrüche gegen Rechner inzwischen völlig normal. Die Forscher geben dem Phänomen den Namen »Computer Rage«.

Um zu zeigen, was man alles mit einem PC machen kann, haben wir die besten Clips und Bilder zum Thema »Wie zeige ich meinem PC, wer hier der Chef ist« zusammengestellt (Liebe Kinder, bitte nicht zu Hause nachmachen – das geht nur mit Profi-IT).

Schreihälse am Scanner

Noch sind die friedlichsten Wüteriche laut der Untersuchung in der Überzahl: Dennoch werden ganze zwei Drittel der PC-Nutzer gegenüber ihrem Computer zumindest »gelegentlich laut«. So berichten Teilnehmer der Studie: »Ich schreie meinen Computer regelmäßig an, weil ich genau weiß, dass er mich hört und einfach nur auslacht« oder »Ich zeige meinem PC regelmäßig den Mittelfinger.«

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Doch auch diese Gruppe kann bereits ordentlich rabiat werden: Wenn der Drucker nicht will, muss man eben den Monitor mit dem Scanner verbinden – und schon wird alles gut?!?

Die arme Maus kann doch nichts dafür

Bei aller Contenance geben über 30 Prozent der Nutzer zu, zumindest schon einmal ihre Maus oder Tastatur ordentlich auf den Tisch geknallt oder anderweitig misshandelt zu haben. Hier bewegen wir uns somit eher in der Kategorie »Ja, ich habe meinen Computer mit der Faust geschlagen – aber es hat weh getan. Ich kann es also nicht weiter empfehlen«.

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Ähnlich wird es auch diesen zwei Jungs aus Schweden ergangen sein, die mit ihrer Leistung beim Counterstrike-Turnier wohl nicht ganz so glücklich waren und den Schuldigen schnell in ihren Tastaturen ausgemacht haben. Also von wegen, Skandinavier seien kühle Menschen mit einer bewundernswerten Selbstbeherrschung.

Kein Bock auf Monitoring

Bei den meisten Usern scheint die Wut nach einer ordentlichen Attacke auf Maus oder Tastatur verraucht zu sein. Vielleicht greift bei den meisten auch ein Restbestand an Vernunft und bringt sie dazu, ihre Wut gegen preiswertere Hardware zu richten.

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Doch 1,5 Prozent der Nutzer kennen ab einem gewissen Punkt offenkundig keine Gnade mehr. Sie gaben zu, bereits einmal einen Monitor vom Tisch gestoßen oder den PC absichtlich fallen gelassen zu haben.

IT-Werkzeuge der besonderen Art

Unter den wahren Aggressoren sind »Kindereien«, wie beispielsweise den Rechner mal eben »aus Versehen« fallen zu lassen, längst verpönt. Denn jeder IT-Fachmann weiß: Ohne vernünftige Werkzeuge geht am PC gar nichts.

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Also wird mit Hammer, Tacker und anderem schwerem Gerät auf die Geräte eingedroschen. Der wahre Könner jedoch greift gleich zum Trennschneider, etwa wenn der Monitor eines Netbooks zu klein wird.

Windows für Anfänger

Ein fast überall kostenlos verfügbares (aber manchmal nicht minder gefährliches) Werkzeug ist die Schwerkraft. Sei es, dass der User, wie bereits erwähnt, die relativ geringe Beschleunigung von der Schreibtischplatte bis zum Boden ausnutzt. Besser ist jedoch die Profivariante namens »Windows«.

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Vielleicht sollten Arbeitsgeber daher Mitarbeiter, die zu cholerischen Anfällen neigen, besser in eine fensterlose Zelle, pardon »Büro«, verfrachten.

Dieses Gerät ist »für den / im Arsch«

Ein frustiger Tag im Büro; die Kollegen wälzen wieder mal ihre Arbeit auf einen ab, und dann streikt auch noch die IT.

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Da hilft eigentlich nur noch eines: Der Welt mit dem guten alten Hinterteil-Kopierer-Gag zeigen, was man von ihr hält. Richtig be*** wird der Tag dann allerdings, wenn auch der Kopierer nicht hält, was er verspricht.

Der richtige Arbeitsplatz als Grundlage

Aber nicht nur IT-Geräte müssen den harten Belastungen des Arbeitsalltags standhalten. Auch der Arbeitsplatz an sich sollte stabil genug gebaut sein, um sich nicht wegen Überlastung automatisch »herunterzufahren«.

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Der Vollwaschgang

Die ultimative Methode umfasst mehrere Schritte: zuerst physische Gewalt, dann noch die Schwerkraft hinzufügen und zu guter Letzt noch etwas Benzin. Und schon kann man völlig beruhigt den Investitionsantrag für eine neue Maschine ausfüllen.

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Wer es so weit kommen lässt, sollte in Erwägung ziehen, bei der nächsten Umfrage der University of Maryland mitmachen. Er würde darin bestimmt einen Ehrenplatz bekommen, als CIV (»Chief IT Vandal«).

Der CIO schlägt zurück

Bevor man allerdings alte und nicht richtig funktionierende IT-Gerätschaften zerstört, sollte man sicherstellen, dass der IT-Manager nicht zusieht, wenn man zur Tat schreitet.

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Denn der liebt seine Babys, und bei Gewalt gegen die Kisten wird auch der friedlichste CIO oder IT-Administrator manchmal zu einem Rambo.

[1] http://lap.umd.edu