Kein Standard, um Lebensdauer zu ermitteln:
Seagate liefert Solid-State-Drives vorerst nur an Unternehmen
Der weltgrößte Festplattenhersteller Seagate will im kommenden Jahr erstmals Solid-State-Drives auf den Markt bringen. Potenzielle Kunden haben aber noch Bedenken, ob Flash-Speicher für den Einsatz in Unternehmen auch zuverlässig genug ist.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)
Der Chiphersteller Intel verkauft Solid-State-Drives bereits für den privaten und geschäftlichen Bereich. Derweil sieht der Festplattenhersteller Seagate vorläufig noch keine Chance, Flash-Speicher profitabel im Consumer-Segment zu vertreiben. Der Markteinstieg im kommenden Jahr soll daher zunächst auf den Unternehmensbereich beschränkt bleiben. Doch auch dort, seien laut Seagate [1]-CEO Bill Watkins, viele Kunden noch skeptisch, ob die schnellen Flash-Speicherbausteine auch in puncto Zuverlässigkeit für den dauerhaften Unternehmenseinsatz tatsächlich geeignet seien.
Seagate-CEO Bill Watkins will Flash-Storage-Lösungen vorerst nur
Unternehmenskunden anbieten.
Um die Vorbehalte künftiger Businesskunden gegenüber der SSD-Technologie auszuräumen, will Seagate nun schnellstmöglich einen einheitlichen Standard für SSDs etablieren. Derzeit besteht noch kein allgemein gültiges Verfahren, um die Ausdauer und Lebenserwartung von Solid-State-Drives zu ermitteln. Die Zeit drängt allmählich für Seagate, da neben Intel auch Samsung bereits ins SSD-Geschäft eingestiegen ist. Watkins meint allerdings, dass seine Konkurrenten bisher keinen Profit mit ihren SSD-Aktivitäten erwirtschaften: »Mit Flash-Speicher kann man im Moment einfach kein Geld verdienen.«
Exponentiell wachsender Speicherbedarf bei privaten Endkunden
Wesentlich profitabler ist dagegen für Seagate das boomende Geschäft mit Consumer-Storage-Produkten. Im vergangenen Geschäftsjahr hat der weltgrößte Festplattenhersteller mit einem Marktanteil von rund 32 Prozent fast 50 Millionen Terabyte Speicher an private Endkunden verkauft. In den nächsten drei Jahren soll sich der Speicherbedarf im Consumer-Segment nochmals verdoppeln. Auf Grund des unerbittlichen Preiskampfs in der Speicherbranche haben von rund einhundert Herstellern zu Beginn der achtziger Jahre jedoch nur sechs Hersteller überlebt.
Die klassischen HDs sind derzeit noch günstiger und finden eher das
Vertrauen der Nutzer, als ihre SSD-Kollegen.
Dabei dominieren Seagate, Western Digital und Hitachi vier Fünftel des Marktes. Laut Watkins kämpfen die restlichen Hersteller wegen ihrer geringen Absatzzahlen ums nackte Überleben. Falls die weltweite Wirtschaftskrise, von der Seagate bisher relativ wenig gespürt hat, anhalten sollte, dürfte es Watkins zufolge zu einer weiteren Konsolidierung auf dem Speichermarkt kommen. Trotz einer drohenden weltweiten Rezession werde der Speicherbedarf von Unternehmen und privaten Kunden jedoch weiterhin exponenziell anwachsen.
»Unsere Kunden werden sich in den nächsten Monaten vielleicht kein neues Haus kaufen, doch der Speicherbedarf insbesondere durch Downloads aus dem Internet wird weiter wachsen. Für große Speichermengen wird die klassische Festplatte noch lange die Nase vorn haben, da bei dieser der Speicherplatz deutlich günstiger ist«, so Watkins gegenüber Computer Reseller News.
Mit freundlicher Genehmigung von Computer Reseller News [2]
[1] http://www.seagate.de/
[2] http://www.crn.de/
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