Mobile Computing: Notebooks:
Sony ruft erneut Notebook-Akkus zurück

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de)

03.11.2008

Wieder einmal ist bei Sony im wahrsten Sinne des Wortes Feuer unter dem Dach. Der Hersteller ruft wegen Brandgefahr 100.000 Notebook-Akkus zurück. Betroffen sind auch mobile Rechner von Dell, Hewlett-Packard und Toshiba.

An die 100.000 Notebook-Akkus weltweit wird Sony [1] aus dem Verkehr ziehen. Die Begründung: Es besteht die Gefahr, dass sich die Energiespeicher überhitzen und mobile Rechner beschädigen oder gar entzünden können.

Ursache der Panne sind nach Angaben der japanischen Firma Änderungen am Fertigungsprozess der Akkus und Probleme im Zusammenhang mit den Rohmaterialien, aus denen die Stromspeicher hergestellt werden.

Anhand der Seriennummer können Nutzer von Notebooks ermitteln, auch der Akku ihres Gerätes ausgetauscht werden muss.

In den USA ruft Sony 35.000 Akkus zurück. In den anderen Ländern sind weitere 65.000 betroffen. Nach Angaben der amerikanischen Consumer-Product-Safety-Commission (CPSC) wurden bislang in den USA 19 Fälle registriert, in denen es zu einer Überhitzung der Batterien kam. Bei neun Notebooks tragen erhebliche Schäden auf.

Vor allem HP-Notebooks gefährdet

Da Sony nicht nur seine eigenen »Vaio«-Mobilrechner mit Akkus aus eigener Fertigung bestückt, sondern die Batterien auch an deren Notebook-Hersteller liefert, sind auch Fremdgeräte von dem Problem betroffen.

Dell [2] beispielsweise hat eine eigene Web-Seite [3] eingerichtet, auf der Kunden nachsehen können, ob auch ihre Notebooks brandgefährdet sind. Auf einer Web-Seite der CPSC [4] sind auch die Geräte von Hewlett-Packard [5] und Toshiba [6] aufgeführt, die mit den Akkus ausgestattet sind.

In den USA müssen überwiegend HP-Notebooks überprüft werden. Dort wurden mehr als 30.000 Geräte mit den Sony-Akkus ausgestattet.

Die Stromversorgungen wurden zwischen November 2004 und Juni 2006 hergestellt und verbaut. Betroffen sie daher ältere Notebooks.

Bereits 2006 musste Sony Akkus zurückrufen. Damals waren es 9,6 Millionen Exemplare. Die Firma kostet diese Aktion rund 360 Millionen Dollar. Einen nachhaltigen Lerneffekt hat dies offenkundig bei den Sony-Verantwortlichen nicht ausgelöst.

[1] http://www.sony.de/
[2] http://www.dell.de/
[3] http://www.dellbatteryprogram.com/
[4] http://www.cpsc.gov/cpscpub/prerel/prhtml09/09035.html
[5] http://www.hp.com/de
[6] http://www.toshiba.de/

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