Kein innovatives Konzept:
Nach dem Hype: Apples iPad enttäuscht etwas
Steve Jops Apples hat mit dem »iPad« ersten Tablet-PC in San Francisco gezeigt. Der große Wurf wie beim Smartphone ist aber ausgeblieben. Das Gerät wird dem Hype vor dem Start nicht gerecht: Es handelt sich eher um ein vergrößertes iPhone.
Apple-Chef Steve Jobs präsentiert das iPad
Das bereits mehrere Monate andauernde Warten auf die Präsentation des nach iPod und iPhone neuesten Apple [1]-Produkts hat ein Ende: In San Francisco präsentierte Firmenchef Steve Jobs mit dem iPad nun den ersten Tablet-PC des Herstellers.
Das Gerät ist 13,4 Millimeter dünn, wiegt 680 Gramm und verfügt über ein 9,7" Touchscreen-Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung. Angetrieben wird das iPad wird von Apples System-on-a-Chip A4, der Akku soll eine Batterielaufzeit von bis zu zehn Stunden bieten.
Das Tablet verfügt in jedem Fall über WLAN der neuen 802.11n WLAN-Technologie und ist optional auch mit 3G-Unterstützung für Geschwindigkeiten von bis zu 7,2 Mbps in HSDPA Netzwerken erhältlich. Anders als beim iPhone lässt sich mit dem iPad Keyboard Dock auch eine traditionelle Tastatur in Normalgröße an das Gerät anschließen.
Bildergalerie: Apple präsentiert das iPad
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Wie Jobs mitteilte, wird das iPad ohne SIM-Lock – also auch ohne exklusive Provider-Partner – angeboten. In den USA kostet das Gerät in der 16 GB-Version 499 Dollar, bzw. 599 Dollar für 32 GB und 699 Dollar für 64 GB Speicher. Während Apple und der US-Provider AT&T bereits 3G Pre-Paid Datentarife mit einfacher Aktivierung und Verwaltung für das iPad ankündigten, gibt es für Deutschland bisher keine derartigen Angebote.
Wie viel Substanz steckt hinter der Euphorie?
SO hätte das neue Apple-Produkt auch aussehen können: Der Prototyp des »XO-2«
»iPad ist unsere fortschrittlichste Technologie in einem zauberhaften und revolutionären Gerät zu einem unglaublichen Preis«, erklärte Apple-Chef Steve Jobs gewohnt blumig bei der Produktvorstellung. »iPad schafft und definiert eine völlig neue Gerätekategorie, welche die Nutzer mit den Anwendungen und Inhalten auf eine viel intimere, intuitivere und spaßigere Art und Weise miteinander in Verbindung treten lässt als jemals zuvor.«
Nach Ansicht des Herstellers eignet sich das iPad für verschiedenste Anwendungen: Nicht nur biete das Tablet eine hervorragende Internet-Erfahrung und ermögliche es, Musik mit der neuen iTunes LP-Funktion mit einer adäquaten optischen Umsetzung zu genießen – auch das Lesen von Zeitungen und eBooks werde mit dem Gerät deutlich attraktiver.
Zudem laufen fast alle der über 140.000 iPhone-Anwendungen aus dem App Store auf dem iPad, also auch die vielgenutzten Gaming-Anwendungen. Beim iPad-Launch präsentierte Apple auch eine spezielle Version der Office-Suite iWork, die speziell für Multi-Touch entwickelt wurde und ab sofort im App Store für 9,99 US-Dollar angeboten wird.
Dennoch sorgte das iPad beim Launch in San Francisco für keine echte Begeisterung. Nachdem der Hersteller mit dem iPhone schon eine vergrößerte Version des Apple-Meilensteins iPod auf den Markt gebracht hat, scheint man das Erfolgsformat nur ein weiteres Mal »aufgeblasen« zu haben. Wer auf eine echte Antwort von Apple auf den Netbook-Boom oder gar einen aus zwei Touchscreens bestehenden Mini-Computer wie den Prototyp für die zweite Generation des »100 Dollar Laptops« XO [2] gewartet hatte, wurde enttäuscht.
Doch sorgte bereits der große Rummel im Vorfeld der iPad-Launch für eine Publicity, die einen Erfolg des neuen Apple-Produkts so gut wie sicher erscheinen lässt. Und auch für die nächste Apple-Bilanz scheint vorgesorgt: Nachdem das iPhone den Preispunkt der iPods bereits deutlich übertraf, hat der Hersteller mit dem iPad noch einmal kräftig draufgelegt.
[1] http://www.apple.com/de
[2] http://crn.de/showArticle.jhtml?articleID=207801520
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