Mobile Kleinrechner im Praxistest:
Test: Netbooks im Büroalltag
Sechs Monate lang hat Network Computing zwei Netbooks mit unterschiedlichen Betriebssystemen auf ihre Business-Tauglichkeit hin geprüft: das Samsung NC10 und ein Asus EeePC 901. Hier der kompakte Bericht zu den kompakten Begleitern.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)
Zwei Netbooks haben das Testteam in den vergangenen Monaten auf Schritt und Tritt begleitet: Ein Samsung [1] »NC10 und ein Asus [2] »EeePC 901«. Beide Rechner bringen eine 1,6 GHz schnelle Atom-CPU, 1 GByte RAM sowie ein TFT-Display mit 1024 x 600 Pixeln mit.
Die zwei Testkandidaten: das Samsung NC 10 (links) und der EeePC 901 von Asus (rechts).
Beide Kontrahenten sind zudem mit einem LAN-Adapter, WLAN und einem UMTS-Modem ausgestattet. Während das Samsung-Testgerät mit einer 160-GByte-Platte arbeitet, genügt dem Asus eine 16-GByte-SSD-Karte (Solid-State-Drive) Unterstützend hat Network Computing dem Gerät eine zusätzliche 16-GByte-SD-Karte eingebaut.
NC10 kontra EeePC 901
Der EeePC 901 ist etwas kleiner als der NC10, dafür aber dicker. Ohne Festplatte läuft der EeePC bis zu 7 Stunden. So lange hält es der NC10 nicht aus: Nach etwas über 5 Stunden ist hier Schluss.
Das TFT des NC10 ist etwas größer und schärfer, aber nicht ganz so hell das des Asus-Netbook.
Der größte Kritikpunkt bei Asus ist die kleine Tastatur. Hier hat der NC10 ganz klar die Nase vorne. Dessen Tasten fallen nahezu so groß wie bei einem normalen Notebook aus. Für Vielschreiber ist das Keyboard des 901 eher eine Zumutung. Fazit: Der NC10 hat im direkten Vergleich leicht die Nase vorne. Vor allem mit seiner guten Tastatur kann er punkten.
Windows XP kontra Windows 7 kontra Linux
Als Basissysteme liefern Samsung und Asus eine modifizierte und abgespeckte Version von Windows-XP aus. Diese ist vollständig an die Hardware angepasst und liefert alle benötigten Treiber mit.
Die Performance ist gut, zumindest am Anfang der Tests. Wer viel mit Software »spielt«, also Programme installiert und wieder entfernt, kann allerdings den langsamen Verfall seiner Installation mitverfolgen.
Deutlich früher als bei Desktops fällt die immer länger dauernde Startphase ins Gewicht. Beim EeePC 901 mit der 16-GByte-Flash-Platte stößt der Anwender zudem sehr schnell an die Kapazitätsgrenzen des Speichermediums.
Flottes Windows 7
Windows 7 zeigte schon mit dem Release-Candidate, dass Microsoft aus den Vista-Fehlern mehr als deutlich gelernt hat. Trotz schmächtiger CPU geht das neue Windows auf beiden Winzlingen recht zügig ans Werk.
Stellenweise macht Windows 7 dabei sogar einen flotteren Eindruck als das vorinstallierte XP. Bei beiden Netbooks fehlte die Unterstützung für das Huawei-UMTS-Modem in Windows 7. Das dürfte sich allerdings mit dem Erscheinen des finalen Releases des Betriebssystem geändert haben.
Ubuntu-Netbook-Remix
Das »Killer-OS« für Netbooks ist unter dem Strich allerdings ein Linux-Derivat: Ubuntu 9.10 in der Netbook-Remix-Variante. Das schlanke Betriebssystem fährt die kleinen PCs in weniger als der Hälfte der Starzeit eines Windows hoch. Das sehr übersichtliche Startmenü passt sich optimal an die Bildschirme mit geringer Auflösung an und quetscht die Applikationsfenster optimal in die Höhe.
Ubuntu erkennt bei beiden Geräten auf Anhieb alle vorhandenen Geräte und bindet sie nahtlos in die Systemkonfiguration ein. Zudem unterstützt die Software die Energiesparfunktionen. Es dunkelt den Bildschirm bei Akkubetrieb automatisch auf und ab. Auch Standby (Suspend to RAM) und der Ruhezustand (Suspend to Disk) arbeiten auf beiden Testgeräten.
Eine vergleichsweise »fette« Installation mit diversen Zubehörprogrammen belegt hier gerade mal 4,3 GByte Plattenplatz. Damit reicht dem EeePC die 16-GByte-SSD völlig aus. Im Zweifelsfall kann der Anwender für ein paar Euro mehr eine 16-GByte-SD-Card als Erweiterung hinzufügen.
Sparsam mit Anwendungen umgehen
Bei den Applikationen sollte sich der Business-Anwender auf das Nötigste konzentrieren. Komplexe Entwicklungsumgebungen mit SQL-Server, ein Photoshop-Setup mit Filter-Bibliothek, Videoschnitt-Tools oder ein fetter Notes-Client machen auf den schlanken Maschinen wenig Spaß.
Dabei bremst den Anwender nicht die schwache Atom-CPU aus. Vielmehr reicht das knappe 1024x600-Pixel-Display nicht aus, um sinnvoll mit »fetten« Applikationen zu arbeiten. Für Mail-, Internet- und Office-Tools reicht die Plattform mit Windows oder Linux jedoch aus.
Fazit
Im direkten Vergleich besiegt der Samsung NC10 denn EeePC 901, in erster Linie weil er die deutlich bessere Tastatur besitzt. Dafür läuft der EeePC etwas sparsamer und damit länger auf Akku
Wer auf Windows verzichten kann und seine Arbeit mit Open-Source-Tools wie Open-Office, Abiword, Thunderbird und Gimp erledigen kann, bekommt mit Ubuntu 9.10 Netbook-Remix die optimale Betriebssystem-Plattform für die schlanken Mobil-PCs.
Wer zwingend auf Windows-Applikationen angewiesen ist, kann sich auf dem Netbook von XP verabschieden und Windows 7 einsetzen.
[1] http://www.samsung.de/
[2] http://www.asus.de/
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