Der eigene Shop:
Jeder vierte Online-Händler unterschätzt die Kosten

von Elke von Rekowski (rekowski@tellyou.de)

27.09.2012

Die Kosten für die Einführung eines eigenen Shops im Internet sind häufig höher als zunächst angenommen. Eine aktuelle Umfrage Befragung des ECC Handel in Zusammenarbeit mit der XSITE GmbH zeigt, dass immerhin jeder vierte Online-Händler die Kosten unterschätzt.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

Die Einführung und der Betrieb eines eigenen Shops im Netz sind teurer als viele vermuten (Foto: Gina Sanders - Fotolia.com).

Laut den Umfrageergebnissen spielt der Preis eines Shop-Systems auf den ersten Blick eine untergeordnete Rolle. Wichtiger bei der Wahl eines Anbieters sind die angebotenen Funktionalitäten sowie die Möglichkeit den Shop auch nachträglich flexibel erweitern und anpassen zu können. Rund die Hälfte der befragten Online-Händler setzt bei ihrer Entscheidung auf zukunftsfähige Systeme. Überraschend: Nur 17,3 Prozent der Befragten haben auf eine Import-/Export-Funktion geachtet, obwohl mehr als jeder Dritte bereits einmal das Shop-System gewechselt hat und somit vermutlich damit konfrontiert war, Kunden- und Bestelldaten in ein neues System zu übertragen.

Die Umfrage zeigt außerdem, dass Open Source-Lösungen, die auch aufgrund ihrer freien Verfügbarkeit häufig gewählt werden, sich oft als deutlich teurere Variante als zuvor angenommen entpuppen: 14,3 Prozent der Online-Händler, die Open-Source-Lösungen verwenden, rechneten mit Kosten von über 25.000 Euro. Zum Vergleich: 80 Prozent der Händler, die auf eine individuelle Shop-Lösung setzen, rechneten mit Kosten von rund 5.000 Euro. Die Gründe dafür, dass die Ausgaben für die Implementierung häufig über den erwarteten Kosten, sind vielfältig: Neben der Systemintegration selbst fallen auch fehlendes Know-how und erhöhter Personalaufwand ins Gewicht. »Händler, die planen einen Online-Shop zu eröffnen, sollten sich bereits früh Gedanken über potenzielle Erweiterungen und zukünftige Anforderungen machen«, sagt Aline Eckstein, Bereichsleiterin des ECC Handel am IFH Köln. Auf diese Weise könne verhindert werden, dass man nicht doch noch von Kosten, die für Anpassungen im Nachhinein oder durch den Austausch eines Shop-Systems entstehen, überrollt werde.

Teures Marketing

Nicht nur bei der Einrichtung des Shops entstehen Kosten, auch der Betrieb fällt ins Gewicht. Kostentreiber Nummer eins sind dabei Marketingausgaben. 44,4 Prozent der befragten Online-Händler gaben an, dass diese der größte Block unter den laufenden Kosten seien – für jeden Vierten ist dies immerhin der zweitgrößte Treiber. Vor allem die Themen Suchmaschinenmarketing und -optimierung stehen dabei oben auf der Liste. Die Positionen »Redaktion und Content-Pflege« (78,4 Prozent), die regelmäßigen Kosten für das Shop-System (70,3 Prozent) sowie Kosten, die während der Kaufabwicklung entstehen (62,3 Prozent), folgen auf den Plätzen zwei, drei und vier der laufenden Ausgaben.

»Für einen wirtschaftlich erfolgreichen Shop ist es entscheidend, neben der Implementierung auch die laufenden Kosten von vornherein richtig einzuschätzen«, sagt XSITE Marketing Director Christoph Heiders. Er rät den Betreibern von Online-Shops dringend dazu, bei der Auswahl des Dienstleisters auf eine in jeder Hinsicht transparente Kostenstruktur zu achten.

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