CRN Etail Summit 2010:
Etail Summit feiert erfolgreiche Premiere in Köln

von Matthias Hell (matthias.hell@crn.de)

15.10.2010

Nach drei Veranstaltungen in München hat CRN den Etail Summit zum ersten Mal über den »Weißwurstäquator« gebracht: In Köln bekamen die Besucher des E-Commerce Events für die ITK-Branche praxisnahe Vorträge auf hohem Niveau zu hören und konnten wertvolle Kontakte knüpfen.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 6)

32,5 Millionen Bundesbürger haben laut dem Bundesverband des Deutschen Versandhandels 2009 im Internet eingekauft, Tendenz steigend. Und wenn in einigen Jahren die sogenannten »Digital Natives« in das Erwerbsleben einsteigen, wird sich der Online-Anteil noch einmal deutlich erhöhen. Auch für die ITK-Branche führt daher kein Weg am E-Commerce vorbei. Um den Händlern, Herstellern und Distributoren dabei eine Orientierungshilfe zu bieten, hat CRN seit 2008 bereits drei Mal in München den Etail Summit veranstaltet. Nun kam das speziell auf die Bedürfnisse der ITK-Branche ausgerichtete E-Commerce Event zum ersten Mal nach Köln.

Im geschmackvollen Ambiente des Renaissance Köln Hotels konnten die Teilnehmer des Etail Summit einen Tag lang wertvolle Kontakte knüpfen und hochkarätige Vorträge verfolgen: So informierte Innovationsprofessor Marc Drüner über Entwicklungstendenzen im Web 2.0 und wie sich dort heute schon Geld verdienen lässt. Ihre Antworten auf die Herausforderung aus dem Netz präsentierten Führungskräfte von wichtigen Playern wie Microsoft, DHL und Giropay. Und in zwei Experten-Panels zu den Themen Shop-Software und E-Commerce-Dienstleister erhielten die Besucher der Veranstaltung einen guten Überblick über das Spektrum der angebotenen Lösungen.

Bildergalerie: CRN Etail Summit in Köln

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Innovationsprofessor wirbt für Multichannel

Als Verfechter einer auf die Verbindung von stationärem Geschäft und Onlinehandel setzenden Multichannel-Strategie präsentierte sich Marc Drüner, Professor für Marketing und Innovationsmanagement an der Steinbeis University Berlin, in seiner Keynote. »Ohne Zweifel werden die reinen Etailer in den nächsten Jahren groß wachsen«, so Drüner, »doch am Ende werden die Unternehmen, die Online und Offline am besten vereinbaren, am erfolgreichsten sein.«

Auch der ITK-Handel müsse sich jedoch darauf einstellen, dass unter dem Vorzeichen des E-Commerce die Hersteller ihren Direktvertrieb verstärkten. Doch könne die Stärkung des Markenprofils eines Herstellers auch einen Vorteil für den Handelskanal bedeuten. Dazu Drüner: »Aus Hersteller-Sicht würde das in etwa so klingen: „Wir müssen online direkt verkaufen, so ist die Welt. Aber wir sorgen gleichzeitig dafür, dass am Ende des Monats auch eine spürbar höhere Anzahl von Kunden in den stationären Läden vorbeikommt.“«

DHL startet Shopping-Plattform

Thomas Ogilvie, Vice President DHL Paket Privatkunden, warb in seinem Vortrag nicht nur für die Expertise seines Unternehmens in Sachen Logistik, sondern auch für die bald startende Online-Plattform »Mein Paket«. »Jede zusätzliche Vertriebsoberfläche ist für Ihr Geschäft attraktiv«, so Ogilvie. Mit Faktoren wie Sicherheit und einem hohen Informationsgehalt wolle »Mein Paket« bei den Kunden punkten. Für Händler sei die Plattform nicht nur wegen der zusätzlichen Reichweite spannend, sondern auch wegen einem attraktiven Gebührenmodell.

Im Unterschied zu anderen Online-Plattformen wird »Mein Paket« den Händlern nicht nur eine virtuelle Verkaufsfläche bieten, sondern auch die Prozesse Payment/Inkasso und Logistik umfassen. CE-Artikel sollen dabei einen Schwerpunkt im Angebot des neuen Shopping-Portals bilden.

Giropay setzt zum Sprung an

Zwar erhält das von Banken gegründete Online-Überweisungs-System Giropay regelmäßig gute Noten beim Thema Sicherheit, stößt beim Handel jedoch auf Skepsis, wenn es um die Zahl der Akzeptanzstellen und die Gebührenstruktur geht. Wie Giropay-Geschäftsführer Kai Schlüter aber beim Etail Summit berichtete, will der Bezahlservice hier nun in die Offensive gehen. So firmiert das Unternehmen nicht nur zum Anfang kommenden Jahres in eine GmbH um, sondern wird dann auch mit attraktiveren Preispunkten auftreten. »Wir haben mit den beteiligten Banken gesprochen und uns dabei darauf verständigt, dass wir ab 1.1. 2011 unsere Preisstruktur ändern«, so Schlüter. Zudem werde die Zahl der an Giropay beteiligten Banken stetig erweitert, als jüngsten Neuzugang nannte der Payment-Spezialist das Geldinstitut DKB.

»Meine Ansage an den Wettbewerb ist: Wir werden aufholen«, erklärte Schlüter selbstbewusst: »Unseren Selbstauftritt werden wir in den kommenden Monaten ändern – nicht jedoch die Sicherheit unserer Bezahlmethode.«

Microsoft: Mehr als nur »Cloud«

Oliver Gürtler, Channelchef von Microsoft, präsentierte beim Etail Summit, wie der Softwarekonzern auf die Veränderungen aus dem E-Commerce reagiert. »An erster Stelle steht hier das Thema Cloud Computing«, so Gürtler. Microsoft investiere derzeit massiv in die Cloud und sorge dabei auch im Partnerumfeld für spürbare Veränderungen – nicht zuletzt, da es inzwischen fast jedes wichtige Microsoft-Produkt auch in einer Cloud-Version gebe.

Der Softwarekonzern orientiert sich jedoch auch bei anderen Themen an den Trends im Web. So hat Microsoft mit Pinpoint einen eigenen B2B-Marktplatz aufgebaut, auf dem Kunden den richtigen Partner für ihr IT-Projekt finden können. »Inzwischen haben wir auf Microsoft Pinpoint bereits über 4.000 Anfragen generiert«, berichtete Gürtler. Die Plattform sei auch für Etailer interessant, die auf diese Weise auch Services anbieten könnten.

Rechtsexperte warnt vor juristischen Stolpersteinen

Als Leiter der Rechtsabteilung bei dem Shop-Zertifizierungsdienst Trusted Shops ist Carsten Föhlisch ein ausgewiesener Experte, wenn es um Abmahnungen und andere Rechtsfallen im E-Commerce geht. »Auch nach zehn Jahren bei Trusted Shops ist es mir noch nicht langweilig geworden«, so der Anwalt. Mit seinem inzwischen 18 Juristen umfassenden Team sei er ständig beschäftigt, aktuelle Rechtsentwicklungen zu verfolgen und Trusted Shops-Kunden vor den Stolpersteinen beim Verkauf im Netz zu bewahren.

Beim Etail Summit präsentierte Föhlisch einen praxisnahen Überblick über rechtliche Vorschriften u.a. zur Impressum-Erstellung, Newsletter-Werbung, Lieferzeiten und Datenschutz. Dabei sorgten nicht nur die Urteile mancher Gerichte bei den Etail Summit-Besuchern für Kofschütteln, sondern auch die mangelnden rechtlichen Vorkehrungen großer E-Commerce-Unternehmen: »Für Onlinehändler ist es nicht möglich, über die mobile App von Ebay rechtskonform zu verkaufen«, so Föhlisch.

Wettstreit der Shopsystem-Anbieter

Der Softwarehersteller Hybris bietet nicht nur eine der umfassendsten E-Commerce-Lösungen, sondern präsentierte sich beim Etail Summit auch gerne als Platzhirsch: »In der Theorie ist kein Händler zu klein für uns und in der Praxis war noch niemand zu groß für uns«, so Michael Hubrich, Senior Account Executive bei Hybris. Dennoch zeigte sich schnell, dass auch die beiden anderen Teilnehmer an dem von Kai Hudetz vom ECC Handel geleiteten Experten-Panel, ePages-CEO Wilfrieed Beeck und Frank Hümmer von Tradoria, mit attraktiven Lösungen für das jeweils anvisierte Kundensegment aufwarten konnten.

Beeck präsentierte die Affiliate Shop-Lösung »ePages Multistore«. »Gerade kleine Händler können nur schwer ein umfangreiches Sortiment pflegen«, so der ePages-Chef. Für diesen Nutzerkreis sei daher ein Affiliate-Modell von großem Vorteil. Ebenfalls kleinere Händler adressierte Tradoria-Mitarbeiter Hümmer. »Wir bieten eine standardisierte Mietshopsoftware, die trotzdem voll flexibel ist.« Zudem biete der Tradoria-Marktplatz Händlern mit inzwischen über 4.000 gelisteten Shops zusätzliche Reichweite.

Getmobile-Gründer als E-Commerce-Impresario

Einen spannenden Kontrastpunkt im Etail Summit Programm setzte der Erfahrungsbericht von Daniel Wild, dem als Gründer des Mobilfunk-Portals Getmobile ein fulminanter Start ins E-Business gelang. Inzwischen firmiert Wild als CEO der Ecommerce Alliance, einer börsengelisteten Dachgesellschaft, die sich um den Auf- und Ausbau erfolgreicher Etail-Geschäftsideen kümmert. »Wir setzen auf drei Säulen«, berichtete Wild: »E-Commerce-Brands in den Bereichen Social Commerce und Mass Customization, unsere eigene Dienstleistungssparte sowie E-Commerce-Medien.«

Dem Publikum präsentierte Wild, wie die einzelnen Säulen seines Unternehmens einander zuarbeiten. So erziele ein Online-Medium wie MyBestBrands Aufmerksamkeit bei markenbewussten Nutzern, die dann beispielsweise CE-Produkte bei dem Shopping-Club Pauldirekt kauften und schließlich von dem hauseigenen Logistik-Dienstleister Getlogics beliefert würden. »Ich glaube an vertikale, themenbezogene Netze«, so das Credo des Firmenchefs.

E-Commerce-Dienste im Vergleich

Das abschließende Experten-Panel beim Etail Summit versammelte so unterschiedliche Unternehmen wie den Full Service Dienstleister 004, den Online-Marktplatz-Anbieter A Eins, das auf Location Based Services spezialisierte Start-up KaufDa und den Multimedia-Spezialisten Treepodia. Doch wie sich zeigte, verbindet die Unternehmen nicht nur ihre Charakterisierung als E-Commerce-Dienstleister, sondern auch ihre Fokussierung auf zentrale Aspekte wie die Vereinbarung von On- und Offline-Handel sowie die Steigerung von Konversionsraten.

So berichtete 004-Geschäftsführer Robert Hein, wie das Aschaffenburger Unternehmern mit seiner Expertise das Etail-Geschäft für Plattformen wie T-Mobile, Ran oder Bild.de betreibt. Während A Eins-Chef Andy Altmeyer präsentierte, wie sich die lokale Handelswelt in einer realwirtschaftlichen Lösungen im Internet abbilden lässt, demonatrierte Michael Wilken, Leiter Geschäftsentwicklung bei KaufDa, wie das Unternehmen Printprospekte lokaler Unternehmen im Internet zu aktiv nachgefragten Informationsträgern macht. Eine so einfache wie überzeugende Lösung für die Erzeugung und Einbindung von individuellen Video-Content präsentierte schließlich Andreas Berner, Direktor Vertrieb und Marketing bei Treepodia.

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