Logistik-Spezialist adressiert Etailer:
DHL plant eigene E-Commerce-Plattform
Mit einer breiten Kundschaft im Versandhandel und stategischen Partnern wie Amazon und Ebay ist DHL inzwischen ein wichtiger Player im Etail-Geschäft. Im Herbst will der Logistiker nun eine eigene E-Commerce-Plattform starten.
Thomas Ogilvie, Vice President Paket Endkunden bei DHL
Zwar stellt Thomas Ogilvie, Vice President Paket Endkunden bei DHL [1], gleich zu Beginn klar: »Der Paketversand bleibt auch weiterhin unser Schwerpunkt.« Dennoch ist unverkennbar, dass sich das Leistungsspektrum des Logistikers in den letzten Jahren deutlich verändert hat. »Der Trend geht auch im Paketgeschäft zur Onlineabwicklung«, berichtet Ogilvie. Gerade im Geschäftskundenbereich habe sich der Vertriebskanal Online fulminant entwickelt. Dem trage DHL nun mit dem neuen DHL Geschäftskundenportal Rechnung: »Von der Kundenregistrierung bis zum Frankieren über die Beschaffung von Versandmaterialen bis hin zum Tracking und dem Einsehen von Stammdaten und Rechnungen können Kunden hier alles online erledigen«, so Ogilvie. Das Portal ist für Kunden mit einem Mindestvolumen ab 500 Sendungen pro Jahr gedacht. Diese erhalten nach der Anmeldung einen individuellen Preis, Regelabholung und weitere in dem Onlineportal integrierte Services. Für Versender mit einem Mindestvolumen ab 10.000 Paketen pro Jahr bietet DHL den noch weitergehenden Rundum-Service eParcel an, der von der Warenannahme über die Lagerung und den Versand bis hin zur Retourenbearbeitung die kompletten Versandleistungen der Post-Tochter umfasst. »Wir sehen uns hier als Partner gerade für junge E-Commerce Unternehmen«, berichtet Ogilvie.
Neben den Versandleistungen als Kernmodul bietet DHL eParcel-Kunden auch das Modul Webshop sowie ab 2011 auch die Bereiche Kunden- und Debitorenmanagement an. Parallel dazu hat das Logistikunternehmen auch eine leicht einzubindende Lösung für Online-Retouren entwickelt, die sich nicht nur an eParcel-Kunden, sondern an alle Etailer wendet. Denn wie Ogilvie berichtet, setzten viele Versender noch immer auf ein sehr ineffizientes Retourenmanagement, bei dem durch das Beilegen eines Retourenetiketts zu jeder Sendung hohe Aufwende entstünden und sich der Versandhändler jeden Tag aufs Neue überraschen lassen müsse, welche Rücksendungen er erhalte. »Unser Online Retourenprozess macht die Vorgänge dagegen für den Versender transparent und ermöglicht es, den exakten Stand aller Rücksendungen und darin befindlichen Artikel exakt zu tracken«, so Ogilvie.
Neue Plattform MeinPaket.de
Der regelmäßige Kontakt zu Etailern und wichtigen DHL-Partnern wie Amazon und Ebay hat dazu geführt, dass man sich bei dem Logistikunternehmen seit geraumer Zeit auch darüber Gedanken macht, wie man die Händler in ihren Verkaufsanstrengungen unterstützen kann. Bereits im Weihnachtsgeschäft 2009 hatte das Unternehmen mit einem hochwertig gestalteten »Magalog« mit dem Titel »Mein Paket« insgesamt 250.000 »Power User« der DHL-Pack Stationen gezielt adressiert und war damit sowohl bei den beteiligten Händlern wie auch bei den Kunden auf durchgehend positive Resonanz gestoßen. Nun will der Logistiker die dazugehörige Webseite zu einer vollwertigen Shopping-Plattform ausbauen: »Wie schon bei dem hochwertig gestalteten Magazin-Katalog wollen wir auch auf der Plattform das Thema E-Commerce anders als andere Online-Portale darstellen«, erklärt Ogilvie. Man wolle den Endkunden einen möglichst hohen Erlebniswert bieten, die Produkte in einem ansprechenden Kontext zeigen und so nicht nur auf den Schnäppchencharakter setzen, sondern die Kunden zum Einkaufen inspirieren.
Die Plattform MeinPaket.de soll noch im Weihnachtsgeschäft 2010 starten und nicht nur Online, sondern auch über Postfilialen, Packstationen und den weiterhin erscheinenden »Magalog« beworben werden. »Der Zugang zur Mein Paket Plattform wird für jeden DHL-Versender offen stehen«, berichtet Ogilvie. Neben einer hochwertigen Produktpräsentation biete die Plattform auch ein zentrales Checkout-Modul, welches es den Kunden ermöglicht, per Kreditkarte, Lastschrift und Nachnahme zu bezahlen. Zudem biete DHL den Partnern einen vollkatalogisierten Auftritt inklusive vorgegebener Produktbeschreibungen und garantiere so optimale Rechtssicherheit. Die Gebühren für das Angebot von Waren auf Mein Paket sollen nicht nach dem CPC-Modell berechnen, sondern nur nach abgewickelten Transaktionen werden: »Alles in allem fallen pro Verkauf Gebühren von sechs Prozent für Technikartikel bis zehn Prozent für alle weiteren Kategorien an – eine Größenordnung, die auch für IT-Reseller sehr attraktiv sein sollte«, so Ogilvie.
Mit der neuen E-Commerce-Plattform adressiert DHL nicht nur erfahrene Etailer, sondern will auch Herstellern einen Weg in den Onlinehandel eröffnen. So soll MeinPaket.de auch die Integration ganzer Shop-in-Shop Bereiche ermöglichen. »Auch für Hersteller führt kein Weg am Vertrieb über das Web vorbei«, mein Ogilvie. Mit dem bei Mein Paket umgesetzten Modell des Erlebnisshoppings im Web wolle DHL neue Zielgruppen ansprechen und einen Anreiz für Zusatz- und Spontankäufe bieten. »Wir sehen uns daher nicht als Konkurrenz zu Ebay und Amazon, die auch weiterhin strategische Partner von DHL bleiben werden«, so Ogilvie.
[1] http://www.dhl.de/
- 1. Seite: DHL plant eigene E-Commerce-Plattform
- 2. Seite: Neue Plattform MeinPaket.de
» Newsletter abonnieren
Täglich aktuelle News und Hintergründe für Fachhändler, ITK-Hersteller, Distributoren und aus der Online-Welt.
» Tipp der Redaktion
Die besten Multifunktions-Farblaser ab 300 Euro
Im Gegensatz zu den ultrabilligen Tintenstrahl-Einsteigerdruckern, die oft schon unter 100 Euro zu haben sind, sollte die Investition in einen Multifunktions-Laserdrucker schon etwas besser überlegt sein. Wir sagen Ihnen, welcher Laser sich besonders für welchen Zweck lohnt.
So holen sie mehr aus Windows raus
Im Auslieferungszustand fehlen Microsofts Windows-Betriebssystem einige besonders im Arbeitsalltag unumgängliche Funktionen. Doch mit ein paar Tricks und Kniffen lernt Windows Funktionen wie die Verarbeitung von pdf-Dokumenten im Handumdrehen nach.
Apple: Online-Verkaufsverbot für iPhone und iPad
Im Patentstreit zwischen Motorola und Apple hat das Landgericht Mannheim heute ein überraschend klares Urteil gegen Apple gefällt: Das Unternehmen muss einige Produkte wie iPads mit 3G-Funkmodul sowie die meisten iPhone-Modelle aus seinem Onlineshop entfernen.
» Bilderstrecken
» Meistgelesene News
So wird Windows 7 unkaputtbar
Auch das beste Windows aller Zeiten (7) verschluckt sich ab und an einmal an zerstörten Dateien oder entwickelt eine gewisse Altersträgheit. Doch egal, was passiert - mit den richtigen Vorbereitungen ist das System innerhalb weniger Minuten wieder wie neu.
Bechtle schenkt jedem Mitarbeiter ein iPad
Das Jahr 2011 war für Bechtle erneut ein Rekordjahr: Der Umsatz stieg auf zwei Milliarden Euro. Mit einer einzigartigen Überraschung hat das Systemhaus seine Mitarbeiter an dem Erfolg teilhaben lassen: Jeder der über 5.000 Mitarbeiter bekam ein iPad geschenkt.
