Verstärkte Zusammenarbeit mit Etailern und Retailern:
Ebay greift Amazon an
Im Rahmen der im vergangenen Jahr gestarteten Markenshops hat Ebay die Zusammenarbeit mit Herstellern intensiviert. Nun will das E-Commerce-Unternehmen auch verstärkt Retailer und Etailer auf die Plattform bringen und tritt so mehr und mehr in Konkurrenz zur Festpreis-Plattform Amazon.
Till Moepert, Head of Strategic Partnerships bei Ebay Deutschland
Ebay wandelt sich immer mehr zur Festpreis-Plattform nach dem Vorbild von Amazon: Vor gut einem Jahr gingen die Ebay Markenshops an den Start und inzwischen sind nicht nur Hersteller, sondern auch eine steigende Anzahl von großen Händlern mit eigenen Shops vertreten. »Zum Launch der Ebay Markenshops sind wir vor allem mit einem Fokus auf Hersteller gestartet, doch diesen haben wir nun auf Retailer und Etailer erweitert«, erklärt Till Moepert, Head of Strategic Partnerships bei Ebay Deutschland. Das Ziel in beiden Fällen sei es, schnell hochqualitative Ware auf die Plattform zu bringen. »Gerade Retailer bieten sich auch deshalb als Partner für Ebay an, da sie oft bereits eine gute Logistik haben und schneller an den Start gehen können als Hersteller«, berichtet Moepert. Das Unternehmen habe daher gezielt große Händler auf die Plattform geholt, von denen die meisten nun im September an den Start gehen sollen.
Wie Moepert gegenüber CRN erklärt, gebe es allerdings im ITK-Bereich bisher noch keinen Etailer, der mit einem eigenen Markenshop auf Ebay vertreten ist. Die Händler seien hier noch vor allem mit einem »normalen« Ebay-Shop vertreten oder beteiligten sich am Wow!-Programm. Für den Ebay-Manager hat die Zurückhaltung beim Thema Shop-in-Shop zwei Gründe: »Zum einen ist ein Markenshop für viele Anbieter gar nicht unbedingt nötig. Die Verknüpfung in die Seite ist inzwischen so tiefgehend und die technische Integration so ausgefeilt, dass viele Händler auch mit einem Ebay-Shop hohe Stückzahlen erreichen.« Zum anderen gebe es bei vielen Unternehmen noch immer die Wahrnehmung, dass Ebay sehr auktionslastig sei. »Das relativiert sich aber schnell, wenn man mit den Händlern spricht und ihnen die Zahlen zeigt, wie viel Umsatz in den Markenshops und in den Festpreiskategorien stattfindet«, so Moepert. »Wir haben inzwischen auf der Ebay-Plattform einen Anteil von 56 Prozent Festpreisangeboten.« Je mehr die Kategorien und angebotenen Marken in die Richtung Technik gingen, steige dieser Anteil teilweise sogar auf über 90 Prozent.
Enge Zusammenarbeit mit Herstellern
Auch bei der Zusammenarbeit mit Herstellern macht Ebay weiterhin Fortschritte. So habe das E-Commerce-Unternehmen in diesem Jahr eine neue Partnerschaft mit Packard Bell geschlossen und gebe es generell im Bereich Hardgoods eine gute Eigendynamik. Die Art und Weise, wie die Hersteller- und Retail-Partner den Verkaufskanal Ebay nutzen, unterscheide sich dabei von Fall zu Fall: »Wie hochwertig die angebotenen Produkte sind, hängt im wesentlichen vom Partner und seiner Strategie ab«, erklärt Moepert. So biete Packard Bell auf Ebay beispielsweise ein permanentes Basisangebot zu wettbewerbsüblichen Preisen an und zusätzlich dazu ein wechselndes Angebot an Overstocks. »Gerade eine solche zweigleisige Strategie ist bei vielen Anbietern beliebt, da mit den Aktionsangeboten Traffic erzielt wird, der sich auch für die Normalware verwenden lässt«, erläutert der Ebay-Manager. Zudem komme das durch attraktive Angebote entstehende Trafficaufkommen auch der gesamten Online-Plattform zugute. Zwar könne Ebay im Unterschied zu Amazon nicht alles katalogisieren. Doch baue das Unternehmen das Thema Cross-Selling kontinuierlich weiter aus und unterbreite den Kunden etwa auch immer öfter passende Produktvorschläge.
Die Weiterentwicklungen, von denen Moepert – der auch für das Business Development zuständig ist – berichtet, beziehen sich jedoch nicht nur auf das technische Funktionieren der Plattform, sondern auch auf die Integration der neuen Hersteller- und Handelspartner. »Wir haben für die Integration klar definierte Prozesse: So haben wir im Business Development in Dreilinden ein eigenes Team, das sich um die technische Integration von neuen Ebay-Accounts kümmert und dafür auch persönlich zu den Kunden fährt.« Für die weitere Betreuung seien dann permanente Account-Manager zuständig, die mit den Kunden eine spezielle Vermarktungsstrategie entwickelten. Ebay unterstütze seine Partner hier in vielen Bereichen. So helfe das E-Commerce-Unternehmen beispielsweise bei strategischen Partnerschaften nicht selten, Promotion-Aktionen vorzubereiten. Zudem verfüge der Plattformbetreiber über ein Netz an erfahrenen Dienstleistern, die neue Partner im Bedarfsfall bei allen Prozessen unterstützen könnten. Moepert sieht darin einen Ausdruck der Wertschätzung, die Ebay den Herstellern und Etailern entgegenbringt: »Der Aufwand, den wir hier betreiben, unterstreicht den Premium-Charakter der strategischen Partnerschaften und das Potenzial, das wir in den Kunden sehen.«
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