Hitseller.de-Macher starten Preistipp.de:
Etailer wird Preisvergleicher

von Matthias Hell (matthias.hell@crn.de)

09.08.2010

»Kampfpreise und Verkaufsbeschränkungen machen den Onlinehandel mit ITK-Produkten immer schwieriger«, meinen die ehemaligen Hitseller.de-Betreiber Kayhan Altintas und Dennis Klüsekamp. Nach dem Ausstieg bei dem Etailer wollen die beiden nun mit dem lokalen Vergleichsservice Preistipp.de neu durchstarten.

»Der Handel wird aufgeschlossener für das Thema Preisvergleich«. Preistipp-Gründer Dennis Klüsekamp

Unter dem Titel »Onlineshop zu verkaufen« [1] berichtete CRN Online Anfang Februar über den Gelsenkirchener Etailer Hitseller.de. Inzwischen ist der Shop zwar nicht komplett verkauft, jedoch befindet sich mit der Elektromarkt-Kette Alphatecc ein Teilhaber an Bord und haben die Hitseller-Macher somit Freiraum für neue Geschäftsideen. »Unsere Beobachtung ist, dass nachdem sich die Preise durch den Druck aus dem Netz nach unten bewegt haben, der Verkauf wieder verstärkt vom Web in den Einzelhandel geht«, berichtet Dennis Klüsekamp. Der 34-jährige kam 2005 als Programmierer zu Hitseller.de und hat zusammen mit Kayhan Altintas, dem früheren Geschäftsführer des Etailers, 2008 den Vergleichsservice Preistipp.de gegründet. Der Lageeinschätzung entsprechend wendet sich der Preisvergleicher gar nicht in erster Linie an Etailer: »Wir wollen die Angebote des regionalen Handels darstellen und den Kunden eine Art Online-Branchenbuch inklusive der angebotenen Artikel bieten«, so Klüsekamp.

Derzeit haben Altintas und Klüsekamp noch viel Aufbauarbeit zu leisten. »Am Anfang war es schwer, die lokalen Fachhändler zu überzeugen«, berichtet der Firmenchef. »Schnell hieß es „Geh’ weg mit dem Internet!“, doch nachdem es im Netz inzwischen immer mehr lokale Angebote gibt, werden die Händler aufgeschlossener.« Neben der nötigen Überzeugungsarbeit habe es beim Start von Preistipp.de auch viele technische Herausforderungen zu bewältigen gegeben. Am wichtigsten sei der Aufbau einer Datenbank gewesen, in welche die Angebote des lokalen Handels übernommen werden. »Händler haben drei Möglichkeiten, uns ihre angebotenen Waren mitzuteilen: Über eine CSV-Datei, über die Artikelverzeichnisse der wichtigsten Großhändler sowie über den Upload ihrer aktuellen Flyer-PDFs, die wir dann händisch übertragen«, erklärt Klüsekamp. Dabei gehe es zunächst noch gar nicht so sehr um die Darstellung der Angebotspreise. »Wichtiger ist die Verfügbarkeit, und dass die Kunden die gesuchten Produkte finden.«

Keine Angst vor Google

Dabei gibt es bei Preistipp.de zwei Angebots-Varianten: Im Rahmen eines kostenlosen Basis-Pakets können Händler lediglich Informationen zu ihrem Geschäft liefern, für 99 Euro monatlich dagegen ein Premium-Paket für die Darstellung einer unbegrenzten Anzahl an Artikeln buchen. »Wir orientieren uns dabei am Branchenbuch-Modell und setzen auf die Masse der Anbieter«, so Klüsekamp.

Gerade am Thema Bandbreite muss Preistipp.de allerdings noch arbeiten. Die Anzahl der angeschlossenen Händler bewegt sich noch im vierstelligen Bereich und auch bei Online-Reichweite firmiert das Portal deutlich hinter Konkurrenten wie Guenstiger.de oder Idealo.de. »Wir arbeiten inzwischen mit Partnern wie Testbericht.de und Nokia zusammen, das erhöht unsere Reichweite«, berichtet Klüsekamp, »doch um zu den großen Wettbewerbern aufzuschließen, ist es noch ein harter Weg.« Nicht zur Konkurrenz zählt der Preistipp-Chef jedoch Google. Zwar verfügt der Suchmaschinen-Gigant mit Google Base und Google Places über Services, die Shopping-Inhalte und lokale Informationen zusammenbringen, doch zweifelt Klüsekamp an den E-Commerce-Ambitionen der Amerikaner: »Für uns ist Google ein Mitbewerber, der in der Lage ist, das Thema Lokaler Preisvergleich zu lösen, dies aber mittelfristig nicht beabsichtigt.« Denn das Angebot von Location Based Services erfordere nun einmal nicht nur hohe Kompetenz sondern auch viel Manpower.

[1] http://www.crn.de/channel/etailer/artikel-74996.html

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