Soziale Netze und Firmen:
Deutsche Firmen sind beim Social Networking voll dabei
Soziale Netzwerke wie Xing und Linkedin haben sich zu beliebten Business-Tools entwickelt – auch in Deutschland. Immerhin 70 Prozent der Unternehmen hier zu Lande nutzen das Social Networking zur Kontaktpflege. Dies ergab eine internationale Umfrage unter 15.000 Unternehmern in 75 Ländern, die von Regus in Auftrag gegeben wurde.
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Zwischen 50 und 75 Prozent der Unternehmen weltweit nutzen die Kontaktplattformen im Netz für geschäftliche Zwecke. Und hier haben deutsche Unternehmer die Nase vorn: 70 Prozent setzen Dienste wie Xing oder Linkedin ein. Weltweit sind es nur 58 Prozent, wie eine Umfrage von Regus [1] ergab, einem Anbieter von flexiblen Arbeitsplatzlösungen.
In Deutschland nutzen nicht nur Privatleute Social-Networks zur Kontaktpflege und Neukunden-Gewinnung, sondern auch 70 Prozent aller Unternehmen.
Neue Kunden über soziale Netzwerke haben schon 41 Prozent der deutschen Unternehmen gewonnen – eine Zahl, mit der sich Deutschland im internationalen Durchschnitt bewegt. Dies gilt auch für die Anzahl der Unternehmen, die einen Teil ihrer Marketing-Gelder speziell für Social Networking reservieren: Über ein Viertel (27 Prozent) der deutschen Firmen halten ein spezielles Budget dafür bereit. In China sind es allerdings bereits 52 Prozent.
Franzosen misstrauen dem Web 2.0
Auch was die Mitgliedschaft in Interessengruppen betrifft, liegt Deutschland mit 66 Prozent über dem weltweiten Schnitt (54 Prozent). Nachholbedarf gibt es dagegen beim Organisieren und Verwalten von Kundengruppen. Diese Möglichkeiten nutzen nur 41 Prozent der deutschen Firmen (weltweit: 51 Prozent).
Immerhin haben bereits 28 Prozent der Befragten hierzulande über soziale Netzwerke mindestens einmal eine neue Stelle gefunden (weltweit 22 Prozent).
Auch was die Zukunft von Social Networks betrifft, sind die Deutschen vergleichsweise optimistisch. Nur 29 Prozent bezweifeln, dass Social Networking eines Tages entscheidend für die Kundenpflege und -gewinnung sein wird. Weltweit zeigen sich 34 Prozent der Unternehmen in diesem Punkt skeptisch.
Vor allem Franzosen (47 Prozent) glauben nicht daran, dass Plattformen wie Xing und Linkedin jemals eine wichtige Rolle beim Werben von Kunden spielen werden.
Kleinunternehmen und Beratungsbranche besonders agil
Im Vergleich der unterschiedlichen Unternehmensgrößen zeigt sich, dass vor allem kleine Firmen auf soziale Netzwerke zurückgreifen. In Deutschland konnten 44 Prozent der Kleinunternehmen via Social Networking bereits neue Kunden werben, während dies lediglich 34 Prozent der mittelständischen und großen Unternehmen gelang.
Speziell kleinere Firmen und Selbstständige knüpfen über Plattformen wie Xing Geschäftskontakte.
Dagegen sind Mitarbeiter großer (30 Prozent) und mittelständischer (38 Prozent) Firmen bei der Jobsuche über soziale Netzwerke erfolgreicher als die kleiner Unternehmen (26 Prozent). Die Auswertung nach Branchen ergab, dass 51 Prozent der deutschen Beratungsfirmen und 48 Prozent der Firmen in der Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) neue Kunden über soziale Netzwerke gefunden haben.
Die größten Skeptiker finden sich in der Produktionsbranche: 47 Prozent zweifeln am Beitrag von Social Networking zur Kundengewinnung. Entsprechend wenige Firmen stellen daher Marketing-Budget dafür bereit (13 Prozent).
»Die Umfrage zeigt, dass sich Unternehmen, die sich bisher noch nicht in die Welt der sozialen Netzwerke vorgewagt haben, möglicherweise Geschäft entgehen lassen«, sagt Michael Barth, Deutschland-Geschäftsführer von Regus. Dies gelte besonders für Firmen aus Frankreich (33 Prozent), Großbritannien (33 Prozent), Japan (30 Prozent), Belgien und Luxemburg (27 Prozent), wo die wenigsten Befragten angaben, dass sie Social Networking bereits erfolgreich zur Kundenwerbung eingesetzt hätten.
Web als Infrastruktur für Handel und Kommunikation
Ähnlich sieht das der Trendforscher Professor Peter Wippermann, Gründer des Hamburger Trendbüros, das sich mit dem gesellschaftlichen Wandel befasst: »Die Studie von Regus bringt interessante Ergebnisse an den Tag. Auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich relativ weit vorne liegt, nutzt nach unseren Erfahrungen die Mehrheit hier zu Lande das Social Web immer noch eher privat als geschäftlich.«
Und wenn jemand auf Xing, Linkedin oder Facebook geschäftlich unterwegs sei, dann meist nur, um billiger einzukaufen als um den Kontakt zum Endverbraucher zu suchen. »Dabei bietet das Internet ungeheures Potenzial«, so Wippermann.
Wichtig sei, das Web als Infrastruktur begreifen – für Handel und Kommunikation. »Einige Unternehmen, vor allem die großen Konzerne, sind hier Vorreiter, die anderen müssen nachziehen«, so das Resümee des Forschers.
[1] http://www.regus.de/
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