CRN Etail Summit 2010:
So lassen sich zusätzliche Online-Umsätze erschließen
Bei der dritten Ausgabe des CRN Etail Summit zeigte eine Reihe hochkarätiger Experten dem ITK-Handel Wege auf, wie sich im Internet neue Umsatzpotenziale erschließen lassen. Dazu gab es brisante Informationen von der »Abmahn-Front« sowie Wissenswertes über die Rolle von Parkplätzen und Muttertagsblumen für den E-Commerce.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 7)
Innovationsprofessor blickt in die Etail-Zukunft
Praxisnaher Professor: Marc Drüner präsentierte viele originelle E-Commerce-Modelle
Dem Titel des »Innovationsprofessors« wurde Berater und Hochschullehrer Marc Drüner zum Auftakt des Etail Summit 2010 schnell gerecht: Seine Keynote überzeugte nicht nur durch den unterhaltsamen Vortragsstil, sondern auch durch den hohen Praxisgehalt der vielen vorgestellten Beispiele für originelle, erfolgsorientierte E-Commerce-Modelle: »Sie müssen die Leute dort abholen, wo sie sind«, empfahl Drüner den Zuhörern – und meinte damit vor allem Web 2.0-Plattformen wie Facebook und Twitter. Die Kunden würden im Internet längst nicht mehr nur bei klassischen Etailern kaufen, sondern begeisterten sich immer mehr für den Kauf bei Live Shopping Portalen oder in Sozialen Netzwerken.
Dass sich damit schon heute gut Geld verdienen lasse, zeigten Beispiele wie das der US-Retailkette Best Buy. »Best Buy macht alle interessanten Trend im E-Commerce mit, verbindet das aber auf clevere Weise mit der konventionellen Handelswelt«, so Drüner.
Bildergalerie: CRN-Etail-Summit: Die besten Augeblicke
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Paypal-Chef: »Zusätzliche Umsätze durch sicheres Bezahlen«
Paypal-Chef Gregor Bieler bekundete seine Verbundenheit zur IT-Branche
Den Blick in die Etail-Zukunft wagte auch Paypal [1]-Deutschlandchef Gregor Bieler: »Ein wichtiger Grund für meinen Wechsel von Logitech zu Paypal war, dass Paypal das Potenzial hat, die Zukunft des E-Commerce zu verändern«. Mit einem Video demonstrierte Bieler, wie der Bezahlservice eines Tages vom Einkauf im interaktiven Fernsehen bis hin zum Bezahlen per Fingerabdruck eine Rolle spielen könnte. »Diese Szenarien sind näher an der Gegenwart als man zunächst denkt«, so Bieler. Zunächst einmal will der Paypal-Chef aber den aus dem Ebay-Geschäft hervorgegangenen Bezahldienst weiter im Etail verankern und verwies dabei auf die Vorteile des gerade erweiterten Paypal-Käuferschutzes [2]: »Eine möglichst hohes Sicherheits-Niveau beim Onlineshopping nutzt nicht nur den Kunden, sondern beschert auch Händlern zusätzliche Umsätze.«
Amazon-Manager verteidigt Preisparität
Bodo Kipper ist bei Amazon.de für die Verkaufsplattform Marketplace zuständig
Mit dem Vortrag von Amazon [3] Marketplace-Chef Bodo Kipper setzte sich das Schaulaufen zwischen den E-Commerce-Giganten Ebay und Amazon fort. »Natürlich können Sie Ihren Kunden Paypal anbieten, doch wenn Sie über Amazon verkaufen, haben Sie das gar nicht nötig, da Sie automatisch an dem zuverlässigen Zahlsystem von Amazon teilnehmen«, so Kipper. Den Etail Summit-Besuchern präsentierte der Manager einen Überblick über das Spektrum der von Amazon angebotenen Leistungen von der Handelsplattform Marketplace bis zum Logistikservice Fullfilment by Amazon. Stellung nahm Kipper auch zu der gegenwärtigen Untersuchung des Bundeskartellamts [4] wegen der von den Amazon-Händlern geforderten »Preisparität«: »Der Kunde soll nicht das Vertrauen in die Plattform Amazon verlieren. Wenn ein Verkäufer die gleichen Produkte woanders billiger anbietet, würde das daher allen Amazon-Händlern schaden.«
Der Wandel von Ebay zur Handelsplattform
Demonstrierte, wie sehr sich Ebay gewandelt hat: Till Moepert
Einen Seitenhieb auf seinen Vorredner ließ sich Ebay [5]-Manager Till Moepert nicht nehmen: »Was uns von anderen Online-Plattformen abhebt ist, dass wir ein reiner Marktplatz sind. Ebay macht Ihnen nicht als Verkäufer Konkurrenz und missbraucht auch keine Daten«, so Moepert mit Blick auf den Rivalen Amazon.de. Mit eindrucksvollen Zahlen belegte der »Head of Strategic Partnerships« den Wandel, den Ebay in den vergangenen Jahren erfahren hat: So übertreffe das B2C-Geschäft seit rund zwei Jahren die klassischen C2C Ebay-Auktionen. »In Produktkategorien wie „Computer und Notebooks“ liegt der B2C-Anteil mittlerweile bei rund 95 Prozent. C2C ist hier nicht mehr relevant.« Den Zuhörern präsentierte Moepert daher die aktuellen Verkaufsmöglichkeiten von Ebay, die von der Unterstützung für Profi-Verkäufer bis zu Spezial-Formaten wie den Wow!-Angeboten [6] und den Markenshops für Hersteller reichen.
Google: »ITK-Produkte stark gesucht«
Immer für verblüffende Zahlen gut: Google-Speaker Klaus Hosfeld
Nach der Mittagspause, die neben einem leckeren Catering auch Zeit für viele interessante Gespräche und Kontakte bot, ging es weiter mit dem Vortrag von Google [7]-Manager Klaus Hosfeld. Die Bedeutung von Google für den anwesenden IT-Handel verdeutlichte Hosfeld mit spektakulären Zahlen: »Wärend ich diesen Vortrag halte, werden zum Thema Computer und Elektronik in Deutschland 58.000 Suchanfragen, 6.000 Youtube-Suchen und rund 2.000 Anfragen von mobilen Geräten abgegeben«. Um dieses Potenzial zu nutzen biete Google neben dem Werbeprogramm Adwords den Händlern eine Reihe interessanter weiterer Features. Neben der gezielten Bewerbung von einzelnen Unternehmensseiten mittels Ad Sitelinks präsentierte Hosfeld hier die in Google Merchant Center umbenannte Google-Produktsuche sowie die Möglichkeiten für lokale Händler via Google Places. »Immer mehr Kunden handeln nach dem Motto „research online, purchase offline«, so Hosfeld.
»Bericht von der Abmahn-Front«
Mit seinem Bericht zu Rechtsproblemen im Onlinehandel zog Max-Lion Keller die Zuschauer in seinen Bann
Nicht die Stärken eigener Produkte, sondern die Schwächen vieler bestehender E-Commerce-Angebote standen im Mittelpunkt des Vortrags von Rechtsanwalt Max-Lion Keller von der IT-Recht-Kanzlei [8]. »Seit meiner Teilnahme am Etail Summit 2009 ist es mir nicht langweilig geworden«, so der IT-Rechtsexperte. Mit einem »Bericht von der Abmahnungs-Frontlinie im Internet« wollte Keller die Händler aufrütteln und sorgte für lebhaftes Feedback.
Vor allem eine E-Commerce-Plattform stand dabei im Zentrum von Kellers Kritik: »Das Verkaufen auf Amazon Marketplace gleicht einem Blindflug durch schweres Gewitter.« Nicht nur sei es unmöglich, die vom Gesetzgeber geforderten Pflichtangaben in Amazon-Angeboten zu platzieren, auch das Nutzungsrecht an Bilder und Produktbeschreibungen sorge für viele Schwierigkeiten [9]. Kellers Fazit: »Jeder Amazon-Händler befindet sich in Rechtsunsicherheit.«
DHL will Onlinehändler und Kunden näher zusammenbringen
Thomas Ogilvie zeigte, dass DHL mehr kann, als nur »Pakete schieben«
Lösung- und produktorientiert wurde es schließlich wieder mit dem Vortrag von DHL [10]-Manager Thomas Ogilvie. »Unsere Botschaft ist: Die Händler sollen sich auf ihre Kompetenzen – die Beschaffung und das Verkaufen – konzentrieren und das Fulfillment gerne auslagern«, so Ogilvie.
Der Manager präsentierte eine Reihe origineller Ideen, wie DHL den Fluss der Waren vom Händler zum Kunden erleichtern will. Das Spektrum reichte dabei von der »Online-Retoure« bis hin zu erweiterten Informationsmöglichkeiten über den Versandstatus einer Sendung.
Zudem bot sich DHL auch als Partner des Handels an: »In Deutschland gibt es mittlerweile 1,5 Millionen „Packstation“-User. Mit uns haben Sie die Möglichkeit genau diese „Heavy Shopper“ zu addressieren.«
Experten-Panel über Parkplätze und Muttertagsblumen
Von links: Marc Drüner, Thomas Ogilvie, Michael Gerke (004) und Jarg Temme (Deal United)
Im abschließenden Experten-Panel versammelte E-Commerce-Blogger [11] Jochen Krisch als Moderator neben Innovationsprofessor Marc Drüner und DHL-Manager Thomas Ogilvie auch Michael Gerke aus dem Vorstand des E-Commerce Dienstleister 004 [12] und Jarg Temme, Geschäftsführer des Conversion Rate-Spezialisten Deal United [13]. Exklusiv berichtet Gerke über die aktuelle Zusammenarbeit zwischen 004 und dem Springer Verlag – der Internetdienstleister setzt für den Medienkonzern den kürzlich gestarteten Bild-Shop um. »Das Ziel bei diesem und ähnlichen Projekten ist es, die vorhandene Bandbreite zu monetarisieren«. So wie ein Shop auf der „grünen Wiese“ als erstes einen Kundenparkplatz brauche, sei das Internet für die Etailer der »Parkplatz«. »Der Traffic ist hier inzwischen voll da«, so Gerke.
Wie sich diese Bandbreite effektiv in Umsatz ummünzen lässt, demonstrierte Deal United-Chef Temme mit einem »brandaktuellen« Beispiel. »Wir wenden uns derzeit mit einem Angebot an alle kostenlosen Abonnenten der Virensoftware von Avira: Wer bei Valentines einen Muttertags-Strauß bestellt, erhält die Vollversion der Software gratis. Der für alle Beteiligte lohnende Deal zeige, wie es nötig ist, neue Wege zu suchen, um das im Web vorhandene Potenzial zu monetarisieren.
[1] http://www.paypal.de/
[2] http://www.crn.de/channel/etailer/artikel-82478.html
[3] http://www.amazon.de/
[4] http://www.crn.de/channel/etailer/artikel-82420.html
[5] http://www.ebay.de/
[6] http://www.crn.de/channel/etailer/artikel-82788.html
[7] http://www.google.de/
[8] http://www.it-recht-kanzlei.de/
[9] http://www.crn.de/business/artikel-81673.html
[10] http://www.dhl.de/
[11] http://www.excitingcommerce.de/
[12] http://www.004gmbh.de/
[13] http://www.dealunited.com/
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- 7. Seite: DHL will Onlinehändler und Kunden näher zusammenbringen
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