Zu kleine Kundenbasis:
Ebay-Konkurrent Luupo gibt auf

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de), Dr. Matthias Hell

03.03.2009

Die Luupo-Gründer Jörn und Kris Kunst wollen ihre E-Commerce-Plattform eineinhalb Jahre nach dem Start verkaufen. Zwar erhielt das Konzept der Plattform viel Lob. Doch gelang es Luupo nicht, eine entsprechend breite Kundenbasis aufzubauen.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

»Prämierte E-Commerce-Plattform Luupo [1] steht zum Verkauf« heißt es seit dem vergangenen Sonntag auf dem Online-Marktplatz des Internethandels-Portals Shopanbieter.de [2]. Rund eineinhalb Jahre nach dem Start des Ebay-Konkurrenten im August 2007 ziehen die Luupo-Gründer und -Geschäftsführer Jörn und Kris Kunst damit die Notbremse. Offensichtlich ist es dem Portal nicht gelungen, nach dem Start eine ausreichend breite Kundenbasis aufzubauen. Luupo verzeichne heute 21.000 User und habe bisher über 5500 Artikel verkauft, heißt es in der Verkaufsanzeige. Im Durchschnitt entspricht das jedoch nur einem Verkauf von rund 10 Artikeln pro Tag.

Die Online-Plattform Luupo steht zum Verkauf.

Dabei hatte das E-Commerce-Startup in Branchenkreisen viel Lob erhalten. Im Unterschied zu den etablierten Festpreis- und Auktions-Portalen hieß bei Luupo die Devise: Nicht hochsteigern, sondern auf den Preissturz warten. Indem User Einsätze kaufen, können sie den Artikelpreis selbst nach unten bewegen (CRN berichtete [3]).

Mit ihrem Geschäftsmodell siegten Jörn und Kris Kunst bereits kurz nach dem Start der Plattform beim Gründerwettbewerb des das Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. »Das Konzept generiert sofort einen soliden, eigenen Umsatz«, versprechen die Luupo-Geschäftsführer auch in ihrer Verkaufsanzeige. So gebe es nicht nur 20 Prozent Marge für jeden verkauften Einsatz à 50 Cent, sondern auch Verkaufsmarge für jeden verkauften Artikel und Sonderumsatz bei Verfall nicht eingesetzter Einsätze.

Online-Händler als mögliche Kaufinteressenten

Die Luupo-Gründer Jörn und Kris Kunst hoffen auf eine Weiterführung ihrer Arbeit

Für die von ihnen aufgebaute Online-Plattform schweben Jörn und Kris Kunst drei mögliche Käufergruppen vor. Zum einen sind dies Online-Händler, die eigenen Traffic auf Luupo lenken könnten, um diesen besser auszunutzen: »Der Händler eröffnet damit seinen Usern einen spannenden neuen Kaufweg. Er schlägt systembedingt sämtliche Preise seiner Wettbewerber, ohne selbst dabei einen Margenverlust zu erleiden.«

Die Luupo-Gründer Jörn und Kris Kunst hoffen auf eine Weiterführung ihrer Arbeit.

Außerdem sei Luupo auch für E-Commerce-Gründer oder eine IT-Firma geeignet, die genügend kapitalisiert seien, um den nötigen Traffic einzukaufen, so Jörn und Kris Kunst. Wegen des Web 2.0-ähnlichen Konzepts der Plattform komme aber auch eine trafficstarke Community in Frage, die nach Wegen suche, ihr Besucheraufkommen zu monetarisieren.

Klar ist: Den Luupo-Gründern ist der Schritt zum Verkaufsangebot nicht leicht gefallen. »Wir hoffen sehr, dass der Käufer die Plattform in unserem Sinne weiterführen wird«, heißt es in der Anzeige. Interessenten können sich jedenfalls bis 15. März über den Shopanbieter-Marktplatz [4] melden.

Mit freundlicher Genehmigung von Computer Reseller News [5]

[1] http://www.luupo.de/
[2] http://www.shopanbieter.de/
[3] http://crn.de/showArticle.jhtml?articleID=201201534
[4] http://www.shopanbieter.de/news/archives/2138-Praemierte-E-Commerce-Plattform-LUUPO-steht-zum-Verkauf.html
[5] http://www.crn.de/