Tradoria gewinnt Rechtsstreit gegen Yatego
Im Windschatten der Krise bei Ebay verschärft sich der Wettbewerb zwischen den Onlineshopping-Portalen. Besonders Tradoria und Yatego erweisen sich als hartnäckige Widersacher. In einem Streit um unlautere Methoden bei der Händler-Akquise setzte sich vor Gericht nun Tradoria durch.
Ihr Konkurrenzverhältnis brachte die Plattformen Yatego und Tradoria nun vor Gericht
Hat das Onlineshopping-Portal Tradoria [1] bei der Neuakquise von Händlern unlautere Methoden eingesetzt? Die Konkurrenzplattform Yatego [2] behauptete jedenfalls, Tradoria-Mitarbeiter hätten während ihrer Vertriebstätigkeit wahrheitswidrig gesagt, es bestehe eine Kooperation zwischen beiden Portalen. Der Streit zwischen den beiden Ebay-Konkurrenten beschäftigte nun bereits in zweiter Instanz die Gerichte. Während Yatego zunächst eine einstweilige Verfügung gegen Tradoria erwirkte, hat nun das Landgericht Bamberg entschieden (Az: 1 O 99/09), dass die vorgebrachten Anschuldigungen nicht haltbar seien.
Auch wenn ein entsprechendes Werbeverhalten von Tradoria nicht ausgeschlossen werden könne, sei es Yatego nicht gelungen, glaubhaft zu machen, dass Mitarbeiter des Konkurrenten bei der Kundenakquise die genannten Behauptungen aufgestellt hätten, so das Gericht in der Urteilsbegründung. Beide Seiten hätten durch eidesstattliche Versicherungen ihre Version der Vorkommnisse gestützt, doch erscheint besonders das Vorgehen von Yatego in einem zweifelhaften Licht: So hält das Gericht fest, dass Yatego im Zuge der Verhandlung seine Vorwürfe entschärfen musste und zudem für eine Reihe von Zeugen vorformulierte eidesstattliche Erklärungen erstellt hatte. »Es ist auf jeden Fall mehr als bedenklich, dass seitens der Verfügungsklägerin [=Yatego] möglichen Zeugen eine eidesstattliche Versicherung letztlich vorgefertigt zugesandt und diese Zeugen dann die eidesstattliche Versicherung nur noch mit den korrekten Daten bestücken und dann unterschreiben mussten«, so das Gericht.
Onlineshopping-Portale wittern ihre Chance
Tradoria-Chef Tobias Kobier: »Wir waren gezwungen, uns mit rechtlichen Schritten zu wehren.«
Hintergrund für den Gerichtsstreit ist der immer schärfer werdende Wettbewerb zwischen den deutschen Onlineshopping-Plattformen. Die Plattformbetreiber beobachten, dass sich Ebay in einer Schwächephase befindet und viele Händler nach Alternativen suchen. Da auch Amazon Marketplace hier nur bedingt als Ersatz taugt, wittern kleinere Plattformen wie Yatego (immerhin schon 2003 gegründet) und Tradoria (erst seit 2007 am Start) nun ihre Chance. Dabei setzen die Shopping-Portale bei der Suche nach neuen Handelspartnern auch auf aggressive Akquise-Formen: »Beide Parteien betreiben eine sogenannte telefonische Kundenakquise, versuchen also durch Telefonanrufe bei potenziellen Kunden diese davon zu überzeugen, ihre Waren bei der jeweiligen Plattform einzustellen«, hält auch das Landgericht Bamberg den Sachverhalt fest.
Die gerichtliche Auseinandersetzung hat sich mit dem Landgerichtsurteil nun vor allem für Yatego als Bumerang erwiesen. Bestätigt sieht man sich dagegen bei Tradoria: »Der Vorwurf der Gegenseite war für uns sehr überraschend und für einen angeblichen Wettbewerbsverstoß auch eher ungewöhnlich. Wir konnten das Gericht jedoch von der Wahrheit überzeugen und die Vorwürfe der Gegenseite als unberechtigt zurückweisen«, so Tradoria-Justiziar Sven Steinacker. Tobias Kobier, Geschäftsführer des Portals, ergänzt: »Nachdem die einstweilige Verfügung erlassen war und von Yatego weithin bekannt gemacht wurde, waren wir gezwungen, uns gegen diese haltlosen Anschuldigungen mit rechtlichen Schritten zu wehren.«
Update am 11. August 2009
Gegen die Darstellung Tradorias in der Pressemitteilung, das Landgericht Bamberg hätte Tradoria zum Sieger im Rechtsstreit gegen Yatego erklärt, hat Yatego am 11. August eine Gegendarstellung veröffentlicht (siehe CRN-Artikel [3]).
[1] http://www.tradoria.de
[2] http://www.yatego.de
[3] http://www.crn.de/news/showArticle.jhtml?articleID=219200059
- 1. Seite: Tradoria gewinnt Rechtsstreit gegen Yatego
- 2. Seite: Onlineshopping-Portale wittern ihre Chance
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