Von der Internetblase zur Web 2.0-Welle

von Dr. Matthias Hell

29.04.2008

Als Mitbegründer von Intershop schwamm Karsten Schneider in den neunziger Jahren auf der Erfolgswelle. Nach dem Ende der New Economy startete der Jenaer neu und fühlt sich heute im Web 2.0-Umfeld wohl – sowohl als Investor wie auch mit eigenen Projekten.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 8)

im aktuellen Web 2.0-Umfeld fühlt sich New Economy-Pionier Karsten Schneider wohl

Als Intershop [1]-Geschäftsführer Karsten Schneider im Juli 2002 das von ihm mitgegründete Unternehmen verließ, hätten nicht viele auf eine Zukunft des Jenaers in der E-Commerce-Branche gewettet – zu tief war der Fall von Intershop, dem einstigen Überflieger der New Economy. Doch ein Jahr später war Schneider wieder da: als Geschäftsführer des Bilderservices Pixaco.de, der Ende 2005 von Hewlett Packard (HP) aufgekauft wurde. Heute fungiert Schneider als eine Art »Business Angel« im deutschen E-Commerce und tritt dabei sowohl als Investor mit seiner Beteiligungsgesellschaft Argiv auf, aber auch mit eigenen Projekten wie dem Cash-Back-Portal AdiCash [2].

»Ich habe bei meinen Investitionen vor allem den Bereich E-Commerce im Zielfokus«, erklärt Schneider im Gespräch mit Computer Reseller News. An der Tätigkeit als Investor reize ihn vor allem, als »alter Hase« mit interessanten jungen Leuten zusammenzuarbeiten und deren Erfahrungen zu teilen. Im Vergleich zur Internetblase der neunziger Jahre herrsche zudem ein viel entspannteres Klima: »Anders als zu New Economy-Zeiten sind die Summen heute wesentlich geringer und das Risiko dadurch begrenzt«. Unternehmer erhielten somit deutlich mehr Freiräume und könnten mit ihrem Geschäftsmodell experimentieren.

»Die Web 2.0-Welle ist voll am Laufen«

Für den Cash-Back-Service AdiCash ist Karsten Schneider guter Dinge

Auch wenn die alten Zeiten für den ehemaligen Star der New Economy endgültig vorbei sind, sieht Schneider in der Gegenwart Parallelen zu den 90er Jahren: »Die Web 2.0-Welle ist bereits voll am Laufen: Kommunikationsformen wie StudiVZ oder Facebook haben heute Plattformen wie Outlook ersetzt«. Ein Projekt, mit dem Schneider seinen Teil am Web 2.0-Kuchen abhaben möchte, ist AdiCash. Über das Cash-Back-Portal können Kunden bei über 1.500 Onlineshops einkaufen und erhalten dabei zwei Prozent des Kaufpreises zurückerstattet. »Mit der Zahl der vertretenen Partner und dem dadurch gewährleisteten Shopping-Erlebnis heben wir uns deutlich von der Konkurrenz ab«, erklärt AdiCash-Geschäftsführer Schneider.

Daneben ist Karsten Schneider mit seiner Beteiligungsgesellschaft Argiv seit Mitte 2007 auch als Investor aktiv. Die bisher getätigten Beteiligungen decken dabei ein breites Feld im E-Commerce-Umfeld ab, das sich von dem »One Deal a Day«-Portal Preisbock.de [3] über die Blog-Suchmaschine Newskraft.de [4] bis hin zu dem Formular-Dienst Formblitz.de [5] reicht. Ein besonderes Investment stellt Iliketotallyloveit.com [6] dar: Bei dem Netzwerk für Shopping-Empfehlungen beteiligte sich Schneider Ende 2007 zusammen mit dem früheren Intershop-Vorstand Stephan Schambach. »Nichts verbindet so sehr wie eine gemeinsame Vergangenheit«, meint Schneider dazu süffisant.

Sehen Sie die wichtigsten Investments von Karsten Schneider auf den folgenden Seiten [7]!

Höhenflug in Jena

Der Intershop-Tower in Jena ist die stein gewordene Verkörperung des Höhenflugs des E-Commerce-Software-Anbieters. Doch Karsten Schneider, der 2002 bei Intershop ausstieg, weiß: »Ein Investment abzuschreiben, gehört immer auch dazu«.

Neustart mit dem Bilderservice

2003 gründete Karsten Schneider den Bilderservice Pixaco.de, der seit Ende 2005 von HP unter dem Namen Snapfish weitergeführt wurde.

Wiedersehen mit alten Bekannten, Teil 1

Bei AdiCash, dem Cash-Back-Portal von Karsten Schneider, stieg Anfang April auch der European Founders Fund der Samwer-Brüder ein. Man kennt sich bereits auch den Tagen der New Economy, als die Samwers unter dem Namen Alando.de Ebay nach Deutschland brachten.

Wiedersehen mit alten Bekannten, Teil 2

Bei dem Empfehlungsportal Iliketotallyloveit.com ist neben Karsten Schneider auch Intershop-Mitgründer Stephan Schambach als Investor beteiligt.

Neue Ideen für den E-Commerce

Ein Produkt pro Tag zum günstmöglichsten Preis - das Konzept des Shopping-Portals Preisbock.de hat Schneider überzeugt.

Thüringische Synergie-Effekte

Die Betreiber der Blogsuche von Newskraft.de sind ebenfalls im Intershop Tower in Jena beheimatet.

Breites Beteiligungs-Portfolio

Ebenfalls ein Investment von Schneiders Beteiligungsgesellschaft Argiv: Der Formularservice Formblitz.de.

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[1] http://www.intershop.de
[2] http://www.adicash.de
[3] http://www.preisbock.de
[4] http://www.newskraft.de
[5] http://www.formblitz.de
[6] http://www.iliketotallyloveit.com
[7] http://www.crn.de/news/showArticle.jhtml?articleID=207402946&pgno=3
[8] http://forum.crn.de