Phishing: Datenbetrug auf dem Höhepunkt

von Karena Friedrich

16.09.2008

Zwar gab es im vergangenen Jahr gerade im Bereich Online-Banking, wo die Zahl der Opfer im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent wuchs, einen Anstieg der erfolgreichen Phishing-Attacken zu beklagen. Doch zumindest quantitativ soll die Anzahl der Datenbetrugs-Angriffe dieses Jahr bereits gesunken sein.

Phishing-Angriffe auf Bankkonten

Phishing-Angriffe auf Bankkonten

Deutlich mehr Internetnutzer sind im vergangenen Jahr Opfer von Passwort-Betrügern geworden. Die Zahl der Phishing-Fälle beim Online-Banking ist nach einer Hochrechnung des Hightech-Verbandes Bitkom auf Basis der neuesten Daten der Landeskriminalämter um 25 Prozent gestiegen. Die meisten Opfer melden Bayern, Baden-Württemberg und Berlin.

Schäden durch Phishing in Deutschland

Bundesweit hoben Kriminelle im vergangenen Jahr in mehr als 4.100 Fällen rund 19 Millionen Euro von Konten der Geschädigten ab. Die Schadenssumme liegt damit um ein Viertel höher als 2006. Für 2008 erwartet Bitkom allerdings erstmals seit Jahren einen Rückgang der Schadensfälle und -höhe.


Nutzungsmöglichkeiten des elektronischen Personalausweises

Ein Grund für die bislang steigende Zahl der Phishing-Opfer sind unter anderem effiziente Betrugsmethoden beim Online-Banking. Zukünftig könnten Überweisungen aber durch den elektronischen Personalausweis abgesichert werden, der für 2010 geplant ist. Dank eines Chips könnten auch Internet-Auktionen oder -Shopping zu den möglichen Nutzungsmöglichkeiten gehören.


Investitionshöhen für elektronischen Personalausweis

Die meisten Internetnutzer würden sich die zusätzliche Sicherheit durch einen elektronischen Personalausweis einiges kosten lassen. Ein Fünftel ist bereit, bis zu 50 Euro zu investieren, über sechzig Prozent immerhin noch 20 Euro.

Quartalstrend Phishing-Angriffe

Im Jahr 2007 wurden laut Jahresbericht der Finanzabteilung des Bundeskriminalamtes 2.646 Anzeigen im Zusammenhang mit Geldwäsche und Phishing erstattet. Der Anteil dieser Anzeigen am Gesamtaufkommen der Ersthinweise lag bei 28 Prozent. Reine Phishing-Angriffe haben sich dagegen erheblich reduziert.

Anzahl der Verdachtsanzeigen »Phishing«/»Financial Agents«

Auch der Internetsicherheits-Experte Messagelabs erkennt für das erste Halbjahr 2008 einen Rückgang der Phishing-Angriffe. Im zweiten Quartal verbarg sich durchschnittlich hinter einer von 250 E-Mails der Versuch, persönliche Authentifizierungsdaten auszuspähen. Im ersten Quartal war es noch eine unter 158.