Onlinekunden sind offen für »Social Commerce«

von Matthias Hell (matthias.hell@crn.de)

16.12.2009

Während sich altehrwürdige Unternehmen noch über das fehlende Geschäftsmodell von Twitter, Facebook und Co. mokieren, sind die User schon weiter: Eine deutliche Mehrheit zeigt sich aufgeschlossen gegenüber Social Media-Inhalten auf Unternehmenswebseiten, so eine aktuelle Umfrage.

Etailer Notebooksbilliger.de ist mit einer Fanpage bei Facebook vertreten

Wie die aktuelle Umfrage »The Rules of Engagement« des Webanalyse-Anbieters Webtrends [1] zeigt, sind die Kunden bei der Nutzung des Web 2.0 schon deutlich weiter als viele Unternehmen: So stehen laut der Studie drei Viertel aller Internetnutzer dem Einsatz von Blogs, Twitter, Social Communities & Co positiv gegenüber. Jeder fünfte Befragte war sogar der Meinung, die Beliebtheit einer Marke könne durch den Social Media-Einsatz enorm gesteigert werden. Dabei handelt es sich nicht nur um theoretische Mutmaßungen: Die Hälfte aller Twitter- bzw. ein Drittel aller Facebook-Nutzer haben diese Netzwerke bereits für die Interaktion mit einer Marke genutzt.

»Professionell eingesetzt können Unternehmen mit der Nutzung des Web 2.0 signifikante Wettbewerbsvorteile erzielen«, meint Karl-Heinz Maier, Director Central Europe bei Webtrends. »Anstatt seine Online-Kunden mit Angebots-Mailings und unpersönlicher Werbepost zu überschütten, sollte sich der Handel überlegen, wie er den Social Media-Trend gezielt und sinnvoll für seine Marketing-Kampagnen nutzen kann.«

Beispiele für die Social Media-Nutzung

Nach Ansicht des Webtrends-Europachefs eignet sich vor allem Twitter optimal, um die bestehende Fangemeinde eines Unternehmens beispielsweise auf neue Produkte aufmerksam zu machen – oder auch, um Sonderangebote an das Netzwerk zu twittern. Doch sollte man das neue Medium bewusst angehen: »Twitter stellt Unternehmen vor eine nicht geringe Herausforderung, denn oft sind sich diese überhaupt nicht im Klaren darüber, was eigentlich getwittert werden kann und soll«, so Maier. Eine sinnvolle Ergänzung sei für viele Unternehmen auch ein Firmen-Wiki, der das schnelle Zusammentragen und die gemeinsame Online-Nutzung von Informationen ermögliche.

Blogs bieten für Unternehmen die perfekte Möglichkeit, über verschiedene Produkte zu informieren, Käufer in Kontakt miteinander treten zu lassen und einen moderierten Erfahrungsaustausch zu fördern. Denn: Erfolgreiche Online-Shops zeichnen sich durch ihren engen Kontakt zum Kunden aus. Social Communities bieten sich oft für die Etablierung von Fanpages für das Unternehmen an: So verzeichnet beispielweise Facebook in Deutschland bereits über zwei Millionen Nutzer, die sich in der Community laut Webtrends-Studie gerne auch über Marken und Produkte austauschen. Dazu Maier: »Warum also nicht eine eigene Fanpage gründen, auf der Mitglieder in regelmäßigen Abständen von besonderen Angeboten profitieren und ihre liebsten Kaufideen präsentieren können?«

»Jede Art von Online-Marketing dient dazu, potentielle oder bestehende Kunden auf die Webseite zu locken. Doch auch hier macht der Ton die Musik«, meint Maier abschließend. »Unserer Studie zufolge sucht der Kunde vor allem den Austausch und wird von rein verkaufslastiger Kommunikation eher abgeschreckt als angezogen.«

[1] http://www.webtrends.com/